Lieberman-Nominierung Gores Umfragewerte steigen

Nun ist er offiziell nominiert worden: Senator Joseph Lieberman soll Al Gores "Running Mate" werden. Die Lieberman-Nominierung hat die Umfragewerte des demokratischen Präsidentschaftskandidaten drastisch steigen lassen.


Umfragewerte für Al Gore steigen
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Umfragewerte für Al Gore steigen

Washington - Nach einer von der Zeitung "USA Today" am Dienstag veröffentlichten Blitzumfrage schrumpfte der 17-Prozent-Vorsprung des republikanischen Kandidaten George Bush nach Bekanntwerden der Lieberman-Nominierung auf zwei Prozent zusammen.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Al Gore hat am Dienstag den langjährigen Senator Joseph Lieberman offiziell zu seinem Vize-Kandidaten ernannt. Damit zieht zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein jüdischer Politiker als zweiter Mann in den Präsidentschaftswahlkampf.

Joe Liebermann mit Ehefrau auf "Werbetour"
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Joe Liebermann mit Ehefrau auf "Werbetour"

In einer Rede in Nashville (Tennessee) würdigte Gore die Erfahrung, Integrität und den Mut des 58-jährigen Lieberman. Er zeigte sich überzeugt, dass sie beide zusammen den republikanischen Kandidaten George Bush und dessen Vize Richard Cheney bei der Wahl im November schlagen würden.

Gore löste mit seiner am Montag geschickt in die Medien lancierten Auswahl fast ausschließlich positive Reaktionen aus. Die Kommentatoren der wichtigsten US-Medien zollten dem Vizepräsidenten Respekt für seine vielfach als mutig umschriebene Entscheidung. Selbst die gegnerischen Republikaner kamen nicht umhin, Lieberman als gute Wahl anzuerkennen. "Aber so gut er auch ist, unser Mann ist besser", meinte Bush-Sprecher Ari Fleischer zwar im CNN- Fernsehen mit Blick auf den republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten Richard Cheney. Doch die wirkliche Entscheidung werde ohnehin zwischen Gore und Bush fallen.

Viele Kommentatoren lobten Gores Wahl als klugen Schritt. Er ermögliche es ihm, sich von den Charakterschwächen Präsident Bill Clintons zu distanzieren, ohne die gemeinsame Politik der letzten acht Jahre zu verraten. Lieberman gilt als gemäßigter Politiker und Anhänger des erfolgreichen Kurses der Clinton-Regierung. Er erregte 1998 aber Aufsehen, als er als erster prominenter Demokrat das Verhalten seines Freundes Clinton in der Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky öffentlich verurteilte.



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