Libanesischer Regierungschef Hariri nimmt Einladung aus Frankreich an

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Der zurückgetretene libanesische Regierungschef Saad Hariri wird von Saudi-Arabien nach Frankreich reisen. Der Zeitpunkt ist noch unklar.
Saad Hariri

Saad Hariri

Foto: Hassan Ammar/ AP

Es soll nur ein Besuch sein - und kein politisches Exil: Libanons Ministerpräsident Saad Hariri folgt der Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, nach Frankreich zu reisen. Das habe Außenminister Jean-Yves Le Drian bei einem Besuch in Riad angekündigt, bestätigte das französische Außenministerium in Paris. Frankreich hat als frühere Mandatsmacht besonders enge Beziehungen zum Libanon.

Macron hatte Hariri und dessen Familie am Mittwoch offiziell eingeladen. Einen konkreten Zeitplan gibt es bisher nicht. Hariri hält sich derzeit in Saudi-Arabien auf, nachdem er Anfang des Monats seinen Rücktritt erklärt hatte.

Ganz überraschend kommt die Zusage Hariris nicht, denn Macron hatte bereits mitgeteilt, dass er vorher mit dem Premier und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen habe.

Bin Salman wird vorgeworfen, Hariri am 4. November zum Rücktritt gezwungen zu haben und den libanesischen Regierungschef seitdem gegen seinen Willen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad festzuhalten. Libanons Präsident Michel Aoun dringt seit Tagen auf seine Rückkehr. Er weigert sich, seinen Rücktritt anzunehmen, solange er ihn nicht persönlich in Beirut gesprochen hat.

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Regierungskrise in Beirut: Hariris Harakiri

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Auch Frankreich hatte sich in den vergangenen Tagen dafür eingesetzt, dass Hariri in den Libanon zurückkehren kann. Am Mittwoch teilte Präsident Macron dann mit, Hariri angeboten zu haben, "für einige Tage" mit seiner Familie nach Frankreich zu kommen. Macron betonte demnach aber auch, die Einladung sei kein Angebot für Hariri, in Paris politisches Exil zu suchen. Die Einladung kann dennoch als Test interpretiert werden, um Hariris Angaben zu überprüfen, er könne sich frei bewegen.

mho/dpa/Reuters
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