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18. Oktober 2014, 18:44 Uhr

Aufnahmestopp

Libanon schließt Grenzen für syrische Flüchtlinge

Der Libanon hat seine Grenzen für Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien weitgehend abgeriegelt. Die Begründung: Es lebten bereits zu viele Vertriebene in dem Land.

Beirut - Der Libanon macht seine Grenzen für Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Nachbarland Syrien weitgehend dicht. "Wir haben das UNHCR informiert, dass wir keine Vertriebenen mehr aufnehmen", sagte Sozialminister Raschid Derbas der Zeitung "al-Akhbar". In Ausnahmefällen könne Flüchtlingen jedoch nach einer vorherigen Prüfung des Sozial- und Innenministeriums aus "humanitären Gründen" die Einreise erlaubt werden.

Die Beauftrage des Uno-Flüchtlingshilfswerks für den Libanon, Ninette Kelley, bestätigte die strengere Aufnahmepraxis an der Grenze. Diese Entwicklung sei bereits seit zwei bis drei Wochen zu beobachten. An einigen Tagen dürften nur vereinzelt Flüchtlinge einreisen. Es sei zudem unklar, welche Kriterien die Regierung für humanitäre Notfälle zu Grunde lege.

Die libanesische Regierung begründete die Entscheidung damit, dass bereits jetzt zu viele Flüchtlinge dort lebten. Ein Viertel aller Menschen im Libanon sind Flüchtlinge. Viele von ihnen leben in ärmsten Verhältnissen. UNHCR-Vertreterin Kelley rief dazu auf, dem Libanon mit Investitionen in seine Infrastruktur zu helfen, den Zustrom von Flüchtlingen zu verkraften.

Der Libanon hat seit dem Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im März 2011 bereits mehr als 1,1 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Dies führte zu erheblichen Spannungen in dem kleinen Staat mit seinen gut vier Millionen Einwohnern. Libanesische Politiker warnen seit langem davor, dass ihr Land die Belastungen durch die Flüchtlinge nicht schultern könne und verlangten eine Schließung der Grenzen. Viele Syrer umgehen allerdings die offiziellen Kontrollposten und gelangen über die schwer zu sichernde Grenze in den Libanon.

wit/Reuters/AFP

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