Misshandlungen und Ausbeutung Amnesty gibt EU Mitschuld an Lage in Libyen

In Libyen treiben Menschenhändler ihr Unwesen, das Bürgerkriegsland hat die Lage nicht unter Kontrolle. Amnesty International prangert nun an, die EU-Staaten würden dazu beitragen.

Libysches Lager
REUTERS

Libysches Lager


Bis zu einer Million Männer, Frauen und Kinder werden gegenwärtig in Dutzenden libyschen Lagern festgehalten. Amnesty International wirft EU-Staaten nun vor, Misshandlungen und Ausbeutung von Migranten in dem Bürgerkriegsland zu fördern. Europäische Regierungen unterstützten das libysche Innenministerium und die Küstenwache dabei, Menschen in Haftzentren zu bringen. Dort würden diese systematisch misshandelt und erpresst, teilte die Menschenrechtsorganisation mit.

Damit machten sich die Mitgliedsstaaten wissentlich zu Komplizen eines kriminellen Systems, heißt es. Amnesty forderte ein sofortiges Ende der Kooperationen. Darüber hinaus warf die Organisation der libyschen Küstenwache vor, mit Schleusern zusammenzuarbeiten.

Nach Berichten über Sklavenhandel in dem nordafrikanischen Land war die libysche Regierung außenpolitisch unter Druck geraten. (Hier erfahren Sie mehr zu den Hintergründen.)

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Libyen: Das Land der Menschenhändler

So hatte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron gesagt, die EU und die Afrikanische Union planten konkrete Militär- und Polizeieinsätze, um die inhaftierten Menschen zu befreien. Die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch lehnt das ab.

dop/dpa/Reuters



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