Bengasi Libyens Armee liefert sich Gefechte mit Islamisten

Die libysche Armee hat in Bengasi Stellungen der Islamisten angegriffen, bei den Kämpfen soll ein Schiff der libyschen Marine schwer getroffen worden sein. Das Hafenviertel war zuvor evakuiert worden.
Kämpfe in Bengasi: Erneut Angriffe auf Islamisten

Kämpfe in Bengasi: Erneut Angriffe auf Islamisten

Foto: ESAM OMRAN AL-FETORI/ REUTERS

Bengasi - Nahe des Seehafens der Stadt Bengasi im Osten Libyens sind am Montag heftige Kämpfe ausgebrochen. Die Armee griff mit Unterstützung von Anhängern eines ehemaligen Generals islamistische Gruppen an. Dutzende Bewohner verließen die Stadt, nachdem die Armee die Evakuierung des Hafenviertels angeordnet hatte. Dort hatten sich die Islamisten nach zwei Wochen erbitterten Kämpfen laut Angaben von Militärangehörigen verschanzt.

Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete, soll die libysche Armee Panzer und Artillerie in Bengasi aufstellen. Bei den Gefechten soll auch ein Schiff der libyschen Marine getroffen worden sein, das im Hafen von Bengasi lag. Demnach sei Rauch aus dem Gelände des Hafens aufgestiegen. Er sei aus dem Bereich gekommen, in dem die Armee zuvor schwere Geschütze aufgefahren hatte, um die Stellungen der Islamisten anzugreifen. Unbestätigt sind noch Gerüchte, nach denen das getroffene Schiff gesunken sein soll.

Bereits vor zwei Tagen gab es heftige Gefechte in der Stadt. Die libysche Armee hatte im Vorfeld der Großoffensive die Räumung von Teilen der hart umkämpften Stadt angeordnet. Anwohner hätten das Gebiet zwischen dem Viertel As-Sabri im Norden bis zum Hafen im Zentrum der Stadt verlassen müssen, berichtete die libysche Nachrichtenseite Al-Wasat unter Berufung auf einen Armeesprecher.

In der ostlibyschen Stadt liefern sich seit Monaten Nationalisten und Islamisten erbitterte Kämpfe. Auf der Seite der Islamisten stehen mehrere aus der Rebellion gegen den Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 hervorgegangene Milizen. Für die Nationalisten kämpfen sowohl reguläre libysche Soldaten als auch Anhänger des abtrünnigen Armeegenerals Chalifa Haftar.

mia/Reuters/dpa
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