Liberia US-Einsatz rückt näher

Die USA haben nach dem Artillerieangriff auf die amerikanische Botschaft in Monrovia scharfe Kritik an den Rebellen geübt. Zugleich gab das Pentagon bekannt, dass 4500 Soldaten näher an das westafrikanische Unruheland verlegt werden.




Liberias Kindersoldaten
AP

Liberias Kindersoldaten

Washington - Das US-Außenministerium warf den Rebellen vor, das Leid der Bevölkerung rücksichtslos zu vergrößern. Sprecher Philip Reeker forderte die Rebellen auf, den Waffenstillstand einzuhalten. Die USA verurteilten die "rücksichtslose und wahllose Bombardierung Monrovias" durch die Rebellengruppe Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie (Lurd), sagte Reeker.

Die US-Marinesoldaten sollen mit mehreren Schiffen vom Horn von Afrika in das Mittelmeer verlegt werden, von wo aus sie schneller Liberia erreichen könnten. Die Verlegung stelle noch keine Entscheidung über eine mögliche US-Beteiligung an einer internationalen Friedenstruppe dar, betonte ein Pentagonsprecher.

Bisher lehnt Präsident George W. Bush die Entsendung amerikanischer Friedenstruppen nach Liberia ab. Er verlangt zunächst den Rücktritt und die Ausreise von Liberias Präsident Charles Taylor, dessen Armee gegen die vorrückenden Rebellen kämpft.

Bei heftigen Kämpfen in Monrovia waren am Montag mindestens 90 Menschen getötet worden. Zahlreiche Artilleriegeschosse explodierten am Nachmittag im Stadtzentrum, zwei davon nahe der US-Botschaft. Dabei seien drei Menschen verletzt worden, meldete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf das Pentagon.



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