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23. März 2011, 11:12 Uhr

+++ Liveticker +++

Libysches Fernsehen berichtet von Luftangriffen auf Tripolis

Rauch steigt im Abendhimmel über Tripolis auf, Anwohner berichten von mehreren Explosionen: Laut dem libyschen Staatsfernsehen habe die westliche Militärallianz Angriffe auf die Hauptstadt geflogen. Das britische Militär nennt die libysche Luftwaffe nicht mehr einsatzfähig. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

+++ Schwere Explosionen auf Militärstützpunkt bei Tajura +++

[22.40 Uhr] Die BBC und die Nachrichtenagentur AFP berichten unter Berufung auf Zeugen von schweren Explosionen auf einer Militärbasis in der Tajura-Region. Auf der 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Basis sollen demnach Flammen zu sehen seien. Im Staatsfernsehen hieß es unter Berufung auf Armeeangaben, das von den USA, Frankreich und Großbritannien geführte Kriegsbündnis habe zivile und militärische Ziele in Tajura angegriffen. Wenig später meldete die amtliche libysche Nachrichtenagentur Jana, die Region Tajura, wo sich die größten Militärstützpunkte rund um Tripolis befinden, sei zum zweiten Mal hintereinander aus der Luft bombardiert worden.

+++ Panzer schließen Adschdabiya ein +++

[21:26 Uhr] Wie der Fernsehsender al-Arabiya berichtet, sind Panzer der Streitkräfte von Machthaber Muammar al-Gaddafi am Ost- und Westeingang der Stadt Adschdabiya in Stellung gegangen.

+++ Anwesen Gaddafis bei Luftschlag getroffen +++

[21.20 Uhr] Nach Berichten des Fernsehsenders al-Arabija wurde bei Luftangriffen auf Adschdabiya ein Anwesen von Machthaber Muammar al-Gaddafi getroffen.

+++ Augenzeuge: Gaddafi-Truppen bombardieren Krankenhaus in Misrata +++

[20.52 Uhr] Nach Angaben eines Zeugen sowie eines Rebellensprechers sollen Gaddafis Truppen das Hauptkrankenhaus sowie Häuser in der westlibyschen Stadt Misrata bombardiert. Die Lage dort sei sehr ernst, sagte der Rebellensprecher der Nachrichtenagentur AFP. Panzer seien dabei, das Hospital und Häuser zu beschießen.

+++ Explosionen und Rauch über Tripolis +++

[20.40 Uhr] "Wir hörten vier Explosionen, nach fünf Minuten hörten wir noch mal vier" berichten Anwohner aus Tajoura, einem Vorort im Osten der libyschen Hauptstadt Tripolis. "Anschließend sahen wir Feuer und Rauch", sagten die Bewohner. Auch Reuters-Reporter berichten von dumpfen Aufschlägen in nächster Nähe. Woher die Explosionen kamen, ist noch unklar. Das libysche Staatsfernsehen berichtet, die westliche Militärkoalition würde Luftangriffe gegen militärische und zivile Ziele in Tripolis ausführen. Die Quelle für diese Informationen sei das libysche Militär. Weitere Details wurden nicht bekannt gegeben.

+++ Hillary Clinton: Gaddafi soll Libyen schnellstmöglich verlassen +++

[20.17 Uhr] US-Außenministerin Hillary Clinton drängt Libyens Machthaber Gaddafi, sein Land schnellstmöglich zu verlassen. Sein engstes Umfeld solle "die richtige Entscheidung treffen", so Clinton.

+++ Websites von libyschen Rebellen gehackt? +++

[20.12 Uhr] Über Twitter werden die Gerüchte verbreitet, zwei der wichtigsten Internetseiten der libyschen Opposition seien von Gaddafi Anhängern gehackt worden. Dabei handele es sich um die Seiten "libyafeb17.com" sowie "feb17.info". Der Zugriff auf die Seiten soll aber in Kürze wieder möglich sein.

