Konflikt Libanons Armee schießt erstmals auf syrische Kampfjets

Libanon wehrt sich dagegen, in den syrischen Bürgerkrieg gezogen zu werden. Zum ersten Mal hat seine Armee syrische Kampfflugzeuge beschossen, die mit Raketen auf einen libanesischen Ort gefeuert hatten. Gleichzeitig will das Land mit saudischer Hilfe kräftig aufrüsten.

Syrisches Kampfflugzeug: Erstmals schießt Libanon zurück
AFP

Syrisches Kampfflugzeug: Erstmals schießt Libanon zurück


Beirut - Die libanesische Armee hat erstmals seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs aus dem Nachbarland eingedrungene Kampfjets beschossen. Libanesische Flak-Schützen eröffneten das Feuer im libanesischen Grenzgebiet, nachdem die syrischen Piloten drei Luft-Boden-Raketen auf die Ortschaft Arsal abgeschossen hatten. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Die syrischen Flugzeuge wurden offenbar nicht getroffen, auch wurden keine Verletzten infolge des Raketenbeschusses gemeldet.

Arsal liegt unmittelbar an der Grenze zu Syrien. In der Ortschaft leben 30.000 syrische Flüchtlinge, die seit 2011 vor den Truppen des dortigen Machthabers Baschar al-Assad geflohen sind. Die Region war auch früher schon von Syrien aus bombardiert und beschossen worden, wobei es auch Tote und Verletzte gegeben hatte. In diesen Fällen hatte aber das libanesische Militär stets stillgehalten.

Der Angriff unterstreicht die Strategie der libanesischen Armee, die Grenze des Landes künftig notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen. Der aggressivere Kurs Libanons fällt zeitlich auch mit der Ankündigung von Libanons Präsident Suleiman zusammen, mit Geld aus Saudi-Arabien Militärausrüstung im Wert von drei Milliarden Dollar zu kaufen.

ade/dpa/AP

insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
tjivi 30.12.2013
1. Prima
Es werden wieder mal Waffen in den nahen Osten verkauft. Glaubt wirklich jemand, Waffen könnten Leid lindern und Kriege schneller beenden? Aber darum geht es auch nicht. Hauptsache die Rüstungsindustrie floriert.
karlomari 30.12.2013
2. Eher
Zitat von sysopAFPLibanon wehrt sich dagegen, in den syrischen Bürgerkrieg gezogen zu werden. Zum ersten Mal hat seine Armee syrische Kampfflugzeuge beschossen, die mit Raketen auf einen libanesischen Ort gefeuert hatten. Gleichzeitig will das Land mit saudischer Hilfe kräftig aufrüsten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/libanons-armee-schiesst-auf-kampfjets-aus-syrien-a-941329.html
zeigt dieser Aspekt, das die Saudis konkret Bedingungen an den Libanon gestellt haben. Kein Geld für Flüchtlinge, aber drei Milliarden für Waffen. Und was für ein Zufall, die Waffen liefert Frankreich. Dessen Präsident Hollande ist derzeit zu Besuch beim saudischen König Abdullah in Riad. Das islamische Recht wird immer vielfältiger ausgebaut in den besetzten Gebieten. In einem von der ISIS eingerichteten Scharia-Gericht in der Provinz Aleppo trage der Richter bei der Einvernahme Verdächtiger einen Sprengstoffgürtel, die Urteile werden nach wenigen Minuten Verhör ausgesprochen, berichten ehemalige Gefangene. Dieser Richter habe sich bei zumindest einer Gelegenheit am Vollzug der Prügelstrafe beteiligt. Zwei Informanten berichteten dem Amnesty-Team, dass in der Provinz Al-Rakka regelmäßig öffentliche Hinrichtuingen stattfinden. Quelle APA
NauMax 30.12.2013
3.
Zitat von tjiviEs werden wieder mal Waffen in den nahen Osten verkauft. Glaubt wirklich jemand, Waffen könnten Leid lindern und Kriege schneller beenden? Aber darum geht es auch nicht. Hauptsache die Rüstungsindustrie floriert.
Aber das Leid würde auch nicht gelindert, wenn man hier der Libanesischen Armee die Verteidigungsfähigkeit nimmt, während die Syrische Armee weiterhin vom Kreml ausgerüstet wird. Dies würde in der Tat nur zu einer Ausweitung des Bürgerkrieges auf libanesisches Gebiet führen. Was spricht denn dagegen, wenn ein souveräner Staat Angriffe einer Fremden Luftwaffe auf eigenes Gebiet nicht duldet? Ich erinnere mich hier noch an den Aufschrei, als die Israelis Armeekonvois in Syrien, die auf den Weg in die Golanhöhen waren, angegriffen haben
fd53 30.12.2013
4. die Zusammensetzung der libanesischen Armee
sollte man sich mal ganz genau anschauen. Die Aufrüstung dieser Armee kann nämlich sehr schnell die komplizierte innenpolitische Situation im Land endgültig und total explodieren lassen.
Hübitusse 30.12.2013
5.
Zitat von karlomarizeigt dieser Aspekt, das die Saudis konkret Bedingungen an den Libanon gestellt haben. Kein Geld für Flüchtlinge, aber drei Milliarden für Waffen. Und was für ein Zufall, die Waffen liefert Frankreich. Dessen Präsident Hollande ist derzeit zu Besuch beim saudischen König Abdullah in Riad. Das islamische Recht wird immer vielfältiger ausgebaut in den besetzten Gebieten. In einem von der ISIS eingerichteten Scharia-Gericht in der Provinz Aleppo trage der Richter bei der Einvernahme Verdächtiger einen Sprengstoffgürtel, die Urteile werden nach wenigen Minuten Verhör ausgesprochen, berichten ehemalige Gefangene. Dieser Richter habe sich bei zumindest einer Gelegenheit am Vollzug der Prügelstrafe beteiligt. Zwei Informanten berichteten dem Amnesty-Team, dass in der Provinz Al-Rakka regelmäßig öffentliche Hinrichtuingen stattfinden. Quelle APA
Und wo, abgesehen vom angeblichen Sprengstoffgürtel, ist da im Resultat der Unterschied zu den Standgerichten und Folterkellern des Assad Regimes? Egal wie schlimm es die Islamistenfraktion innerhalb der Rebellion es treibt, es wird nüauch nicht schlimmer sein können als das was Assad getan hat, tut und noch eine weile weiter machen wird...
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