Nach fremdenfeindlichen Äußerungen Es wird einsam um Donald Trump

Donald Trump will Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden - doch seine Chancen sinken rapide. Nach seinen fremdenfeindlichen Äußerungen über Mexikaner geht die eigene Partei auf Distanz.

Milliardär Trump: "Beleidigend und spaltend"
AP/dpa

Milliardär Trump: "Beleidigend und spaltend"


Der Republikaner Donald Trump gerät nach seinen Aussagen zu mexikanischen Einwanderern nun auch zunehmend in seiner eigenen Partei unter Druck. Der Milliardär und Geschäftsmann will Präsidentschaftskandidat für die Republikaner werden - und weigert sich bislang, sich bei mexikanischen Einwanderern zu entschuldigen. Diese hatte der 69-Jährige in einer Rede als Vergewaltiger und Drogendealer bezeichnet.

Alfonso Aguilar, Republikaner und Sprecher des konservativen Thinktanks Latino Partnership, warnte vor einem Schaden seiner Partei im Präsidentschaftswahlkampf, sollten sich die Republikaner nicht von Trump distanzieren.

Trumps Äußerungen verfolgen die Republikaner bereits seit Wochen und sind das Top-Thema in spanischsprachigen Medien. Für die republikanische Partei kommt das zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Die Partei hat sich in den vergangenen Jahren vermehrt um die hispanische Wählerschaft bemüht. Der Einfluss der Hispanics wächst stetig, in manchen Regionen im Süden der USA stellen sie bereits die Mehrheit der Bevölkerung.

"Lächerlich, grundlos und beleidigend"

"Die Zeit ist gekommen, dass die Kandidaten sich von Trump und seinen Kommentaren distanzieren und zeigen, was sie sind: lächerlich, grundlos und beleidigend", sagte Aguilar. "Leider schadet es der Partei mit ihren hispanischen Wählern. Es ist ein Maß an Schwachsinn, wie ich es in langer Zeit nicht mehr gesehen habe."

Das sah nicht jeder so. In einem Interview mit dem TV-Sender Fox News bestand der konservative Senator von Texas, Ted Cruz, darauf, dass Trump sich nicht entschuldigen sollte. "Ich mag Donald Trump", sagte Cruz, dessen Vater Kubaner ist. "Ich glaube, er ist großartig. Ich glaube, er ist frech, und ich glaube, er spricht die Wahrheit."

Präsidentschaftskandidat Jeb Bush, dessen Frau mexikanischer Herkunft ist, sagte hingegen, Trump liege einfach "falsch". Floridas Senator Marco Rubio hatte in den vergangenen Wochen zu dem Thema geschwiegen, äußerte sich dann aber doch, wenn auch kurz: "Trumps Äußerungen sind nicht nur beleidigend und ungenau, sondern auch spaltend", sagte Rubio, der Sohn kubanischer Einwanderer ist. Rick Perry, ehemaliger Gouverneur von Texas, sagte: "Ich glaube nicht, dass Trumps Äußerungen die Meinung der Republikanischen Partei widerspiegeln."

Doch mit ihren klaren Distanzierungen sind Bush, Rubio und Perry unter Republikanern die Ausnahme.

"Wir hören sehr, sehr genau, nicht nur, was die Kandidaten sagen, sondern auch, was sie nicht sagen", sagte Gabriel Salguero, Präsident der Nationalen Evangelikalen Latino Koalition. Die Gruppe bezeichnet Trumps Äußerungen als "fremdenfeindliche Rhetorik".

Dennoch dürfte der 69-jährige Trump mit seiner Wortwahl einigen republikanischen Wählern aus der Seele sprechen. Sie betrachten illegale Einwanderung als eines der dringendsten Probleme der USA.

Äuß erungen mit Folgen

Kritik an Trumps Äußerungen kommt in den vergangenen Tagen von Politikern wie Prominenten. Neben Neil Young, Cher und Shakira hatte zuletzt auch die aktuelle Miss Universe Trump für seine Wortwahl kritisiert. Paulina Vega aus Kolumbien bezeichnete die Äußerungen des US-Milliardärs über Migranten als "ungerecht und verletzend".

Auch wirtschaftlich hatten Trumps Äußerungen spürbare Folgen. Die Stadtregierung von Bogotá nahm ihre Bewerbung um die Austragung der Miss-Universe-Wahl 2015 zurück. Die Kaufhauskette Macy's kündigte an, eine Trump-Modelinie aus dem Sortiment zu nehmen. Mehrere Fernsehsender in den USA und Lateinamerika kündigten an, den Wettbewerb nicht länger auszustrahlen. Unter anderem kündigte der US-Sender NBC die Zusammenarbeit auf.

Im Video: Trump bezeichnet Einwanderer als Vergewaltiger

insgesamt 18 Beiträge
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Bueckstueck 04.07.2015
1. Schön
Nicht das Trump je eine reele Chance hatte auch nur die Primaries zu überstehen, aber das er sich als latenten Rassisten outed, beendet seine politische un-Karriere zu diesem Zeitpunkt wohl endlich ein für alle mal. Bleibt zu hoffen, dass er weiter stur bleibt und sein finanzieller Schaden noch weiter wächst.
Maximilian53 04.07.2015
2. Falsche Berichterstattung !
Es bellt ein einsamer Lobbyhund ,der auch noch zur gleichen Ethnik gehört,Ostküstenamerikaner machen sich seit Jahren ernsthafte Gedanken über die ungebremste Zuwanderung aus dem kriminellen Nachbarland und zwar die illegale,von Herrn Obama geförderte.Nicht jeder braucht ein billiges Hausmädchen,viele wollen eine Nanny mit richtiger Sprache und Grundbildung,die dann auch gut bezahlt wird.Wir sollten von dieser verfehlten Zuwanderungspolitik politisch Erstickender lernen !
graf.koks 04.07.2015
3. Nicht schlecht!
Je zerrissener, desto besser! Dir rückständigen Republikaner zerlegen sich selbst. Diese Dumpfbacke würde auch gut zum rechten Flügel der AfD passen. Oder als Vorredner für Pegida-Veranstaltungen. Glücklicherweise nimmt ihn kaum einer ernst.
jondon 04.07.2015
4.
Zitat von Maximilian53Es bellt ein einsamer Lobbyhund ,der auch noch zur gleichen Ethnik gehört,Ostküstenamerikaner machen sich seit Jahren ernsthafte Gedanken über die ungebremste Zuwanderung aus dem kriminellen Nachbarland und zwar die illegale,von Herrn Obama geförderte.Nicht jeder braucht ein billiges Hausmädchen,viele wollen eine Nanny mit richtiger Sprache und Grundbildung,die dann auch gut bezahlt wird.Wir sollten von dieser verfehlten Zuwanderungspolitik politisch Erstickender lernen !
Was ist denn eine "richtige" Sprache nach Ihrer Vorstellung? Arisch?
cholerischerkinski 04.07.2015
5.
und damit ist trumps Kandidatur endgültig zur Lachnummer geworden. Dieser Mann hatte nie eine reele Chance auf die Präsidentschaft, und diese Aussagen sind nurnoch peinlich für ihn. Diese ganze PR-Nummer hat ihm mehr geschadet, als dass sie ihm geholfen hat. Zieh dich in dein Glashaus in Manhattan zurück, Donald...
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