Libyen-Krieg Rebellen starten neue Offensive

Mit Duldung der Nato haben libysche Rebellen mit einer Offensive im Westen des Landes begonnen. Südlich der Hauptstadt Tripolis kam es zu heftigen Kämpfen mit den Truppen von Diktator Gaddafi.

Libysche Rebellen:
AFP

Libysche Rebellen:


Tripolis - Libyens Rebellen haben am Mittwoch einen neuen Vorstoß gegen die Regierungstruppen begonnen. Sie griffen Ziele in der Region Gualitsch rund 50 Kilometer südlich von Tripolis an. Nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP war Artillerie-, Kanonen- und Granatenfeuer zu hören.

Auf Ladeflächen von Kleinlastern, die zum Teil mit großkalibrigen Maschinengewehren oder selbst gebauten Raketenwerfern bestückt sind, setzten sich nach Angaben von Reuters Hunderte Kämpfer am Mittwoch mit dem ersten Tageslicht in Bewegung. Zusammen mit Soldaten zu Fuß, die alte Flinten in Händen hatten, rückten sie am Vormittag in Richtung Kawalisch vor, das von Truppen des Diktators Gaddafi besetzt ist.

Die Offensive begann demnach im Morgengrauen mit dem Abfeuern von Raketen und Granaten auf vermutete Stellungen des Gegners. Jeder Schuss wurde mit dem Ruf "Gott ist groß" kommentiert, dessen Echo sich in den mit Oliven-, Mandel- und Feigenbäumen bewachsenen Hügeln brach. Gaddafis Truppen feuerten als Antwort Grad-Raketen russischer Bauart auf die Rebellen ab.

Die Nato habe zuvor grünes Licht gegeben, woraufhin die Offensive begonnen habe, berichtete ein Mitglied des Revolutionskomitees in der Stadt Sintan. Über dem Kampfgebiet kreisten Nato-Flugzeuge, die jedoch nicht in die Kämpfe eingriffen. Nach Angaben der Rebellen halfen sie, Markierungen zu setzen. Die von den Aufständischen angegriffene Gegend ist von strategischer Bedeutung, da sich dort auch die Garnisonsstadt Gharjan befindet, die als Bollwerk der Regierung in den Bergen von Nafusa gilt.

Die Rebellen wollen auch den strategisch wichtigen Ort Bir al-Ghanam südlich von Tripolis zurückerobern. Dort waren sie von Gaddafis Truppen zurückgedrängt worden. Ein Rebellensprecher hatte erklärt, die Aufständischen wollten die Frontlinie weiter nach Norden in Richtung Tripolis verschieben.

Die Nato gab die Zerstörung von sechs Militärfahrzeugen in Gharjan bekannt, darunter vier Panzer der Gaddafi-Truppen. Vergangene Woche hatte das Militärbündnis seine Angriffe im Westen des Landes verstärkt und innerhalb einer Woche etwa 50 militärische Objekte zerstört.

als/AFP/Reuters



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Transmitter, 06.07.2011
1. Ungereimtheiten
Die Nato bombardiert pausenlos Tripolis (über 4000 Angriffe), die USA haben den libyschen Rebellen über zwei Milliarden Dollar gezahlt, gegen Gaddafi ist ein internationaler Haftbefehl ausgestellt. . . . Und Gaddafi junior tönt in internationalen Medien über die dem Westen bevorstehende Rache Libyens, Gaddafis Truppen schlagen die Rebellenhorden nach wie vor zurück, in Tripolis häufen sich die Demos der Regierungsanhänger und Rebellenführer verhandeln mit Gaddafi über einen Waffenstillstand. Da stimmt doch was nicht!
Kalleblom 06.07.2011
2. Steilvorlage!
Für die ganzen Gaddafi-Versteher, wenn im Text etwas von "Jeder Schuss wurde mit dem Ruf "Gott ist groß" kommentiert, dessen Echo sich in den mit Oliven-, Mandel- und Feigenbäumen bewachsenen Hügeln brach." (Quelle Spiegel) Hoffentlich muss das nicht als Beweis für "Islamisten" und / oder Al Qaida her halten.
Koda 06.07.2011
3. Und in einigen Jahren gibts das zugehörige Computerspiel
mit der Option, die NATO zu Hilfe zu rufen. Klingt vielleicht zynisch, wird aber so kommen.
carahyba, 06.07.2011
4. NATO-Propaganda-Ofensive.
Zitat von sysopMit Duldung der Nato haben libysche Rebellen mit einer Offensive im Westen des Landes begonnen. Südlich der Hauptstadt Tripolis kam es zu heftigen Kämpfen mit den Truppen von Diktator Gaddafi. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,772770,00.html
Die Franzosen haben Vororte des Staedtchens Garyan bombardiert um den Riegel der Gaddafi-Milizen aufzubrechen. Die Berber-Rebellen werden das kaum nutzen koennen, weil sie in jeder Strassenbiegung in Hinterhalte geraten und die "humanitaeren" Bomber ihnen da wenig helfen koennen. Ganze Doerfer die an der Strasse nach Tripolis liegen Plattzubomben wird ihnen auch nicht den Weg freimachen. Die Berber werden in der Ebene, die durch arabische Staemme besiedelt ist, nicht durchkommen. Verzweifelter Versuch nochmal Druck auf Tripolis auszuueben. Das Einzige, was sie erreichen werden, ist dass die Rebellen-Gruppen aufgerieben werden, wohlfeiles Kononenfutter der Franzosen.
xxyxx 06.07.2011
5. Da möchte jemand Karl May sein..
Zitat von KalleblomFür die ganzen Gaddafi-Versteher, wenn im Text etwas von "Jeder Schuss wurde mit dem Ruf "Gott ist groß" kommentiert, dessen Echo sich in den mit Oliven-, Mandel- und Feigenbäumen bewachsenen Hügeln brach." (Quelle Spiegel) Hoffentlich muss das nicht als Beweis für "Islamisten" und / oder Al Qaida her halten.
Wenn ich so etwas lese, dann denke ich nicht an Al Qaida oder Islamisten, sondern an einen breitarschigen Reporter, der sich 2.000km von Libyen entfernt ein stimmungsvolles Schlachtengemälde zusammenfaselt.
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