Libanon Prozess um Kölner Kofferbomben vertagt

Erneute Verzögerung beim Beiruter Prozess um die Kofferbomben von Köln: Bereits zum zweiten Mal wurde das Verfahren vertagt - es soll jetzt am 10. Mai fortgesetzt werden.


Beirut - Am zweiten Verhandlungstag in dem Verfahren gegen den mutmaßlichen Bombenleger Dschihad Hamad und drei seiner Mitangeklagten lehnte die Kammer den Antrag der Verteidigung ab, den Prozess mangels Zuständigkeit nicht fortzusetzen. Gegen die Entscheidung des Gerichts legten die Anwälte sofort Beschwerde ein, so dass das Verfahren vertagt wurde.

Hamad muss sich vor den Strafrichtern wegen des Vorwurfs des versuchten Massenmordes verantworten. Er hat nach Angaben aus libanesischen Justizkreisen gestanden, im Sommer 2006 eine der beiden Kofferbomben im Kölner Hauptbahnhof in einen Regionalzug der Deutschen Bahn gestellt zu haben. Nur wegen eines technischen Fehlers kam es nicht zur Explosion. Spätere Tests des Bundeskriminalamtes (BKA) ergaben, dass die Bomben eine verheerende Wirkung gehabt hätten.

Zwei weitere tatverdächtige Libanesen sitzen in Deutschland in Untersuchungshaft. Der 22-jährige Youssef Mohamed al-Hajdib wurde kurz nach der Tat in Kiel festgenommen. Er wird voraussichtlich im Juli oder August angeklagt.

Die Beschuldigten haben als Tatmotiv die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen genannt. Für einen von ihnen lockerte der Bundesgerichtshof die Haftbedingungen, weil er nach Einschätzung der Karlsruher Bundesrichter nicht mehr der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verdächtig ist.

hen/Reuters/AP



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