Präsidentschaftswahl in Litauen Kandidaten müssen in Stichwahl - Ministerpräsident tritt zurück

Wer wird Präsident in Litauen? Bei der Abstimmung setzte sich keiner der Kandidaten klar durch, nun kommt es zur Stichwahl. Auch der Ministerpräsident war angetreten - kam aber nicht in die nächste Runde.

Strahlender Gewinner der ersten Wahlrunde: Gitanas Nauseda
Mindaugas Kulbis/ DPA

Strahlender Gewinner der ersten Wahlrunde: Gitanas Nauseda


Bei der Präsidentenwahl in Litauen hat keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht - damit kommt es nun zu einer Stichwahl in zwei Wochen: Am 26. Mai werden der Wirtschaftsexperte Gitanas Nauseda und die ehemalige Finanzministerin Ingrida Simonyte gegeneinander antreten.

Der bisherige Regierungschef Saulius Skvernelis war ebenfalls angetreten. Er schaffte es allerdings nur auf Platz drei und damit nicht in die Stichwahl. Der parteilose Politiker kündigte seinen Rücktritt als Ministerpräsident für den 12. Juli an. "Dass es mir nicht gelungen ist, in die zweite Runde einzuziehen, ist eine Bewertung von mir als Politiker", sagte Skvernelis dem Sender LRT.

Nauseda und Simonyte galten vor der Abstimmung als Favoriten. Laut dem vorläufigen Endergebnis der Wahlkommission kam Nauseda auf 31 Prozent der Stimmen und lag damit vor Simonyte, die auf 30,1 Prozent der Stimmen kam. Skvernelis erreichte dem vorläufigen Ergebnis zufolge nur etwas mehr als 20 Prozent.

Ingrida Simonyte, ehemalige Finanzministerin Litauens, bei der Stimmabgabe
Mindaugas Kulbis/ DPA

Ingrida Simonyte, ehemalige Finanzministerin Litauens, bei der Stimmabgabe

Insgesamt hatten sich neun Kandidaten um die Nachfolge von Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite im höchsten Staatsamt in dem Ostseeanrainer beworben. Sie ist nach wie vor bei vielen Litauern beliebt, durfte aber nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Wahlberechtigt waren knapp 2,5 Millionen Menschen. Die Beteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission in Vilnius bei 56,5 Prozent.

Der Präsident hat in Litauen zwar keinen Einfluss auf das politische Tagesgeschäft. Er ist aber zuständig für die Außenpolitik und vertritt das Land bei EU-Gipfeln. Zudem ernennt er Minister, Richter und die Chefs der Streitkräfte und der Zentralbank. Dabei muss er sich allerdings meist mit dem Ministerpräsidenten oder dem Parlament abstimmen.

Während des Wahlkampfes hatten sich alle Kandidaten als überzeugte Pro-Europäer und Unterstützer der Nato präsentiert. Die Mitgliedschaft im Militärbündnis gilt vielen Litauern als Absicherung gegen den übermächtigen Nachbarn Russland.

aar/dpa/AFP/Reuters



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