Libyen Gaddafi-Sohn Saif al-Islam zum Tode verurteilt

Der Diktatorensohn Saif al-Islam ist in Libyen zum Tode verurteilt worden. Die Richter in Tripolis sprachen ihn wegen Mordes und Korruption schuldig.
Saif al-Islam Gaddafi im Gericht: Auslieferung gefordert

Saif al-Islam Gaddafi im Gericht: Auslieferung gefordert

Foto: STRINGER/ Reuters

Ein Gericht in Libyen hat den Sohn des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, zum Tode verurteilt. Gegen das Urteil kann er Berufung einlegen.

Die Richter befanden den Diktatorensohn unter anderem des Mordes und der Korruption für schuldig. Sie verurteilten zudem acht Vertraute des langjährigen Machthabers Gaddafi zur Hinrichtung durch ein Erschießungskommando. Darunter sind der frühere Regierungschef Baghdadi al-Mahmudi und der ehemalige Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi. Ihnen wurden Verbrechen während des blutig bekämpften Aufstands gegen Gaddafi 2011 vorgeworfen.

Saif al-Islam wird seit seiner Gefangennahme Ende 2011 in der westlibyschen Stadt Al-Sintan festgehalten. Kurz zuvor war sein Vater Muammar al-Gaddafi mit 69 Jahren in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen erschossen worden.

Der Prozess gegen den Sohn hatte im April in der libyschen Hauptstadt begonnen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte die Auslieferung Saif al-Islams gefordert - vergeblich. Er sollte sich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor der internationalen Justizbehörde verantworten. Menschenrechtsgruppen befürchten, dass Saif al-Islam in Libyen kein faires Verfahren bekommt.

Er erschien aus Sicherheitsgründen nie persönlich vor den Richtern, sondern nahm zeitweise per Videoschalte an den Verhandlungen teil.

Seit dem Sturz Gaddafis ist Libyen in einen Bürgerkrieg geraten, in dem sich mittlerweile zwei rivalisierende Regierungen und Parlamente gegenüberstehen. Zudem kämpfen mehrere Milizen um Einfluss in dem nordafrikanischen Land.

heb/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.