Libanon Mehrere Tote bei Kampf um Palästinenserlager

Beim Flüchtlingslager Nahr al-Bared hat sich die libanesische Armee erneut schwere Gefechte mit islamischen Extremisten geliefert. Drei Soldaten wurden getötet. Im Lager selbst gehen Wasser und Nahrungsmittel zu Ende.


Nahr al-Bared - Die libanesische Armee hat sich erneut schwere Gefechte mit islamischen Extremisten geliefert, wobei drei Soldaten getötet wurden. Aus Sicherheitskreisen verlautete am Samstag, 21 weitere Soldaten seien bei den Kämpfen um das palästinensische Flüchtlingslager Nahr al-Bared verletzt worden.

Lager Nahr al-Bared: Auch Zivilisten sind unter Beschuss
AFP

Lager Nahr al-Bared: Auch Zivilisten sind unter Beschuss

Die radikalen Islamisten halten sich seit Wochen in dem Lager verschanzt. Die Armee gerät bei dem Versuch, Positionen der Aufständischen unter ihre Kontrolle zu bringen, immer wieder ins Visier von Heckenschützen. Vom frühen Morgen an wurde am Rande das Lagers mit Maschinengewehren geschossen. Zudem war immer wieder Granatfeuer zu hören. Ein Bewohner des Lagers berichtete über Telefon, auch in nicht von Islamisten gehaltenen Wohngebieten gingen Granaten nieder. Die Grundbedürfnisse der Menschen, etwa nach Nahrung und Wasser, könnten nicht gedeckt werden.

Die meisten der ursprünglich 40.000 Bewohner sind inzwischen aus dem Lager geflohen. Nur noch wenige Tausend harren weiterhin dort aus. Ministerpräsident Fuad Siniora sagte am Freitag im französischen Fernsehen, die Soldaten übten Zurückhaltung, um das Leben von Zivilisten nicht zu gefährden. Daher dauere der Kampf länger.

Die überwiegend aus dem arabischen Ausland stammenden Extremisten einer der Al-Kaida nahe stehenden Gruppe haben erklärt, sich nicht ergeben und bis zum Tod weiterkämpfen zu wollen. Auch Vermittlungsversuche libanesischer Islamisten waren bisher erfolglos.

Die Gefechte hatten am 20. Mai begonnen. Seither wurden mindestens 118 Menschen getötet, darunter 50 Soldaten und 38 Extremisten. Es sind die schwersten innerlibanesischen Kämpfe seit dem 1990 beendeten Bürgerkrieg.

cai/reuters



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