Angriff aus der Luft 28 Tote bei Attacke auf Militärschule in Libyen

Die Rekruten waren gerade auf dem Weg in die Schlafräume, als die Geschosse einschlugen: In Libyen hat es einen verheerenden Angriff auf eine Schule der Armee gegeben. Viele junge Männer kamen ums Leben.
Szene nach der Attacke auf Militärschule: Blutspenden für die Verletzten erbeten

Szene nach der Attacke auf Militärschule: Blutspenden für die Verletzten erbeten

Foto: Mahmud TURKIA / AFP

Schon jetzt ist die Zahl der Todesopfer erheblich, doch angesichts der vielen Verletzten könnte sie noch steigen, so das Militär. Bei einem Luftangriff auf eine Militärschule in Libyens Hauptstadt Tripolis sind am Samstag nach Behördenangaben mindestens 28 Menschen getötet worden.

Bei den Toten handele es sich um Militäranwärter, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums der international anerkannten Regierung in Tripolis, Amin al-Haschemi, der Nachrichtenagentur AFP. Dutzende weitere seien verletzt worden.

Die Militärschüler seien unmittelbar vor dem Luftangriff auf einem Exerzierplatz zusammengetreten und hätten sich dann in Richtung ihrer Schlafräume begeben, sagte al-Haschemi. Das Gesundheitsministerium rief Freiwillige auf, in Krankenhäusern Blut für die Verletzten zu spenden.

Verantwortung für die Attacke ist noch nicht geklärt

Die Streitkräfte der international anerkannten Regierung verbreiteten in den Onlinediensten Fotos der Toten und Verletzten. Sie machten die Truppen des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar für den Angriff verantwortlich. Dessen "Libysche Nationalarmee" bekannte sich allerdings zunächst nicht zu der Attacke.

In Libyen herrscht seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 politisches und militärisches Chaos. Das Land ist praktisch unregierbar. Die international anerkannte Einheitsregierung in Tripolis ist schwach und bekommt weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar und seine "Libysche Nationalarmee" kontrollieren den Osten des Landes, wo auch das Parlament seinen Sitz hat.

Türkei will in Libyen militärisch eingreifen

Haftar startete vor acht Monaten eine Offensive auf Tripolis. Seither wurden nach Uno-Angaben mehr als 280 Zivilisten getötet und mehr als 140.000 Menschen vertrieben. Der Uno-Sicherheitsrat rief zuletzt im Dezember zu einer Waffenruhe in Libyen auf.

Uno-Generalsekretär António Guterres forderte am Freitag alle internationalen Akteure dazu auf, das vom Uno-Sicherheitsrat verhängte Waffenembargo einzuhalten. Einem vertraulichen Uno-Bericht zufolge, den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, verstießen Jordanien, die Türkei sowie die Vereinigten Arabischen Emirate bereits mehrfach gegen das Embargo.

Zuletzt kündigte die Türkei ein militärisches Eingreifen Ankaras an. Der Militäreinsatz soll die international anerkannte Regierung in Tripolis in ihrem Kampf gegen Haftar unterstützen. Am Donnerstag genehmigte das türkische Parlament den Einsatz.

jok/AFP
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