Libanons Ex-Premierminister Hariri ist zurück in Beirut

Weil er um sein Leben fürchtete, floh Libanons Regierungschef Hariri nach Saudi-Arabien. Nun ist der 47-Jährige in seine Heimat zurückgekehrt.

Saad Hariri (r.)
AP

Saad Hariri (r.)


Erstmals seit seinem unter mysteriösen Umständen erklärten Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten ist Saad al-Hariri in den Libanon zurückgekehrt. Er landete am Dienstag in Beirut, wie die Pressestelle Hariris mitteilte. Das Fernsehen sendete live vom Flughafen, wo Hariri beim Verlassen eines Flugzeugs von Sicherheitskräften begrüßt wurde.

Auf seinem Weg von Kairo nach Beirut hatte Hariri noch einen kurzen Zwischenstopp auf Zypern eingelegt. Wie der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, habe sich Hariri mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades getroffen.

Hariri hatte seinen Rücktritt am 4. November überraschend in einer von Saudi-Arabien ausgestrahlten Fernsehübertragung erklärt. Die genauen Umstände des Rücktritts sind nach wie vor unklar. Sie haben eine politische Krise im Libanon ausgelöst und erneut die Rivalität zwischen Saudi-Arabien und dem Iran deutlich werden lassen.

Hariri hatte seinen Rücktritt mit der Angst vor einem Attentat begründet. Einem solchen war schon sein Vater - ebenfalls Ministerpräsident im Libanon - 2005 zum Opfer gefallen. Die Vereinten Nationen sahen eine Beteiligung der vom Iran unterstützten radikalschiitische Hisbollah-Bewegung als erwiesen an.

Im Libanon gewinnt die Bewegung immer mehr an Bedeutung. Sie ist auch an der Koalitionsregierung beteiligt. Hariri dagegen ist sunnitischer Muslim und Verbündeter von Saudi-Arabien, das mit dem Iran um die Vorherrschaft in der Region kämoft. Der von der Hisbollah unterstützte libanesische Präsident Michel Aoun hat Saudi-Arabien vorgeworfen, Hariri festgehalten und zum Rücktritt gezwungen zu haben. Dies haben sowohl die Regierung in Riad als auch Hariri bestritten.

bam/Reuters



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