+++ Koalition will auch außerhalb von Städten angreifen +++

[20.00 Uhr] Die internationale Koalition weitet ihren Militäreinsatz in Libyen aus. Die Streitkräfte von Machthaber Muammar al-Gaddafi sollen jetzt auch außerhalb der Städte Adschdabija und Misurata angegriffen werden. Gaddafis Truppen hätten ihre Attacken auf die zivile Bevölkerung in den beiden Städten verstärkt, um Rebellen auszuschalten, sagte US-Konteradmiral Gerard Hueber. Er ist einer der führenden Kommandeure auf der US-Seite bei der Militäroperation. Gaddafis Bodentruppen führten auch Angriffe "in einer Reihe" anderer Städte durch und brächten dadurch unschuldige Zivilisten in "ernste Gefahr", schilderte Hueber. Die Koalition konzentriere ihre Luftangriffe unter anderem auf motorisierte Einheiten Gaddafis, Boden-Luft-Raketenstellungen sowie darauf, Kommunikationslinien zu kappen.

+++ Mit Einbruch der Dunkelheit steigt die Anspannung in Tripolis +++

[19.45 Uhr] Der Weg von der tunesischen Grenze in die libysche Hauptstadt Tripolis zeugt von den heftigen Kämpfen der letzten Woche: Granaten hätten Häuser und Geschäfte beschädigt, die Stimmung an den Straßensperren sei häufig angespannt, berichtet BBC-Reporter John Simpson, der gerade in Tripolis angekommen ist. Hinweise auf Bombenangriffe habe er jedoch nicht gesehen. In Tripolis herrschte am Nachmittag reger Betrieb auf den Straßen, viele Kinder gingen zur Schule. "Aber es ist klar, dass die Anspannung steigt, wenn die Nacht hereinbricht", so Simpson.

+++ Nato-Staaten einigen sich immer noch nicht +++

[19.25 Uhr] Auch die Beratungen am Mittwoch haben zu keiner Einigung geführt: Am dritten Verhandlungstag konnten sich die 28 Nato-Staaten nicht darauf verständigen, wer die Führungsrolle bei der Durchsetzung der Flugverbotszone gegen das libysche Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi übernehmen soll, gab ein Nato-Diplomat bekannt. Es gebe "keine Entscheidung über irgendetwas". Die Verhandlungen stockten, weil sich die Mitgliedstaaten offenbar nicht darüber einigen konnten, wie umfassend die Militäraktion sein soll. Derzeit haben die USA das Kommando über die Luftangriffe.

+++ Uno-Hilfsfonds für Libyen zu mehr als 60 Prozent finanziert +++

[18.40 Uhr] Der von der Uno angestrebte Fonds von 160 Millionen Dollar (113 Millionen Euro) für humanitäre Hilfe zugunsten von Opfern des Konflikts in Libyen ist zu 63 Prozent finanziert. Die Mittel seien für diejenigen bestimmt, die aus Libyen fliehen, sagte Raschid Chalikow, Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe in Libyen. Deren Zahl beläuft sich mittlerweile auf mehr als 335.000. Die Vereinten Nationen wollen jetzt Experten nach Libyen entsenden, um den Bedarf an humanitärer Hilfe festzustellen. Sie sollen in verschiedenen Regionen des nordafrikanischen Landes prüfen, wie es um die Versorgung der Bevölkerung mit dem Nötigsten steht.

+++ Künast fordert militärisches Engagement Deutschlands gegen Libyen +++

[18.32 Uhr] Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat sich für ein militärisches Engagement Deutschlands zur Überwachung des internationalen Waffenembargos gegen Libyen ausgesprochen. "Die Grünen-Fraktion fragt sich, warum die Bundesregierung uns nicht ein Mandat vorlegt, mit dem seeseitig das Waffenembargo unterstützt wird", sagte Künast. "Wenn man dem libyschen Volk helfen will, muss man dafür sorgen, dass keine Waffen ins Land kommen." Für den Einsatz deutscher Soldaten in militärische Nato-Aktionen zur Durchsetzung des Waffenembargos gegen Libyen wäre ein eigenes Mandat des Bundestages erforderlich - dieses habe die Regierung aber wegen ihres Neins zu einem militärischen Vorgehen nicht beantragen wollen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU).

