Libyen Nato-Generalsekretär sieht Gaddafi vor dem Aus

Die Tage von Muammar al-Gaddafi als libyscher Diktator könnten schon bald gezählt sein. Zu diesem Urteil kommt Nato-Funktionär Anders Fogh Rasmussen. Der Machthaber sei isoliert, ausländische Truppen rückten vor. Dazu desertieren immer mehr Soldaten der Regierungsarmee.

Libysche Rebellen im Kampf mit Gaddafi-Truppen: Libyscher Diktator vor dem Aus?
DPA

Libysche Rebellen im Kampf mit Gaddafi-Truppen: Libyscher Diktator vor dem Aus?


Tripolis - Seit Monaten bombardiert die Nato Ziele in Libyen. Nun sieht das Militärbündnis die Herrschaft von Machthaber Muammar al-Gaddafi vor dem Ende. "Er ist zunehmend isoliert in seiner Heimat und im Ausland", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Montag bei einem Nato-Treffen im bulgarischen Varna. Der Einsatz in Libyen zeige Erfolge, fügte Rasmussen hinzu.

Noch am Montag soll der südafrikanische Präsident Jacob Zuma in die libysche Hauptstadt Tripolis reisen, um einen Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu vermitteln. Ein erster Vermittlungsversuch des Politikers war gescheitert.

Doch nicht nur die andauernden Gefechte setzen Gaddafis Truppen zu - auch innerhalb der Streitmacht des Diktators bröckelt es. Am Sonntagabend meldete ein tunesischer Radiosender, 30 libysche Soldaten seien desertiert und mit einem Boot nach Tunesien geflohen.

Am vergangenen Freitag hatten auf die gleiche Weise bereits 22 libysche Armeeangehörige das Land verlassen, darunter etliche hochrangige Offiziere. Die 30 Soldaten erklärten, sie seien bereit, in die von den Aufständischen kontrollierten Gebiete Libyens zu gehen, um dort auf der Seite der Rebellen zu kämpfen.

Unterdessen berichtete das libysche Fernsehen, die Nato habe ihre Luftangriffe auf eine weitere Stadt westlich der Rebellenhochburg Misurata ausgedehnt. Bei Angriffen auf Slitan seien elf Menschen getötet worden, hieß es in dem Bericht. Slitan liegt rund 40 Kilometer westlich von Misurata. Bislang ist die Stadt in der Hand der Gaddafi-Truppen. Auch die Stadt Dschufra soll demnach mittlerweile unter Nato-Beschuss ein. Angaben zum Zeitpunkt der Angriffe wurden nicht gemacht.

Die staatliche libysche Nachrichtenagentur Jana berichtete von neuen Nato-Luftangriffen auf Ziele in den Bezirken Nalut und Dschufra in der Nacht. Die Aufständischen meldeten dagegen in ihren eigenen Medien einen Luftangriff nahe der Stadt Slitan. Dabei sollen zehn Panzer der Gaddafi-Truppen zerstört worden sein.

jok/dpa/AFP/Reuters

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LocoGrande 30.05.2011
1. Ausländische Truppen?
Zitat von sysopDie Tage von Muammar al-Gaddafi als libyscher Diktator könnten schon bald gezählt sein. Zu diesem Urteil kommt Nato-Funktionär Anders Fogh Rasmussen. Der Machthaber sei isoliert, ausländische Truppen rückten vor. Dazu desertieren*immer mehr Soldaten der Regierungsarmee. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765690,00.html
Was machen denn ausländische Truppen in Libyen? Ich dachte, dass es hier um libysche Freiheitskämpfer geht, die gegen die Tyrannei des "Irren" kämpfen und das Land befrieden wollen? Die NATO schützt doch aus der Luft nur die Zivilisten , die sonst von Gaddafi abgeschlachtet würden - oder habe ich da etwas missverstanden?
Moxxo 30.05.2011
2. ...
Zitat von sysopDie Tage von Muammar al-Gaddafi als libyscher Diktator könnten schon bald gezählt sein. Zu diesem Urteil kommt Nato-Funktionär Anders Fogh Rasmussen. Der Machthaber sei isoliert, ausländische Truppen rückten vor. Dazu desertieren*immer mehr Soldaten der Regierungsarmee. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765690,00.html
Moment, seit wann das? Hat sich da jemand verplappert?
anoubi 30.05.2011
3. Krieg
Zitat von sysopDie Tage von Muammar al-Gaddafi als libyscher Diktator könnten schon bald gezählt sein. Zu diesem Urteil kommt Nato-Funktionär Anders Fogh Rasmussen. Der Machthaber sei isoliert, ausländische Truppen rückten vor. Dazu desertieren*immer mehr Soldaten der Regierungsarmee. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765690,00.html
Ich hab schon mehr als einmal gedacht, dass der Krieg sich so lang hinzieht, weil die ja auch kiffenden Kämpfer - auf beiden Seiten - keinen Bock auf sie tötendes Kämpfen haben; daher sehr vorsichtig sind.
schwarzer Schmetterling, 30.05.2011
4. Ups,
Zitat von sysopDie Tage von Muammar al-Gaddafi als libyscher Diktator könnten schon bald gezählt sein. Zu diesem Urteil kommt Nato-Funktionär Anders Fogh Rasmussen. Der Machthaber sei isoliert, ausländische Truppen rückten vor. Dazu desertieren*immer mehr Soldaten der Regierungsarmee. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765690,00.html
da hat sich jemand verplappert und damit noch bewiesen, dass man UN-Resolutionen und Sprüche von Nato-Politiker auf´s Klo hängen kann, wenn sie einen Tag alt sind. Mal im Ernst - lieber sysop - über diese Interventionsstreitkräfte hätten wir gern mehr gewusst. Nicht etwa, dass Herr Moslemhasser Rasmussen da dem Schicksal gerade etwas nachhilft. Und für den Despoten von Tripolis gilt wohl eher - Totgesagte leben länger, schließlich ist der Blitzkrieg schon seit ein paar Wochen siegreich beendet. Oder muss Sarko jetzt bis 4.6. doch noch einen Sieg verkünden? Ist schon schwer, so als Nato, mit dem human bombing.
anoubi 30.05.2011
5. Ausländer
Zitat von LocoGrandeWas machen denn ausländische Truppen in Libyen? Ich dachte, dass es hier um libysche Freiheitskämpfer geht, die gegen die Tyrannei des "Irren" kämpfen und das Land befrieden wollen? Die NATO schützt doch aus der Luft nur die Zivilisten , die sonst von Gaddafi abgeschlachtet würden - oder habe ich da etwas missverstanden?
Dass junge Tunesier und Ägypter, anfänglich keine Soldaten, auf der Seite der libyschen Rebellen kämpfen, war schon Anfang April in Zeitungen zu lesen.
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