Libyen Türkische Schiffe und Flugzeuge sind für General Haftar "feindliche Ziele"

Der Warlord Haftar wirft der Türkei vor, seine Rivalen in Libyen zu unterstützen. Nun hat er seine Truppen angewiesen, türkische Schiffe, Flugzeuge und Einrichtungen als feindlich anzusehen.

Der libysche General Khalifa Haftar
Ivan Sekretarev/AP/dpa

Der libysche General Khalifa Haftar


Die Truppen von General Khalifa Haftar haben im Kampf um die Macht in Libyen ihre Haltung zur Türkei verschärft. "Alle Schiffe und türkischen Flugzeuge sind von nun an feindliche Ziele", teilte sein Sprecher Achmed al-Mesmari mit.

Verkehrsflüge zwischen beiden Ländern würden verboten und türkische Schiffe dürften nicht mehr in Libyen anlegen. Zudem würden türkische Staatsbürger, die sich in Libyen aufhielten, künftig verhaftet.

Haftar habe die Luftwaffe angewiesen, türkische Schiffe in libyschen Hoheitsgewässern anzugreifen, sagte al-Mesmari laut der Nachrichtenagentur AFP. Auch türkische Firmen und Einrichtungen in Libyen würden von Haftars Truppen künftig "als legitimes Ziel angesehen".

Der General wirft der Türkei vor, seine Rivalen in Libyen zu unterstützen. In dem Land herrscht seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Einheitsregierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens.

Haftar hatte Anfang April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis gestartet, wo die international anerkannte Einheitsregierung ihren Sitz hat. Regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars liefern sich seither erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Nach UN-Angaben wurden bisher mehr als 650 Menschen getötet und 3500 weitere verletzt.

Sowohl Ägypten als auch die Vereinigten Arabischen Emirate lieferten Haftar nach Erkenntnissen der Uno auch militärische Ausrüstung - darunter Hubschrauber - und bauten sogar einen Militärflughafen für ihn. US-Präsident Donald Trump hatte Haftar, der nach Jahren im US-Exil auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, kürzlich in einem Telefonat ebenfalls seine Unterstützung bekundet - obwohl die Vereinigten Staaten sich bislang offiziell immer zur Regierung von Sarraj in Libyen bekannt hatten.

sen/AFP/Reuters/dpa



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