Flüchtlinge Abschiebung im Morgengrauen

Die Abschiebung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei hat am frühen Montagmorgen begonnen. Die Menschen wurden mit Bussen zum Hafen und dort auf eine Fähre gebracht.

Flüchtlingstransport zum Hafen
Giorgos Christides

Flüchtlingstransport zum Hafen


Ein Mitarbeiter der europäischen Grenzschutzagentur Frontex sagte SPIEGEL ONLINE, bei den abgeschobenen Flüchtlingen handele es sich um Pakistaner und Afghanen, es würden keine Syrer an Bord der Fähren gebracht.

Im Hafen von Lesbos lagen zwei kleine Fähren bereit. Auf das eine Schiff wurden 68, auf das andere 63 Personen gebracht. Um kurz nach sechs Uhr legten die beiden Schiffe ab.

Am Montag sollen zunächst 250 Flüchtlinge von Lesbos in die türkische Hafenstadt Dikili überführt werden. Von Chios sollen ebenfalls 250 Menschen in die Türkei gebracht werden. Sie werden begleitet von Frontex-Grenzschützern aus Deutschland, Frankreich, Estland, Lettland und Litauen.

In Griechenland sitzen seit der Schließung der Grenze zu Mazedonien rund 50.000 Flüchtlinge fest. Die Mehrzahl kam vor dem Deal zwischen der Türkei und der EU ins Land. Rund 5000 Flüchtlinge sind erst nach der Vereinbarung auf den griechischen Inseln angekommen, ihnen droht nun die Abschiebung.

Die EU hat mit der Türkei vereinbart, alle seit dem 20. März in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge, die dort kein Asyl beantragen, in die Türkei zurückzuschicken. Im Gegenzug will die EU für jeden abgeschobenen Syrer einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufnehmen.

Im Video: Journalisten werden von Polizei vertrieben

SPIEGEL ONLINE

Giorgos Christides/jul/Reuters

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