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Aischa Gaddafi: Wüstenprinzessin im Exil

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Libyscher Ex-Diktator Gaddafi laut Tochter Aischa "in bester Stimmung"

Von Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi fehlt jede Spur - jetzt preist seine Tochter den ungebrochenen Kampfeswillen ihres Vaters: Der gestürzte Machthaber sei "in bester Stimmung", sagte Aischa al-Gaddafi in einer Botschaft. Die 36-Jährige war hochschwanger nach Algerien geflüchtet.

Tripolis - Der libysche Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ist nach Angaben seiner Tochter bei guter Gesundheit. Ihr Vater kämpfe an der Seite seiner Anhänger gegen die Revolutionstruppen, erklärte Aischa al-Gaddafi in einer am Freitag veröffentlichten Audiobotschaft.

In ihrer ersten Nachricht seit dem Fall der Hauptstadt Tripolis vor einem Monat bezeichnete sie die neuen Führer des Landes als Verräter und erklärte, einige von ihnen hätten dem Gaddafi-Regime angehört, bevor sie im Bürgerkrieg übergelaufen seien.

"Ich versichere Ihnen, es geht im gut, er ist gläubig und guten Mutes, trägt seine Waffe und kämpft Seite an Seite mit den Kriegern", sagte Aischa al-Gaddafi in der vierminütigen Botschaft, die von dem in Syrien ansässigen Fernsehsender Rai ausgestrahlt wurde, dem inzwischen wichtigsten Sprachrohr Gaddafis.

Gleichzeitig rief Aischa al-Gaddafi in ähnlichem Wortlaut wie zuvor ihr Vater die "Löwen von Tripolis" und anderen Städten auf, sich gegen die neue Führung des Landes zu erheben. Diese versucht nach wie vor, die letzten Hochburgen des früheren Machthabers zu erobern. Einer der Kommandeure erklärte am Freitag, seine Truppen planten einen neuen Angriff auf die Gaddafi-Bastion Bani Walid.

Deutsche Botschaft in Tripolis öffnet wieder

Gaddafis Tochter war Ende August zusammen mit ihrer Mutter und zwei Brüdern nach Algerien geflohen, wo sie nach Angaben des algerischen Gesundheitsministeriums ein Mädchen zur Welt brachte. Der Aufenthaltsort ihres Vaters ist nach wie vor unbekannt.

In Libyen entspannt sich nach der Machtübernahme der Rebellen unterdessen die Lage weiter: Nach mehr als einem halben Jahr will Deutschland an diesem Wochenende seine Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis wieder öffnen. Außenminister Guido Westerwelle begründete dies am Freitagabend am Rande der Uno-Generalversammlung in New York damit, dass die Beziehungen zum "neuen Libyen" jetzt zügig ausgebaut werden sollten.

Die Botschaft wurde Anfang März, kurz nach Beginn des Aufstands gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi, aus Sicherheitsgründen geschlossen. Alle entsandten Diplomaten wurden abgezogen. Seit Mai arbeitete dann ein deutsches "Verbindungsbüro" in der Rebellen-Hochburg Bengasi. Die Botschaft und das Gelände wurden durch die Unruhen kaum in Mitleidenschaft gezogen.

An diesem Wochenende wird nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt auch der neue Botschafter Rainer Eberle seine Arbeit aufnehmen. Er war bislang auf Posten im Sudan. Die offizielle Wiedereröffnung der Botschaft ist dann für Sonntag geplant. Seit mehreren Tagen ist bereits ein Vorauskommando aus deutschen Diplomaten vor Ort. Libyen hat in Deutschland ebenfalls einen neuen Botschafter.

amz/dapd/dpa
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