Liberia Präsident Taylor spielt Opferlamm

Der liberianische Präsident Charles Taylor hat sein bereits mehrfach gebrochenes Versprechen erneuert, zur Beendigung des Bürgerkriegs in seinem Land zurückzutreten. "Ich habe beschlossen, das Opferlamm zu sein, damit ihr leben könnt", sagte am Sonntag vor mehreren hundert Anhängern in Monrovia.


Erneuert Rücktrittsversprechen: Charles Taylor
AP

Erneuert Rücktrittsversprechen: Charles Taylor

Monrovia - Uno-Sanktionen hätten es seiner Regierung unmöglich gemacht, sich gegen die Rebellen zu verteidigen. "Wir sind zu der Einsicht gekommen, dass wir angesichts der massiven und mächtigen Kräfte gegen uns einen anderen Kurs einschlagen müssen." US-Präsident George W. Bush hat den Rücktritt Taylors als ersten Schritt zum Frieden in dem westafrikanischen Land gefordert.

Der von Rebellen bedrängte und im Nachbarland Sierra Leone wegen Kriegsverbrechen angeklagte Taylor hat ein Asylangebot Nigerias angenommen. Allerdings hatte er zur Bedingung gemacht, dass zuvor eine internationale Truppe in Liberia stationiert wird um den geordneten Übergang zu einer neuen Regierung zu garantieren.

Rebellen versuchen seit drei Jahren, den 1997 gewählten Taylor zu stürzen. Allein im vergangenen Monat wurden bei schweren Kämpfen in Monrovia hunderte Menschen getötet.



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