Entlassung von Saif al-Islam Strafgerichtshof verlangt Festnahme von Gaddafi-Sohn

In Libyen wurde Saif al-Islam al-Gaddafi freigelassen. Nun fahnden die internationalen Strafverfolger nach dem Sohn des Ex-Diktators - der Haftbefehl aus 2011 sei weiter in Kraft.
Saif al-Islam Gaddafi

Saif al-Islam Gaddafi

Foto: Sabri Elmhedwi / EPA / dpa

Internationale Strafverfolger haben gegen einen erst vor Kurzem aus dem Gefängnis freigelassenen Sohn des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi eine erneute Verhaftung gefordert. Die Chefanklägerin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verlangt die Festnahme von Saif al-Islam al-Gaddafi, der trotz einer Verurteilung zum Tode nach rund fünf Jahren aus der Haft in Libyen freigelassen worden war.

Fatou Bensouda forderte Libyen und alle anderen Staaten dazu auf, Gaddafi "sofort zu verhaften und zu übergeben". Der 2011 ausgestellte Haftbefehl sei trotz der Freilassung weiterhin gültig. Der Internationale Strafgerichtshof hat keine Polizei und setzt auf die Zusammenarbeit der Staaten, um Verdächtige festzunehmen.

Die bewaffnete Gruppe Abu Bakr al-Sadik, die die westlibysche Stadt Sintan kontrolliert, hatte am Wochenende Saif al-Islams Freilassung bekannt gegeben. Sie erfolgte auf der Grundlage eines umstrittenen Amnestiegesetzes, welches das Parlament im Osten Libyens erlassen hatte.

Das Gericht wirft Saif al-Islam al-Gaddafi vor, die brutale Niederschlagung des Aufstands gegen seinen Vater maßgeblich mitgeplant zu haben. Es bemüht sich seit Jahren vergeblich um eine Auslieferung des 44-Jährigen, der lange als möglicher Nachfolger seines Vaters galt.

Der Sohn des Ex-Diktators war 2011 von Milizen festgenommen worden. Im Juli 2015 wurde er wegen Verbrechen während des blutig bekämpften Aufstands gegen seinen Vater zum Tode verurteilt.

apr/AP/AFP
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