+++ US-Militär: Bei den Luftangriffen gab es keine zivilen Opfer +++

[18.20 Uhr] Nach den Angaben eines hochrangigen US-Offiziers gibt es keine Berichte über zivile Opfer durch die Luftangriffe auf libysche Städte. Der Schutz von Zivilisten habe höchste Priorität. Das sei auch die Grundlage der Zielauswahl und der Angriffspläne, sagte Konteradmiral Gerard Hueber auf dem Kommandoschiff "Mount Whitney".

+++ Gaddafis Scharfschützen erschießen viele Menschen in Misrata +++

[18.10 Uhr] Heckenschützen von Gaddafi haben in der libyschen Stadt Misrata am Mittwoch 16 Menschen erschossen, berichtet der Sprecher des nationalen Rebellenrates, Hafiz Ghoga. Sechs weitere Menschen seien bei einem Bombardement von Gaddafi-Truppen am Osteingang der Stadt Zintan im Westen des Landes getötet worden, sagte Ghoga bei einer Pressekonferenz in Bengasi.

+++ "Ärzte ohne Grenzen" dürfen nicht nach Libyen einreisen +++

[17.42 Uhr] Die internationale Organisation Médecins Sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen) beklagt, dass es Mitarbeitern nicht möglich sei, nach Libyen einzureisen. Sie hätten bislang keine Genehmigung erhalten, über die tunesische Grenze nach Libyen einzureisen. Einige Hilfslieferungen seien dennoch am Montag in der Stadt Misrata angekommen, berichtet der "Guardian". Nachdem die Kämpfe immer heftiger wurden, hatte ein Ärzteteam die Rebellenhochburg Bengasi letzte Woche verlassen.

+++ Demonstranten in Bengasi danken den Alliierten +++

[17.30 Uhr] In Bengasi bedanken sich viele Menschen am Nachmittag in einer Demonstration bei der internationalen Koalition für ihren Einsatz, berichtet al-Dschasira. Die Einwohner der Stadt wollten damit ihr Einverständnis mit den Luftschlägen der Briten, Amerikaner und Franzosen bekunden.

+++ Steinmeier nennt Libyen-Strategie der Regierung "empörend" +++

[17.13 Uhr] SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier warf der schwarz-gelben Bundesregierung am Mittwoch im Bundestag ein katastrophales Krisenmanagement im Fall Libyen vor. "Wir sind empört darüber, dass die Regierungsparteien dieses Dilemma, in das sie sich durch die Libyen-Abstimmung begeben haben, jetzt auszugleichen versuchen mit einem schnell in den Bundestag eingebrachten Awacs-Mandat für Afghanistan." Mit Blick auf die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag warf Steinmeier Union und FDP Wahlkampftaktik vor: "Da mag die Bundesregierung auf Wahltermine schauen." Die Zustimmung seiner Partei zum Awacs-Einsatz über Afghanistan diene allein dem Schutz der dort eingesetzten deutschen Soldaten, so Steinmeier.

+++ Ausgang der Militäroperation ist laut den USA offen +++

[17.03 Uhr] Ob die Luftangriffe der Allianz gegen das Regime von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi zum Erfolg führen und wann die Militäroperation enden könnte, ist laut US-Verteidigungsminister Robert Gates noch völlig offen. "Niemand ist in der Position, einen Ausgang vorherzusagen", sagte Gates zu Journalisten in Kairo, wo er sich derzeit aufhält.

