Landreform Britischer Vermittlungsversuch gescheitert

Die bilateralen Gespräche zwischen Großbritannien und simbabwischen Vertretern sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Polizei des südafrikanischen Landes will jetzt verstärkt gegen die Farmbesetzungen vorgehen.


Die Gewalt in Simbabwe geht von beiden Seiten aus
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Die Gewalt in Simbabwe geht von beiden Seiten aus

London - Acht Stunden saßen der britische Außenminister Robin Cook und Regierungsvertreter aus Simbabwe in London beisammen und berieten über eine Entschärfung des Konflikts. Großbritannien werde Hilfen für eine Landreform im Wert von 36 Millionen Pfund (rund 121 Millionen Mark) so lange zurückhalten, bis Präsident Robert Mugabe die Gewalt gegen weiße Farmer beende, sagte Cook. "Das ist der einzige Ausweg". Das Geld war ursprünglich 1998 zugesagt worden, London sperrte die Mittel aber nach Vorwürfen, Mugabe verteile das Land an seine Gefolgsleute. Großbritannien werde die Finanzhilfe für eine Landreform erst zur Verfügung stellen, wenn eine gerechte Verteilung von Grund und Boden an die schwarze Bevölkerung sichergestellt ist, betonte der britische Außenminister.

Die Delegation aus Simbabwe unter Führung des Ministers für Regionalverwaltung, John Nkomo, erklärte, die Bedingungen Großbritanniens nicht zu akzeptieren. Simbabwe wolle an einer Lösung des Konflikts arbeiten. Außerdem werde die Fairness der im Mai geplanten Parlamentswahl garantiert und internationale Beobachter zugelassen.

In der Hauptstadt Simbabwes, Harare, kündigte Polizeichef Augustine Chihuri an, künftig schärfer gegen Gesetzesverstöße vorzugehen. Die Polizei war bislang offenbar mit Rückendeckung der politischen Führung nicht energisch oder überhaupt nicht gegen die Überfälle vorgegangen.

Die Bewegungsfreiheit von Anhängern aller Parteien werde eingeschränkt und auch öffentliche Versammlungen verboten, erklärte nun Polizeichef Chihuri. Dieser hatte sich noch vor kurzem geweigert, Polizisten gegen die Farmbesetzer in Marsch zu setzen. Er machte für die Gewalt sowohl die Regierungspartei Zanu-PF als auch die oppositionelle "Bewegung für einen demokratischen Wandel" verantwortlich.



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