Gewalt in Tripolis Deutsche Botschaft in Libyen soll geöffnet bleiben

Das Auswärtige Amt reagiert auf die anhaltenden Kämpfe in Libyen: Die Sicherheitsmaßnahmen der deutschen Botschaft in Tripolis sollen erhöht werden. Im Gegensatz zu anderen Ländern will Deutschland seine Vertretung jedoch nicht schließen.

Deutsche Botschaft in Tripolis: 2011 zeitweise geschlossen
DPA

Deutsche Botschaft in Tripolis: 2011 zeitweise geschlossen


Berlin/Tripolis - Trotz der erneuten Kämpfe in Libyen will Deutschland seine Botschaft in der Hauptstadt Tripolis geöffnet halten. Allerdings beschloss der Krisenstab im Auswärtigen Amt, die Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen. Details nannte das Ministerium am Mittwoch nicht. Nach offiziellen Schätzungen halten sich derzeit mehr als hundert Bundesbürger in dem nordafrikanischen Krisenstaat auf. Das Auswärtige Amt sprach von einer Zahl "im niedrigen dreistelligen Bereich".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich besorgt über die neuen Auseinandersetzungen. Ein Abdriften in noch mehr Gewalt und Chaos könne nur durch einen Dialog verhindert werden, sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Die Gewalt muss deshalb aufhören", so Steinmeier. Dazu gehöre auch Respekt vor den noch immer schwachen demokratischen Institutionen des Landes.

Die US-Regierung bereitet dagegen eine Evakuierierung ihrer Botschaft vor. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emiratehatten bereits am Montag ihre diplomatischen Vertretungen geschlossen und ihre Diplomaten vorsorglich abgezogen, wie die libysche Nachrichtenagentur Lana berichtete.

In Libyen kam es in den vergangenen Tagen zu Kämpfen zwischen den Truppen von Ex-General Chalifa Haftar und islamistischen Milizen. Am Mittwoch wurden aus Tripolis Schüsse und Explosionen gemeldet. Seit dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 sorgen bewaffnete Gruppen und Milizen immer wieder für Unruhen.

In dem nordafrikanischen Land soll am 25. Juni ein neues Parlament gewählt werden. Das teilte die Wahlkommission am Dienstagabend mit. Die Libyer hätten bereits im vergangenen Winter ein neues Parlament wählen sollen. Die Abgeordneten beschlossen stattdessen eigenmächtig eine Verlängerung der Legislaturperiode.

brk/dpa



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