+++ Libyen-Kontaktgruppe trifft sich in London +++

[16.43 Uhr] Auf der Suche nach einem politischen Lenkungsgremium wird sich die Anti-Gaddafi-Koalition am kommenden Dienstag in London treffen. Alle an dem Zweckbündnis gegen den libyschen Machthaber Gaddafi beteiligten Staaten seien beteiligt, sagte Frankreichs Außenminister Juppé. Im französischen Parlament betonte er: "Gemeinsam mit meinem britischen Kollegen haben wir die Initiative ergriffen und für Dienstag eine Kontaktgruppe nach London eingeladen, der alle an der Aktion beteiligten Länder sowie die Afrikanische Union, die Arabische Liga sowie alle europäischen Länder angehören, die dabei sein wollten."

+++ FDP-Fraktion stimmt Awacs-Einsatz zu +++

[16.19 Uhr] Nach der Union hat auch die FDP-Fraktion grünes Licht für den Awacs-Einsatz in Afghanistan gegeben. Nach Angaben eines Sprechers stimmten die Abgeordneten in einer Sondersitzung den Plänen der Bundesregierung bei zwei Enthaltungen zu. Am Dienstagabend hatte die Fraktion die Entscheidung überraschend vertagt.

Libysche Luftwaffe laut Briten zerstört

+++ Libysche Luftwaffe zerstört +++

[16.04 Uhr] Die britische Luftwaffe berichtet von Erfolgen im Kampf gegen die Truppen von Libyens Machthaber Gaddafi. Einem britischen Kommandeur zufolge ist die libysche Luftwaffe zerstört. "Die libysche Luftwaffe existiert nicht mehr." Die libyschen Bodentruppen seien unter konstanter Überwachung der Briten. Sie würden jedes Mal angegriffen, wenn sie Zivilisten bedrohen.

+++ US-Militär zerbombt abgestürzten Jet +++

[15.53 Uhr] Die US-Armee hat das Wrack ihres am Vortag in Libyen abgestürzten Kampfbombers zerstört. Die Maschine vom Typ F-15 war wegen eines technischen Defekts während eines Einsatzes zur Überwachung der Flugverbotszone abgestürzt. Die Überreste des Flugzeugs sollten "nicht in falsche Hände geraten", hieß es aus dem Militär als Begründung.

+++ Westerwelle dementiert Pläne für Nein im Uno-Sicherheitsrat +++

[15.39 Uhr] Das Bundesaußenministerium hat einen "FAZ"-Bericht dementiert, demzufolge Guido Westerwelle bei der Abstimmung zur Libyen-Resolution im Uno-Sicherheitsrat mit Nein habe stimmen wollen. Die Enthaltung Deutschlands sei von Anfang an eine gemeinsame Abwägungsentscheidung der Bunderegierung gewesen, sagte Westerwelles Sprecher in Berlin. Der Außenminister habe keineswegs von irgend etwas abgebracht werden müssen. Zuvor hatte der Publizist Lothar Rühl in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geschrieben, Westerwelle habe ursprünglich mit Nein abstimmen lassen wollen. Kanzlerin Angela Merkel habe ihm die Enthaltung abringen müssen.

+++ Cameron sieht weitere arabische Staaten im Boot +++

[15.25 Uhr] Der britische Premier Cameron hat mehr Hilfe aus der arabischen Welt für den Einsatz der Alliierten in Libyen angekündigt. Katar habe bereits Flugzeuge geschickt, Jordanien und Kuwait würden "logistische Beiträge" leisten, sagte er in London. Weitere Unterstützung werde bald kommen. "Ich glaube, dass der Wunsch in der arabischen Welt, Menschenleben in Libyen zu retten, nicht nur unter arabischen Führern sondern auch im arabischen Volk sehr groß ist."

