Leibwache für Papst verstärkt Petersdom als Terrorziel?

Alarm im Vatikan: Der italienische Geheimdienst fürchtet, dass internationale Terrorgruppen die Kuppel des Petersdoms in Rom ins Visier nehmen könnten.


Der Petersdom in Rom: Mögliches Ziel für islamische Terroristen?
GMS

Der Petersdom in Rom: Mögliches Ziel für islamische Terroristen?

Rom - Zudem gebe es Sorge wegen der geplanten Reise Papst Johannes Pauls II. in die mittelasiatischen Staaten Kasachstan und Armenien. Aus Furcht vor Anschlägen wurde der Personenschutz für den Papst und Kardinäle der römischen Kurie aufgestockt.

Zudem sei die Zahl der Zivilfahnder unter Touristen und Pilgern auf dem Petersplatz erhöht worden, berichteten italienische Zeitungen am Sonntag. Auch an eine Ausweitung der Flugverbotszone über dem Kirchenstaat werde gedacht. Allerdings schrieb der "Corriere della Sera" (Mailand), man sei sich im Vatikan klar darüber, dass es keinen echten Schutz gegen Kamikaze-Flieger gebe, wenn sie die über 400 Jahre alte Petersdom-Kuppel Michelangelos zerstören wollten.

Zum Papstbesuch in Zentralasien hieß es, besondere Sorge bereite der Zeitpunkt: Die am kommenden Samstag beginnende Reise könne mit den ersten amerikanischen Militärschlägen zeitlich zusammenfallen. Dennoch wolle der Papst unbedingt daran festhalten. Er sei "kein Gegner der Islamischen Welt", verlautete aus dem Vatikan. Er habe 1991 die Bombardierung des Irak verurteilt und setzte sich für das Heimatrecht der Palästinenser ein.

Allerdings wird an mehrere Attentatspläne gegen den Papst in der Vergangenheit erinnert, unter anderem an einen vereitelten Anschlag philippinischer Moslemrebellen 1995. 1981 wurde Johannes Paul bei einem Attentat auf dem Petersplatz durch Schüsse schwer verletzt. Die Hintergründe liegen noch heute im Dunklen.



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