Ex-Fußballstar George Weah gewinnt Präsidentschaftswahl in Liberia

Er ist einer der populärsten Sportler Afrikas - nun ist Ex-Fußballer George Weah in seinem Heimatland Liberia zum Präsidenten gewählt worden. Es könnte der erste demokratische Führungswechsel seit 1944 werden.

REUTERS

Der frühere Fußballstar George Weah hat die Präsidentschaftswahl in Liberia gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission, die am Abend 98,5 Prozent der Stimmzettel ausgezählt hatte, errang Weah 61,5 Prozent der Stimmen.

Damit unterlag der bisherige Vizepräsident Joseph Boakai von der regierenden Einheitspartei (UP) seinem Kontrahenten - Boakai erzielte 38,5 Prozent der Stimmen. Weah löst Ellen Johnson Sirleaf am 22. Januar als Präsident ab. Die langjährige Staatschefin und Friedensnobelpreisträgerin Johnson Sirleaf durfte nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Der Wandel an der Staatsspitze gilt als erster demokratischer Führungswechsel in Liberia seit 1944.

Zu der Stichwahl waren am Dienstag rund 2,1 Millionen Menschen aufgerufen gewesen. Schon in der ersten Wahlrunde am 10. Oktober hatte der frühere Weltfußballer Weah, der in den Neunzigerjahren mit Paris Saint-Germain und dem AC Mailand Erfolge feierte, mit rund 38 Prozent der Stimmen vorn gelegen. Boakai kam auf knapp 29 Prozent.

Wegen "massiver Unregelmäßigkeiten" legte Boakais UP Widerspruch gegen den Wahlgang ein. Die Klagen wurden aber abgewiesen. Wegen der juristischen Auseinandersetzungen wurde die ursprünglich für den 7. November geplante Stichwahl auf den 26. Dezember verschoben.

Der 51-jährige Weah hatte sich 2005 vergeblich um das Präsidentenamt beworben und 2011 vergeblich um das Amt des Vizepräsidenten. Seit 2014 ist der einstige Stürmer Senator. Insbesondere bei jungen Wähler genießt er große Sympathien. Der 73-jährige Vizepräsident Boakai galt als Kandidat der Kontinuität. Das kriegszerstörte Liberia im Westen Afrikas zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Die schwere Ebola-Epidemie zwischen 2014 und 2016 hat die Wirtschaft zusätzlich belastet.

mja/Reuters/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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Björn L 28.12.2017
1. Ein Politikerwechsel bedeutet nicht System-Wechsel
So sehr ich glauben mag, dass dieser Mann sein Land zum positiven verändern kann, so weiß ich aus gleichfalls korrupten Ländern mit wesentlich spektakuläreren sichtbar gewordenen Volkeswillen der Änderung, was es am Ende ausmacht. Inflation, Binnenflüchtlinge, Gebietsverlust und weitere Resignation des Volkes im Willen nach Veränderungen. Ich hoffe eines besseren belehrt zu werden. Changing politicians doesn`t mean changing the system. Der oberste Stein einer Pyramide verändert nicht die Struktur.
Skakesbier 28.12.2017
2. Hoffen wir doch einmal mal,
daß der mit langjähriger Europa-Erfahrung ausgestattete gute Ex-Fußballer auch ein ordentlicher Präsident seines Landes wird!
hugahuga 28.12.2017
3.
Weshalb denn nicht? Was sollte an einem ehemaligen Fußballer auszusetzen sein, wenn er im Sinne und zum Nutzen der eigenen Bevölkerung arbeitet. Es mag in westlichen Ländern sicher per Ausbildung Qualifiziertere geben - aber ob die immer zum Nutzen der eigenen Bevölkerung arbeiten , sei mal dahingestellt. Ich erspare es mir hier Negativ-Beispiele aufzuzählen. Good luck Mr. WEah for you and your country
fatal.justice 29.12.2017
4. Zumindest...
... hat Mr. Weah keine ganz einfache Aufgabe zu bewältigen. Seine Vorgängerin - Mrs. Johnson-Sirleaf - hat eine für liberianische Verhältnisse relativ beeindruckende und erfolgreiche Legislatur hingelegt: Gegen alle Widerstände demokratische Strukturen erschaffen, die es in dieser Form in Liberia vormals niemals gab - dafür musste eine starke Frau kämpfen. Hoffen wir, dass ihr Nachfolger mit all seinen Penunzen ähnlich Wohltätiges vollbringt. Obgleich mir der Glaube fehlt...
hotgorn 29.12.2017
5.
Zitat von hugahugaWeshalb denn nicht? Was sollte an einem ehemaligen Fußballer auszusetzen sein, wenn er im Sinne und zum Nutzen der eigenen Bevölkerung arbeitet. Es mag in westlichen Ländern sicher per Ausbildung Qualifiziertere geben - aber ob die immer zum Nutzen der eigenen Bevölkerung arbeiten , sei mal dahingestellt. Ich erspare es mir hier Negativ-Beispiele aufzuzählen. Good luck Mr. WEah for you and your country
Naja mit der Gattin des Kriegsverbrechers Howard-Taylor als Vizepräsidentin und den Fußballfachkenntnissen ahne ich jedenfalls böses. Ob da mehr Probleme angegangen werden als mit Joseph Boakai der laut Tagesschach auch einen ulkigen Spitznamen hat und recht gutmütig rübergekommen ist bezeifle ich.
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