+++ Gaddafi-Truppen auf dem Rückzug aus Misurata? +++

[14.56 Uhr] Luftangriffe der Koalition auf Ziele im Westen Libyens haben möglicherweise libysche Regierungstruppen dazu gezwungen, sich aus der Stadt Misurata zurückzuziehen. Augenzeugen in der Stadt berichteten, Bomben hätten die Luftfahrtakademie, ein Gelände neben dem Krankenhaus sowie etliche Panzer getroffen. Andere Panzer seien auf dem Rückzug und würden vor den alliierten Bombenangriffen fliehen. Eine offizielle Bestätigung gab es von Seiten der Koalition zunächst nicht. Der Rückzug aus Misurata wäre nach Einschätzung von Korrespondenten eine Wende in der seit Samstag andauernden Militäroperation der Alliierten in Libyen. Bislang haben deren Luftangriffe die Gaddafi-treuen Truppen nicht davon abgehalten, die Rebellen unter Feuer zu nehmen.

+++ Neue Gefechte in Misurata und Sintan +++

[14.24 Uhr] Die BBC berichtet von neuen Kämpfen in Misurata und Sintan. Die Berichte können allerdings nur schwer bestätigt werden. Gaddafi-treue Scharfschützen würden demnach auf Menschen in Misurata schießen.

+++ Nato-Staaten noch uneins +++

[14.09 Uhr] Die 28 Nato-Staaten haben sich immer noch nicht darüber geeinigt, ob das Nordatlantische Bündnis eine Flugverbotszone über Libyen überwachen soll. "Die Verbündeten setzen ihre Beratungen fort. Es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagt Nato-Sprecherin Oana Lungescu. Die Diskussionen würden "in konstruktivem Geist" geführt.

++++ 97 Lufteinsätze in 24 Stunden +++

[13.54 Uhr] Die internationale Militärallianz gegen Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi hat seit Dienstagmittag fast hundert Lufteinsätze gegen Ziele in dem Land geflogen. In den vergangenen 24 Stunden seien bei 97 Einsätzen Kommandozentralen Gaddafis, Luftabwehrstellungen und Panzer attackiert worden, sagt ein Sprecher der US-Marine an Bord des Kommandoschiffes "USS Mount Whitney" am Mittwochmittag der Nachrichtenagentur AFP. Die Luftangriffe würden fortgesetzt.

+++ Türkei unterstützt Einsatz mit Schiffen +++

[13.47 Uhr] Die Türkei, lange skeptisch gegenüber dem Militäreinsatz in Libyen, will sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Anatolia an der internationalen Operation vor der Küste Libyens beteiligen. Ankara habe fünf Schiffe und ein U-Boot angeboten. Im Mittelmeer will die Nato ein Waffenembargo gegen Tripolis durchsetzen.

+++ Frankreich bekräftigt: Politische Führung nicht bei der Nato +++

[13.41 Uhr] Militärisches Kommando ja, politische Führung nein. Das ist die Haltung der französischen Regierung - und Außenminister Alain Juppé bekräftigt das jetzt. Die Nato diene der Koalition "als Planungswerkzeug" und zur Einsatzführung, sagte Juppé. "Sie wird nicht die politische Führung ausüben." Die politische Führung übernehme ein Ausschuss auf Außenministerebene, den Frankreich tags zuvor angeregt hatte und dem sich auch Staaten der Arabischen Liga anschließen sollten.

+++ Nato-Einsatz hat begonnen +++

[13.27 Uhr] Die Nato hat mit der Durchsetzung des Uno-Waffenembargos gegen Libyen begonnen. Wie das Bündnis in Brüssel mitteilte, patrouillieren Kriegsschiffe vor der libyschen Küste. Für die Operation seien zwei routinemäßig im Mittelmeer operierende Nato-Schiffsverbände abgestellt worden, hieß es.

+++ Weitere Unterstützung aus Arabien +++

[13.24 Uhr] Die internationale Koalition bekommt in Libyen weitere Hilfe aus dem arabischen Raum. Kuwait und Jordanien haben sich nach Angaben des britischen Premierministers David Cameron bereiterklärt, den Einsatz logistisch zu unterstützen.

