Lampedusa Italiens Marine greift mehr als 1000 Flüchtlinge auf

Die Boote waren völlig überladen, kurz vor dem Kentern und hielten Kurs auf Lampedusa: Im Mittelmeer haben italienische Schiffe in nur 24 Stunden mehr als 1000 Flüchtlinge aus Afrika und Asien geborgen. Helikopter hatten sie zuvor aus der Luft gesichtet.
Lampedusa: Italiens Marine greift mehr als 1000 Flüchtlinge auf

Lampedusa: Italiens Marine greift mehr als 1000 Flüchtlinge auf

Foto: DPA/ ITALIAN NAVY

Rom - Im Mittelmeer hat die italienische Marine möglicherweise ein neues Flüchtlingsdrama verhindert. Seit Donnerstag wurden mehr als 1000 Menschen gerettet, die auf Booten illegal nach Europa gelangen wollten.

Nach Angaben der Marine hatten Hubschrauber vier überladene Boote südlich von Sizilien ausgemacht, die kurz vor dem Kentern waren. Zur Rettung der Passagiere seien sechs Schiffe dorthin geschickt worden. Helikopter hatten die Flüchtlinge südlich der italienischen Insel Lampedusa gesichtet, deren Boote kaum noch seetüchtig waren.

Die große Anzahl innerhalb von 24 Stunden zeige, dass der Zustrom von Menschen aus Afrika nicht nachlasse, teilten die Behörden am Freitag mit.

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Flüchtlinge vor Lampedusa: Auf hoher See kurz vor dem Kentern

Foto: DPA/ ITALIAN NAVY

Die 823 Männer, Frauen und Kinder auf den vier Booten stammten unter anderem aus Ägypten, Pakistan, Irak und Tunesien. Bei weiteren Einsätzen seien 233 Personen aus Eritrea, Nigeria, Somalia, Sambia, Mali und Pakistan gerettet und nach Sizilien gebracht worden, teilte die Marine mit. Unter den Geretteten waren demnach 30 Frauen und 46 Minderjährige. Sie sollen am Samstag in den sizilianischen Hafen Augusta gebracht werden.

Nachdem im Oktober 366 Menschen aus Eritrea vor der italienischen Insel Lampedusa ertrunken waren, startete Italien eine breitangelegte Überwachung des Mittelmeeres mit Hubschraubern, Drohnen und Schiffen.

Italien ist das Hauptziel von Einwanderern und Flüchtlingen, die auf illegalem Wege über das Mittelmeer ein besseres oder sicheres Leben in der Europäischen Union suchen. Viele kommen auch über Griechenland und Malta.

Erst Ende Dezember 2013 hatte Italien ein Lager auf Lampedusa räumen lassen, nachdem über teils erschütternde Zuständen unter den Flüchtlingen berichtet worden war. Flüchtlinge aus Nordafrika hatten sich aus Protest gegen die katastrophalen Zustände im Lager die Lippen zusammengenäht.Die Bilder hatten international für Aufsehen und Proteste gesorgt.

jok/Reuters/dpa
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