EU-Lateinamerika-Treffen Gipfelzoff um Falklandinseln
Flagge Großbritanniens auf den Falklandinseln: "Sehr konkrete Gefahr"
Foto: MARCOS BRINDICCI/ REUTERSBeim EU-Lateinamerika-Gipfel in Brüssel ist es zwischen Großbritannien und Argentinien erneut zum Streit um die Falklandinseln gekommen. Der argentinische Außenminister Héctor Timerman sprach Agenturberichten zufolge den Anspruch seiner Regierung auf die Inselgruppe an - worauf der britische Premier David Cameron offenbar mit deutlichen Worten reagierte.
Während einer Arbeitssitzung des Gipfels warf Timerman dem britischen Premier der Agentur Reuters zufolge "Kolonialpolitik" vor. Cameron rügte diese Wortmeldung daraufhin als "bedrohlich", wie die argentinische Zeitung "La Nación" meldet. Fernandez bezeichnete Camerons Reaktion anschließend als "zornig" und "geradezu ungezogen".
Die 400 Kilometer östlich von Südargentinien gelegenen Falklandinseln befinden sich seit 1833 unter britischer Kontrolle, die Regierung in Buenos Aires beansprucht sie aber seit Langem für sich. Nach einer Invasion der argentinischen Armee lieferten sich beide Länder 1982 einen kurzen Krieg um die Inseln, bei dem mehr als 900 Soldaten getötet wurden. Die militärische Niederlage Argentiniens führte im folgenden Jahr zum Sturz der Militärdiktatur.
2013 hatten sich die etwa 3000 Bewohner in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. Argentinien erkennt das Referendum allerdings nicht an.
Angesichts der Entdeckung großer Ölvorkommen vor den Inseln hatten sich die Spannungen zwischen beiden Staaten in den vergangenen Jahren wieder verschärft. Im März bekundete die britische Regierung ihre Absicht, wegen einer "sehr konkreten Bedrohung" durch Argentinien ihr Militäraufgebot vor den Falklands zu verstärken. Dem britischen Militär zufolge sind auf den Inseln Einheiten der Luftwaffe, der Marine und des Heeres stationiert.