Griechenland Linksextreme bekennen sich zu Mord an "Morgenröte"-Anhängern

"Der Blutstropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte": Linksextreme haben die Verantwortung für den Doppelmord an Anhängern der griechischen Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" übernommen. Die Tat soll ein Vergeltungsschlag gewesen sein.

Anhänger der "Goldenen Morgenröte": Zustimmung wächst nach Attentat
AFP

Anhänger der "Goldenen Morgenröte": Zustimmung wächst nach Attentat


Athen - Vom fahrenden Motorrad aus hatten Unbekannte Anfang November zwei Mitglieder der griechischen Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" (Chrysi Avgi) erschossen. Jetzt hat sich eine bislang unbekannte Gruppe griechischer Linksextremisten zu dem Anschlag bekannt. Die Tat sei ein Racheakt für den Mord an dem Rapper Pavlos Fyssas gewesen, heißt es in einer Erklärung der "Kämpfenden revolutionären Volkskräfte", die das Nachrichtenportal "Zougla" jetzt veröffentlichte.

Fyssas war am 18. September von einem Anhänger der "Goldenen Morgenröte" vor einem Lokal mit Messerstichen getötet worden. Das sei der "Blutstropfen" gewesen, der das Fass zum überlaufen gebracht habe, heißt es in dem 18-seitigen Statement der Linksextremen. Der Mord sei demnach ein "Wendepunkt" gewesen. Die Polizei hat die Authentizität des Schreibens noch nicht bestätigt.

Auch in der Öffentlichkeit hatte der Mord an dem Musiker für Entsetzen gesorgt. Danach war die Justiz gegen die Partei vorgegangen. Gegen sechs Parlamentsabgeordnete der "Morgenröte" wird inzwischen wegen Bildung einer "kriminellen Organisation" ermittelt, Parteichef Nikos Michaloliakos, sein Stellvertreter und ein weiterer Abgeordneter sitzen in Untersuchungshaft. Nach dem Mord an den beiden 22 und 29 Jahre alten Parteimitgliedern waren Befürchtungen aufgekommen, dass Griechenland weitere heftige Unruhen bevorstehen.

Das Attentat hat der Neonazi-Partei aber auch zu mehr Unterstützung verholfen. Laut einer von Alco für die Sonntagszeitung "Proto Thema" vorgenommenen Umfrage wuchs die Zustimmung von 6,6 auf 8,8 Prozent. Im Juni hatten sie noch 10,8 Prozent der Befragten hinter sich. Die "Goldene Morgenröte" stellt derzeit 18 der 300 Parlamentsabgeordneten und liegt bei der Gunst der Wähler an dritter Stelle. Die nächsten Kommunalwahlen stehen im Mai an, erst 2016 sind Parlamentswahlen vorgesehen.

vks/Reuters/AFP



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Worldwatch 17.11.2013
1. Erschreckende Entwicklungen
Die Extremisten-Auswirkungen der "Friedensnobel-EU" nehmen zu. Aber die Gefahren liegen ja bei den "Populisten", die die Korruption und Unfaehigkeiten der "EU" wie den "Unions"-Nationen anprangern, und die Umverteilungsluege kritisieren.
galeano 17.11.2013
2. Brünin gismus zugusten d. Reichen:Bürgerkrieg die Folge!
Wer die Geschichte des modernen Krisenkapitalismus kennt, wußte, daß der von Milliardärinnen-Amiga Merkel und ihrer Troika betriebene vorläufige Krisenbewältigung in der EU -(Stagnation in der Realproduktion - Wucherung der Finanzspekulation samt Bankenkollaps , Staatsverschuldung und dann:) durch massive Schleifung der Sozialausgaben mit Schonung und gar Förderung der reichen EU-Eliten,also Millionenverarmung und Millionärsverreichung, zur politischen Radikalisierung führen würde- Auf der Ebene der neorechten EU-Radikalisierung indizieren dies u.a. Breivik, Broder, Sarrazin. In immer mehr EU-Ländern krisenablenkende Minderheitenverfolgung(Roma in Ungarn, Frankreich usw.)Dann der Nazimord an einem linken griechischen Musiker. Der Gegenangriff , der jetzt anscheinend erfolgte, war zu erwarten. Vorstufe zum molekularen Bürgerkrieg, von dem der Kapitalismusaffirmative Enzensberger gern schwadroniert. Und der neoliberale -"Extremismus der Mittte"(Zander-in der BRD u.a. FDP,AfD, die Verschärfungen der BfA gegen Hartz.-4 usw.) begünstigt in der kapitalistischen EU letztlich objektiv die faschistische Gewalt, die aus der unheilbaren Krise des Weltkaputtalismus geboren wird. Es wird wohl zu allerlei '"Obristendiktaturen" nicht nur in der EU kommen. Zunächst , um erst mal die Reichen zu sichern, die ersten militanten Widerstandsbemühungen zu ersticken und vor allem auf dem sozialen Widerstand der L i n k e n den Daumen drauf zu halten, weil d e r eben als einziger wirklich die Herrschaft der MilliardärInnen und Millionäre in Frage stellt.. Da die Krise diesmal irreversibel sein dürfte, wird der staatliche "Extermismus der Mitte" den selbstläuferisch schwindenden W e r t reichtum der "leisure class" und auch diese als "Klasse" auf die Dauer aber nicht retten können.
bolzenbrecher 17.11.2013
3. Mitleid für getötete Nazis?
Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Was jedenfalls nicht passieren darf, ist die Wiederholung der Geschichte. Ein zweiter Holocaust muss unter allen Umständen verhindert werden. Notfalls eben auch mit "anderen" Mitteln!!
Lagenorhynchus 17.11.2013
4. Vollidioten
Gerade schien die Morgenröte auf dem absteigenden Ast, da bedienen sich die Antifas mal wieder aus dem Werkeugkasten der Rechten und stabilisieren damit diese Gruppe. Typisch Antifa.
malanda 17.11.2013
5. Ihnen ist schon klar ...
Zitat von bolzenbrecherMein Mitleid hält sich in Grenzen. Was jedenfalls nicht passieren darf, ist die Wiederholung der Geschichte. Ein zweiter Holocaust muss unter allen Umständen verhindert werden. Notfalls eben auch mit "anderen" Mitteln!!
... dass Sie in Ihrem Post einen Mord billigen. Damit fördern Sie eine Kultur, in der Mord als Mittel der "Politik" akzeptiert wird. Sie selbst tragen dazu bei, Menschen zu radikalisieren.
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