Lindsay Lohan Das schönste Gesicht des Erdoganismus

Lindsay Lohan lässt sich als PR-Botschafterin des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan einspannen. Im Präsidentenpalast von Ankara traf die US-Schauspielerin das Twitter-Mädchen Bana aus Aleppo.

AFP PHOTO / TURKEYS PRESIDENTIAL PRESS SERVICE / YASIN BULBUL

Recep Tayyip Erdogan kann gute Presse und vorteilhafte Bilder gut gebrauchen, schließlich steht er wegen seines autoritären Führungsstils und der Verfolgung Oppositioneller weltweit in der Kritik. Zwei, die ihm diese Bilder verlässlich liefern, sind US-Schauspielerin Lindsay Lohan und die siebenjährige Bana al-Abed, die mit ihren Tweets aus dem umkämpften Aleppo weltbekannt geworden war.

Am Freitagabend empfingen Erdogan und seine Frau Emine die beiden im Präsidentenpalast von Ankara. Bana veröffentlichte auf Twitter ein kurzes Video von dem Treffen, in dem Lohan allen "leidenden Menschen in Syrien und Aleppo und allen Flüchtlingen" ihre Unterstützung zusichert. Sie sollten stark sein wie Bana, fügte die 30-Jährige hinzu.

Lindsay Lohan bezeichnete es als "Traum", von Erdogan und der First Lady eingeladen worden zu sein.

Lohan überreichte dem türkischen Präsidentenpaar hellblaue runde Anstecker mit dem Erdogan-Ausspruch: "Die Welt ist größer als fünf" - eine Anspielung auf die fünf Veto-Mächte im Uno-Sicherheitsrat USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich.

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Besuch in Ankara: Lohan bei Erdogan

Nicht zum ersten Mal entpuppte sich die Schauspielerin als Erdogan-Fan. Während eines Ferienaufenthalts in der Türkei besuchte Lohan im vergangenen Jahr ein Flüchtlingscamp in der Nähe der syrischen Grenze, dokumentierte das in ihren Social-Media-Kanälen und gab mehrere Interviews, in denen sie Erdogan lobte, seiner Kritik an der Dominanz des Uno-Sicherheitsrats Verständnis entgegenbrachte und sich mit Hidschab zeigte.

Was die 30-Jährige zu ihrem Propagandaeinsatz bewegt, ist unklar. Erdogan-Gegner mutmaßen, sie werde dafür bezahlt. Andere mutmaßen, Lohan sei mit einem Türken liiert und zum Islam konvertiert. Für Aufsehen sorgte sie jüngst damit, dass sie sämtliche Einträge in ihren Social-Media-Kanälen löschte. In ihrer Instagram-Biografie waren nur noch zwei Worte zu lesen: "Alaikum salam". Das Foto vom Besuch bei den Erdogans ist der erste Post seit ihrer Social-Media-Pause.

syd/dpa/AFP



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