Libanon Mehrere Tote bei Anschlag auf iranisches Kulturzentrum in Beirut

Die libanesische Hauptstadt Beirut ist erneut von zwei Selbstmordanschlägen erschüttert worden. Die Detonationen ereigneten sich in einem südlichen Stadtteil, nahe des iranischen Kulturzentrums. Eine sunnitische Terrorgruppe hat sich zu dem Attentat bekannt.

Tatort in Südbeirut: Der Libanon wird zum Schlachtfeld des syrischen Bürgerkriegs
AP

Tatort in Südbeirut: Der Libanon wird zum Schlachtfeld des syrischen Bürgerkriegs


Beirut - Erneut haben Attentäter eine iranische Einrichtung in Beirut angegriffen. Bei einem Doppelanschlag auf das Kulturzentrum der Islamischen Republik im Libanon sind am Mittwochvormittag mindestens drei Menschen getötet worden. Etwa 40 weitere wurden nach Angaben des Roten Kreuzes verletzt.

Die Explosionen ereigneten sich im Abstand weniger Minuten im Viertel Bir Hassan am südlichen Stadtrand von Beirut. Laut Augenzeugen wurde die erste Detonation von einem Selbstmordattentäter in einem Auto ausgelöst, kurz darauf habe sich ein Mann auf einem Motorrad in die Luft gesprengt - nur etwa hundert Meter entfernt. Auch die kuwaitische Botschaft befindet sich in der Nähe des Tatorts.

Zahlreiche Häuser in der Umgebung wurden beschädigt. Soldaten der libanesischen Armee schossen in die Luft, um Schaulustige zu vertreiben und zu verhindern, dass diese Opfer einer möglichen weiteren Explosion werden

Nach Angaben der iranischen Botschaft soll kein Mitarbeiter des Kulturzentrums schwer verletzt worden sein. Auch die kuwaitische Botschaft teilte mit, dass keiner ihrer Mitarbeiter unter den Opfern sei.

Anschläge im Wochentakt

Die sunnitische Terrorgruppe Abdullah-Azzam-Brigaden übernahm die Verantwortung für den Anschlag auf das Kulturzentrum. Im November 2013 hatte die selbe Truppe ein Attentat auf die iranische Botschaft in Beirut verübt. Damals kamen 23 Menschen ums Leben, unter ihnen der iranische Kulturattaché Ibrahim Ansari.

Die Abdullah-Azzam-Brigaden unterhalten Verbindungen zu al-Qaida. Sie begründen ihre Angriffe gegen iranische Ziele mit der Unterstützung Teherans für den syrischen Diktator Baschar al-Assad. Sunnitische Extremisten aus dem gesamten Nahen Osten haben sich dem Kampf gegen das Regime in Damaskus angeschlossen - und dabei auch den Libanon zum Schlachtfeld erklärt. Seit Ende vergangenen Jahres wird Beirut fast im Wochentakt von Anschlägen erschüttert.

syd/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
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apalanca 19.02.2014
1. Das Eingreifen des Irans und der Hizbola
in den syrischen Bürgerkrieg versenkt den Libanon in eine Spirale der Gewalt... Sunniten und Schiiten das ist doch nicht das wofür eure Werte stehen!!! Unschuldige zu töten oder zu verletzen ist nichts ehrenvolles...!
meier_7 19.02.2014
2. optional
Das ganze ist einfach zu erklären. Salafistischen Extremisten muss man keine Argumentation für ihre Verbrechen liefern, dazu reicht ihr faschistisches Weltbild völlig aus. Es muss Ziel der gesamten Menschenheit sein, diese grösste ideologische Herausforderung des 21. Jhdts. mit allen Mitteln zu bekämpfen. Noch trifft es in erster Linie Christen und Schiiten im Nahen Osten Afrika und Asien, aber die Ankündigungen den Terror auch nach Europa zu tragen sind selbst in Deutschland längst gemacht.
recepcik 19.02.2014
3. Die Terroristen
wollen den Syrien Krieg auf den Libanon ausweiten. Man kann diese feigen Anschläge nur verurteilen. Wichtiger und gefährlicher für uns sind Dschihadisten , die schon zurückgekehrt sind. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Personen auf Schritt und Tritt vom Verfassungsschutz oder Staatsschutz verfolgt werden und beim kleinsten Verdacht dingfest gemacht werden.
parkerwo 19.02.2014
4. Faktenumkehr
Zitat von apalancain den syrischen Bürgerkrieg versenkt den Libanon in eine Spirale der Gewalt... Sunniten und Schiiten das ist doch nicht das wofür eure Werte stehen!!! Unschuldige zu töten oder zu verletzen ist nichts ehrenvolles...!
Soweit ich informiert bin, gab es vor weit über einem Jahr im Libanon schon Terrorakte mit Bomben. Erst danach hatte sich die Hezbolla auch genau aus diesem Grund nach Syrien aufgetan. Sie versuchen hier Fakten umzukehren und machen den Iran sowie die Hezbolla für die nun folgenden Terrorakte im Libanon verantwortlich. Sowas finde ich überhaupt nicht gut.
johny walker 20.02.2014
5. Schlecht informiert
Zitat von parkerwoSoweit ich informiert bin, gab es vor weit über einem Jahr im Libanon schon Terrorakte mit Bomben. Erst danach hatte sich die Hezbolla auch genau aus diesem Grund nach Syrien aufgetan. Sie versuchen hier Fakten umzukehren und machen den Iran sowie die Hezbolla für die nun folgenden Terrorakte im Libanon verantwortlich. Sowas finde ich überhaupt nicht gut.
Die gab es in der Tat. Insbesondere von der Hisbollah ausgeführte, z.B. Mordfall Hariri. Aber deswegen ist die Hisbollah doch nicht nach Syrien gezogen. Sie wurde von den Mullahs dorthin beordert um ihren Beitrag zu leisten bei der Rettung ihres Verbündeten Assad.
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