+++ Arzt zieht Opfer-Bilanz des Vortages +++

[13.20 Uhr] In der westlibyschen Stadt Misrata sind am Dienstag nach Angaben eines Arztes 17 Menschen durch Schüsse von Heckenschützen und Granaten der Gadafi-Truppen getötet worden. Unter den Toten seien auch fünf Kinder, sagte ein Arzt in einem städtischen Krankenhaus am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Der gestrige Tag war eine Katastrophe", sagte der Arzt, der anonym bleiben wollte. "Wir hatten das Gefühl, das sei das Ende, es gab mindestens 17 Tote." Vier Kinder - zwei Mädchen und zwei Jungen - seien mit ihren Eltern in einem Auto vor den Bombenangriffen geflohen und am Dienstagmorgen ums Leben gekommen. Ein weiteres Kind sei ins Krankenhaus eingeliefert worden und am Nachmittag gestorben.

+++ Scharfschützen beschießen Krankenhaus +++

[13.11 Uhr] In Misurata beschießen angeblich Gaddafi-loyale Scharfschützen das Krankenhaus der Stadt. Ein Einwohner sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Scharfschützen die Eingänge ins Visier genommen hätten. Dabei sollen drei Menschen getötet worden sein. Die Angaben lassen sich bisher nicht näher überprüfen.

+++ Einwohner berichten von Angriffen auf Sintan +++

[12.57 Uhr] Die Truppen von Machthaber Gaddafi haben offenbar einen neuen Angriff auf Sintan gestartet. Ein Bewohner der Stadt berichtete der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon, dass die Angriffe aus dem Norden kämen. "Die Stadt ist vollständig umzingelt. Die Lage ist sehr schlecht." Truppen, unterstützt von Panzern und Militärfahrzeugen, seien im Anmarsch. "Wir bitten die Alliierten, hierherzukommen und Zivilisten zu beschützen."

+++ Rebellen ernennen Chef der Übergangsregierung +++

[12.46 Uhr] Der Nationalrat der Rebellen hat Mahmud Dschabril zum Chef einer Übergangsregierung bestimmt, berichtet al-Dschasira. Der Reformer, der sich bereits in der Vergangenheit um die Einführung der Demokratie in Libyen bemüht hat, solle zudem Minister benennen.

+++ Norwegische Flugzeuge unter US-Kommando +++

[12.33 Uhr] Norwegen hat seine sechs Jagdflugzeuge für den internatonalen Militäreinsatz in Libyen einem US-Kommando unterstellt. Ministerpräsident Stoltenberg sagte vor dem Osloer Parlament, die seit Wochenbeginn auf Kreta stationierten Flugzeuge vom Typ F-16 hätten damit ab sofort grünes Licht für Einsätze als Teil des US-Kommandos für Nordafrika. Am Montag hatte die norwegische Regierung alle Einsätze eigener Einheiten wegen der unklaren und vor allem innerhalb der Nato heftig umstrittenen Kommandostruktur bis auf weiteres gestoppt.

+++ SPD will Awacs-Einsatz in Afghanistan mittragen +++

[12.19 Uhr] Die SPD wird dem Einsatz deutscher Soldaten in Awacs-Aufklärungsflugzeugen über Afghanistan im Bundestag wohl zustimmen. Er rechne mit einer ähnlich breiten Mehrheit wie bei der Awacs-Abstimmung vor zwei Jahren, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Oppermann in Berlin. Damals hatten nur 17 Parlamentarier mit Nein gestimmt. Nach seiner Ansicht sind durch die auf ein Jahr befristete Mission die Abzugspläne der Bundeswehr aus Afghanistan nicht berührt.

