Geiselnahme in Tripolis Entführer lassen Libyens Premier Seidan frei

Libyens Regierungschef ist wieder frei. Die Entführer haben Ali Seidan nach mehreren Stunden freigelassen. Ein Kabinettssprecher hat bestätigt, dass die Geiselnahme in Tripolis unblutig beendet wurde. Der Politiker sei bei guter Gesundheit.

Entführungsopfer Seidan: Freilassung nach mehreren Stunden Geiselhaft
AlArabiya

Entführungsopfer Seidan: Freilassung nach mehreren Stunden Geiselhaft


Tripolis - Mehrere Stunden war Ali Seidan in der Gewalt von bewaffneten Kämpfern, nun befindet sich Libyens Regierungschef wieder auf freiem Fuß. Die Regierung in Tripolis hat bestätigt, dass die Entführung des Premiers am Donnerstagvormittag unblutig beendet wurde. Später tauchte Seidan am Regierungssitz wieder auf, wo er von Anhängern begeistert empfangen wurde.

Milizionäre hatten den Politiker in der Nacht zum Donnerstag aus einem Hotel in der libyschen Hauptstadt verschleppt. Sie warfen Seidan Korruption und Verstoß gegen "Bestimmungen des Strafgesetzbuchs" vor und bezeichneten die Entführung als Festnahme.

Die Milizen nannten sich "Kommandoraum der Revolutionäre Libyens" beziehungsweise "Kampfbrigade gegen das Verbrechen". Formell sind sie dem Innenministerium unterstellt, handeln aber auf eigene Faust.

Rache für Verschleppung eines Qaida-Kommandeurs

Sie bezeichneten die Geiselnahme als Vergeltung für die Gefangennahme des Qaida-Kommandeurs Abu Anas al-Libi, der am vergangenen Samstag von einem US-Spezialkommando in Tripolis gefangen und außer Landes gebracht worden war.

Seidan hatte daraufhin von den USA die Auslieferung Libis in sein Heimatland gefordert. Der Appell verhallte ungehört, wie so oft. Denn der Premier ist ein Regierungschef ohne große Macht. Zwei Jahre nach dem Sturz des Despoten Muammar al-Gaddafi haben Milizen im Land das Sagen, die um Geld und Macht konkurrieren.

Seidan steht seit November 2012 an der Spitze der libyschen Regierung. Er ist ein Technokrat ohne große Hausmacht. Seine westlichen Gesprächspartner schätzen ihn als liberal denkenden Politiker. Nur kann er seine Vorstellungen gegen den Widerstand der Milizen und islamistischer Gruppen nicht durchsetzen.

syd

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p.donhauser, 10.10.2013
1.
Zitat von sysopAlArabiyaLibyens Regierungschef ist wieder frei. Die Entführer haben Ali Seidan nach mehreren Stunden freigelassen. Das berichten das Staatsfernsehen und die amtliche Nachrichtenagentur in Tripolis unter Berufung auf Regierungskreise. http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-premierminister-ali-seidan-nach-entfuehrung-auf-freiem-fuss-a-927111.html
wie es scheint, folgt auf den frühling ein langer,strenger winter.
Volker von Alzey, 10.10.2013
2.
Zitat von p.donhauserwie es scheint, folgt auf den frühling ein langer,strenger winter.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Westen dem verrückten Ghadaffi nachtrauert.
Kriegsgegner 10.10.2013
3. Zu Volker von Alzey...
nicht Ghaddafi war verrückt, sondern das amerikanischeRegime mit seinem Vorsteher FNP Obama spielt immer verrückter. Die amerikanischen Geheimdienste kid- nappen auf fremdem Territorium und der Präsident selbst verwaltet eine willkürlich und jeder Legalität Hohn sprechende Todesliste. Unerhört wie sich dieser angebliche "Friedensengel" im Namen der sogenannten "freiheitlichen Welt" aufspielt. Hoffentlich muß er da- für nochmal büßen!
ehFrank 10.10.2013
4. Der Westen?
Zitat von Volker von AlzeyEs ist nur eine Frage der Zeit, wann der Westen dem verrückten Ghadaffi nachtrauert.
Dem ist das auch völlig egal, was jetzt mit dem zerstörten Irak passiert. Hauptsache das irakische und libysche Öl wird wieder für Dollar gehandelt (das hatte Saddam Hussein und Gaddafi nämlich gestoppt) und die Gewinne landen "in den richtigen Händen". Die Büchse der Pandora ist geöffnet, vermutlich der Deckel abhanden gekommen. Islamistische Terrorarmeen stehen an der Grenze zur Nato. Die USA haben keine territoriale Invasion zu befürchten.
ehFrank 10.10.2013
5. Der Zauberlehrling wird eines Tages untergehen
Zitat von Volker von AlzeyEs ist nur eine Frage der Zeit, wann der Westen dem verrückten Ghadaffi nachtrauert.
Die von der CIA organisierten und Saudi Arabien finanzierten "Oppositionellen" gegen den lybischen Staat unter Gaddafi haben nach der Zerschlagung des weltweit fast einzigen schuldenfreien Staates ihre Schuldigkeit getan. Das Land wird dem Chaos überlassen und ein Beispiel für Fortschritt ohne Zinsschuld-Abhängigkeit zertrümmert. Die mit den Öleinnahmen finanzierte Infrastruktur, unter anderem das weltweit größte Trinkwasser Projekt Great-Man-Made-River-Projekt wird ausländischen Konzernen zur Beute. Richard Keeble: The Secret War Against Libya
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