Friedensnobelpreisträger Walesa will Homosexuelle hinter Mauer verbannen

Homosexuelle sollen nach Ansicht des früheren polnischen Arbeiterführers Lech Walesa im Parlament in der letzten Reihe sitzen - oder gleich hinter einer Mauer. Der Friedensnobelpreisträger will nicht, dass seine "Kinder und Enkel von dieser Minderheit verwirrt werden".
Ex-Solidarnosc-Chef Walesa: "Sie müssen sich mit kleinen Dingen abfinden"

Ex-Solidarnosc-Chef Walesa: "Sie müssen sich mit kleinen Dingen abfinden"

Foto: KATARINA STOLTZ/ REUTERS

Warschau - Er ist Friedensnobelpreisträger, doch regelmäßig sorgt der frühere polnische Arbeiterführer Lech Walesa mit seinen Aussagen für Unverständnis. Auch in der Diskussion um Homo-Ehen in Polen hat sich der 69-Jährige eine Entgleisung geleistet. Nach Walesas Meinung sollten homosexuelle Abgeordnete im Parlament in der letzten Reihe sitzen - "und sogar hinter einer Mauer".

Auch Demonstrationen von Schwulen und Lesben sollten nicht im Stadtzentrum, sondern in Außenbezirken stattfinden. "Ich will nicht, dass diese Minderheit, mit der ich nicht einverstanden bin, auf die Straßen geht und meine Kinder und Enkel verwirrt", so Walesa im polnischen Fernsehsender TVN 24. Die Homosexuellen müssten wissen, dass sie eine Minderheit seien. "Sie müssen sich mit kleinen Dingen abfinden, sollen aber nicht nach Gipfeln streben", so Walesa, der für seinen Kampf für die Unabhängigkeit Polens 1983 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war.

In Polen ist ein politischer Streit um eingetragene Partnerschaften für homosexuelle Paare entbrannt. Die liberalkonservative Regierung und die Linksopposition bereiten dazu Gesetzesinitiativen vor. Dagegen lehnen nationalkonservative Politiker rechtliche Verbesserungen für schwule und lesbische Paare ab.

max/dpa
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