+++ Gaddafis Truppen erobern Krankenhaus von Misurata +++

[12.06 Uhr] Bei Angriffen der libyschen Armee auf Misurata hat es in der vergangenen Nacht offenbar viele Tote gegeben: 14 Menschen seien umgekommen, 23 weitere seien verletzt worden, berichtete der TV-Sender al-Dschasira unter Berufung auf Rebellen. Der Hafen der Stadt 210 Kilometer östlich von Tripolis werde noch von den Gaddafi-Gegnern kontrolliert. Dagegen hätten die Pro-Gaddafi-Truppen die Kontrolle über das städtische Krankenhaus übernommen. Davor seien Panzer postiert, auf dem Dach stünden Scharfschützen. Die Aufständischen baten die westliche Militärallianz, ein Lazarettschiff nach Misurata zu entsenden. Die Bewohner der Stadt wüssten nicht mehr, wohin sie die Verletzten bringen sollen

Alliierte beschießen Gaddafis Truppen in Misurata

+++ EU vor weiteren Sanktionen gegen Libyen +++

[11.55 Uhr] Die Europäische Union will dem libyschen Machthaber Gaddafi weiter den Geldhahn zudrehen. Die 27 Mitgliedstaaten einigten sich im Grundsatz auf Sanktionen gegen die staatliche libysche Ölfirma NOC, wie ein EU-Diplomat in Brüssel sagte. Die Guthaben der Ölgesellschaft sowie "mehrerer Tochterfirmen" in Europa sollen demnach eingefroren und Geschäftsbeziehungen verboten werden. Die Strafmaßnahmen müssen noch offiziell von den EU-Staaten beschlossen werden, damit sie in Kraft treten können. Bundesaußenminister Westerwelle hat sich wiederholt für ein umfassendes Ölembargo ausgesprochen.

+++ Gaddafis Truppen in Misurata beschossen +++

[11.46 Uhr] In der Umgebung der Stadt Misurata hat es Augzeugen zufolge Attacken der Alliierten gegeben. Ein Kampfbomber soll Panzer- und Artillerie-Stellungen der libyschen Armee angegriffen haben. Ein Einwohner berichtete der Nachrichtenagentur Reuters anschließend, dass die Gaddafi-Getreuen seitdem keinen Schuss mehr auf die Stadt abgegeben haben.

+++ Augenzeugen: Militärstützpunkte in Tripolis angegriffen +++

[11.31 Uhr] Die internationale Koalition hat bei ihren Angriffen auf Tripolis im Morgengrauen zwei Militärstützpunkte im Osten der Hauptstadt attackiert. Libysche Augenzeugen sahen Luftabwehrfeuer. Getroffen wurden ihren Angaben zufolge die Stellungen der Luftabwehr in Ain Zara sowie ein Militärgelände im Viertel Al-Usta Milad. Neben diesem Militärgelände sei das Haus einer Familie getroffen worden. Mehrere Familienmitglieder seien ums Leben gekommen, sagte einer der Anwohner.

+++ Zentralrat kritisiert deutsche Libyen-Haltung +++

[11.16 Uhr] Der Zentralrat der Juden hat die deutsche Zurückhaltung in der Libyen-Frage scharf verurteilt. Mit der Enthaltung im Uno-Sicherheitsrat sei die deutsche Politik den engsten Freunden "illoyal und rechthaberisch" in den Rücken gefallen, sagte Ratspräsident Dieter Graumann "Handelsblatt Online". Dafür habe die Bundesregierung sogar öffentliches Lob von dem "verrückten Verbrecher" Muammar al Gaddafi bekommen. "Wer solche Komplimente bekommt, braucht keine Kritiker mehr."

+++ Nato startet Operation vor libyscher Küste +++

[10.33 Uhr] Die Nato wird im Laufe des Tages ihren Einsatz vor der Küste Libyens zur Durchsetzung des Uno-Waffenembargos beginnen. Dies gaben Vertreter des Bündnisses in Brüssel bekannt. Für die Operation werden zwei routinemäßig im Mittelmeer operierende Nato-Schiffsverbände abgestellt, die jeweils aus zwei Fregatten, sechs Minensuchern und einem Versorger bestehen. Möglicherweise kommen weitere Schiffe hinzu. Die Verbände werden vom regionalen Nato-Hauptquartier in Neapel aus befehligt.

