Libyen Tote und Verletzte bei Angriff auf Parlament

Beim Angriff auf das libysche Parlament in Tripolis gab es mehrere Tote und Verletzte. Die Angreifer verkündeten die Suspendierung des Nationalkongresses.

Parlamentsgebäude in Tripolis: Angriff der Sintan-Brigaden?
REUTERS

Parlamentsgebäude in Tripolis: Angriff der Sintan-Brigaden?


Tripolis - Mindestens zwei Menschen sind bei dem Angriff auf das Parlamentsgebäude in Tripolis ums Leben gekommen. Das teilte der Justizminister des Landes mit. Mindestens 55 Menschen seien verletzt worden, hieß es weiter.

Bewaffnete hatten das Parlament gestürmt. Libysche Offizielle sagten, es gebe keinen Zusammenhang mit den Unruhen in Bengasi. Dort waren am Wochenende 79 Menschen getötet und mehr als 140 verletzt worden.

Nach Schilderungen von Augenzeugen und eines Abgeordneten fuhren die nicht uniformierten Angreifer mit mehreren Fahrzeugen vor dem Gebäude auf. Über dem Parlament stieg Rauch auf. Offenbar wurde ein angrenzendes Gebäude in Brand gesetzt.

"Wir, Mitglieder der Armee und Revolutionäre, verkünden die Suspendierung des Allgemeinen Nationalkongresses", sagte am Abend ein Oberst, der offenbar zu den Angreifern gehört. Nach Angaben von Zeugen handelt es sich um Mitglieder der Sintan-Brigaden. Diese hatten am bewaffneten Aufstand gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi teilgenommen, der im Jahr 2011 mit Unterstützung der Nato gestürzt wurde. Die Sintan-Brigaden kontrollieren Gebiete um den Flughafen von Tripolis.

isa/Reuters/AP/AFP

insgesamt 8 Beiträge
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sokrates. 19.05.2014
1. westerwelle hatte recht
wir erinnern uns noch, was für eine schlechte presse der damalige deutsche aussenminister bekam als deutschland sich im un-sicherheitsrat zur libyenfrage enthalten hat. wie sich jetzt zeigt hatte er recht...
hotgorn 19.05.2014
2. vertrauenskrise
Das Ende des Diktators Gaddafi macht die ganze verletzende Politik des Westen sichtbar. Unser Demokratie Gedanke wird leichtfertig weggeworfen wenn man damit hausieren geht nur um einen Diktator durch Gruppen von warlords zu ersetzen. Durch das Chaos in Libyen macht man sich auch noch paradoxerweise abhängiger von russischem und saudischen Öl. Gaddafis fliegende Panzer die samt Insassen in der Wüstensonne verkohlt dastehen, kein Menschenleben wurde dadurch gerettet keine Ungerechtigkeit schneller beendet.
bumminrum 19.05.2014
3. nach dem Sturz
des kranken Diktators kam nicht die Demokratie sondern das Chaos. Für die einfachen Bürger ist das Lebens jetzt bestimmt schlechter geworden. Soweit denkt aber anscheinend auch niemand bevor er Bomben wirft. Ein Übel wurde gegen das andere getauscht. Was bringen diese Einmischungen des Westens??
warum_denkt_keiner_nach? 19.05.2014
4. Fortschritt
Das ist NATO gestützte Demokratie in Reinkultur. Vielleicht sollten die Ukrainer mal darüber nachdenken?
Markenbox 19.05.2014
5. Ach ja
Der arabische Frühling. Eine Großtat von Westerwelle, dass er diesen Unsinn nicht mit herbeigebombt hat.
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