China Frau von Friedensnobelpreisträger Liu fordert Freilassung

Seit der chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo 2010 den Friedensnobelpreis erhielt, sitzt seine Frau in Hausarrest. Nun fordert sie in einem Brief Freiheit für sich - helfen soll dabei US-Vizepräsident Biden, der am Mittwoch nach Peking kommt.

Liu Xia (Archivbild von 2010): Ende des Hausarrests gefordert
AP

Liu Xia (Archivbild von 2010): Ende des Hausarrests gefordert


Peking - Die Frau des inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hat ein Ende ihres strengen Hausarrests gefordert. In einer Erklärung verlangte Liu Xia die Freiheit, einen Arzt ihres Vertrauens sehen, arbeiten und mit ihrem Mann über Briefe kommunizieren zu dürfen. Die Botschaft verbreitete am Dienstag ihre in Hongkong ansässige Freundin Zeng Jinyan.

Die Menschenrechtsgruppen Amnesty International, Human Rights Watch und das amerikanische Pen-Zentrum riefen US-Vizepräsident Joe Biden auf, sich bei seinem am Mittwoch beginnenden Besuch in Peking für die Freilassung von Liu Xia und ihrem Mann einzusetzen. Seit der Verleihung des Nobelpreises 2010 an den Bürgerrechtler Liu Xiaobo wird seine Frau in ihrer Pekinger Wohnung festgehalten.

Als Folge leidet die 54-Jährige unter zunehmenden psychischen Problemen, wie Freunde schilderten. "Ich erbitte das Recht, frei einen Arzt aufzusuchen", schrieb Liu Xia. "Ich bitte darum, dass Liu Xiaobo und mir unser Recht gewährt wird, die Briefe lesen zu dürfen, die wir uns schreiben." Auch forderte die Fotografin das Recht, einer Arbeit nachgehen und ein Einkommen beziehen zu dürfen.

Liu Xiaobo war 2009 wegen "Subversion" zu einer Haftstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Den Nobelpreis konnte der Mitverfasser der Charta 08, die tiefgreifende politische Reformen in China verlangt, nicht persönlich entgegennehmen. Der Anwalt der Familie, Mo Shaoping, reichte im November eine Klage gegen die elfjährige Haftstrafe ein.

Biden trifft vor seiner Reise nach Peking am Dienstag in Tokio mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zusammen. Zentrales Thema wird dabei die Schaffung einer chinesischen Luftraumüberwachungszone in dem strittigen Seegebiet über den Senkaku-/Diaoyu-Inseln sein. Sie wird als Kampfansage sowohl an Japan und Südkorea als auch an deren Schutzmacht USA gewertet.

fab/AFP/dpa

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normalo3006 03.12.2013
1. Wer seiner Zeit voraus ist muss in unbequemen Lagern auf sie warten
Frau Liu und andere Dissidenten müssen warten. Die KP-Führung ist im Machtrausch, das gemeine Volk ergeht sich in aggressiven Nationalismus und der Westen ist mit Geschäftemachen mit der lupenreinen Diktatur beschäftigt. Vor der Moral kommt das Geschäft. Doch freies Denken und Reden ist auf Dauer nirgendwo aufzuhalten. China ist eben nur ein 'Spätentwickler' in Sachen Menschenrechten, so wie sein kafkaesker Satellitenstaat Nordkorea ...
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