La-Belle-Prozess Staatsanwaltschaft hält Libyen für verantwortlich

Libyen soll für den Anschlag auf die Berliner Diskothek "La Belle" verantwortlich sein. Die Staatsanwaltschaft sieht den Vorwurf des Staatsterrorismus als erwiesen an. Für die Hauptverantwortlichen wurde lebenslange Haft gefordert.


April 1986: Die Diskothek "La Belle" nach dem Anschlag
DPA

April 1986: Die Diskothek "La Belle" nach dem Anschlag

Berlin - Bei dem Anschlag auf die überwiegend von US-Amerikanern besuchte Diskothek am 5. April 1986 hätten Behörden Libyens "durch Dritte und eigene Diplomaten gebombt", sagte Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis in seinem Plädoyer. Es sei ein terroristischer Akt gegen die USA gewesen.

Bei dem Attentat waren drei Menschen getötet und mehr als 200 Personen verletzt worden. Der Bombenanschlag galt als Reaktion Libyens auf die Versenkung eigener Kriegsschiffe durch US-Kampfflugzeuge. Vor dem Berliner Landgericht müssen sich seit 273 Verhandlungstagen zwei gebürtige Palästinenser, ein Libyer und zwei deutsche Schwestern als mutmaßliche Attentäter verantworten.

Wegen gemeinschaftlichen Mordes in drei Fällen, versuchten Mordes in 104 Fällen und Herbeiführung eines Sprengstoffanschlages forderte die Staatsanwaltschaft lebenslange Freiheitsstrafen für den staatenlosen Palästinenser Yasser Chraidi, den deutschen Staatsbürger libanesischer Herkunft Ali Chanaa und seine frühere Ehefrau Verena Chanaa sowie für den Libyer Musbah Eter.

Für die Mitangeklagte Andrea Häusler beantragte die Staatsanwaltschaft Freispruch und eine Entschädigung für die dreijährige Untersuchungshaft. Die Verhandlung soll am 11. Oktober 2001 mit den Plädoyers der Nebenklägervertreter fortgesetzt werden.



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