+++ Bundeskabinett beschließt Awacs-Einsatz in Afghanistan +++

[10.04 Uhr] Das Bundeskabinett hat eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr beschlossen. Bis zu 300 Soldaten sollen für Awacs-Aufklärungsflüge zur Verfügung gestellt werden, um die Nato-Bündnispartner in Libyen zu entlasten, berichtet dpa.

+++ Schweden friert libysche Vermögen ein +++

[9.18 Uhr] Schweden hat Vermögenswerte in Höhe von umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro des libyschen Regimes eingefroren. Ein Sprecher der Finanzaufsicht, Jonatan Holst, erklärte, möglicherweise sei noch mehr Geld in Schweden versteckt. Einzelheiten zu den eingefrorenen Summen nannte er nicht. Die Finanzaufsicht hatte die schwedischen Unternehmen aufgefordert, ab dem 2. März alle finanziellen Verbindungen nach Libyen zu melden.

+++ Obama bricht Staatsbesuch wegen Libyen-Krise ab +++

[8.31 Uhr] US-Präsident Obama hat seine Lateinamerikareise vorzeitig beendet. Grund dafür sind der Krieg in Libyen und die US-Beteiligung an der Durchsetzung des Flugverbots. Obamas Berater hatten immer wieder betont, der Präsident sei ganz bei den Kampfeinsätzen der US-Piloten, auch wenn er seine öffentlichen Auftritte in den vergangenen Tagen den Treffen mit den politischen Führern Lateinamerikas gewidmet habe.

+++ Holland hilft Nato mit Kampfflugzeugen +++

[7.55 Uhr] Die Niederlande unterstützen das Eingreifen der Nato in den Libyen-Konflikt mit sechs F-16-Kampfflugzeugen. Um bei der Durchsetzung des Waffenembargos gegen das Gaddafi-Regime zu helfen, schickt Den Haag zudem ein Tankflugzeug und ein Minensuchboot in die Mittelmeer-Region. Insgesamt sollen laut Ministerpräsident Mark Rutte rund 200 Angehörige von Luftwaffe und Marine der Niederlande an den Nato-Operationen teilnehmen.

+++ Ex-Nato-General nennt deutsche Haltung kaum fassbaren Fehler +++

[5.48 Uhr] Der frühere Nato-General Klaus Naumann attackiert mit scharfen Worten die deutsche Haltung zum Libyen-Einsatz. Er sei "maßlos enttäuscht von der handwerklichen Plumpheit" bei der Abstimmung im Uno-Sicherheitsrat und "dem Hintanstellen des Gebots, auf der Seite derer zu sein, die für ihre Freiheit kämpfen", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". "Ich halte es für einen kaum fassbaren Fehler, dass wir uns zum ersten Mal allein gegen die Amerikaner stellen - derweil in Washington darüber nachgedacht wird, ob das Engagement zum Schutz Europas aufrecht erhalten werden soll", betonte Naumann, der von 1996 bis 1999 den NATO-Militärausschuss leitete.

+++ SPD und Grüne wollen libysche Flüchtlinge aufnehmen +++

[5.30 Uhr] Grüne und SPD haben die Aufnahme von Flüchtlingen aus Libyen gefordert. "Es wäre ein wichtiges humanitäres Signal auch an andere EU-Staaten, wenn Deutschland 1000 Flüchtlinge als Soforthilfe aufnimmt", sagte der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Memet Kilic, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". In einem zweiten Schritt gelte es, einen vernünftigen Verteilungsschlüssel innerhalb der EU zu finden, mit dem sich die Flüchtlingsströme aus den Ländern Nordafrikas insgesamt bewältigen ließen. Ähnlich äußerte sich SPD-Innenexperte Sebastian Edathy in der Zeitung. "Die Bundesregierung kann nicht den Widerstand gegen diktatorische Regime begrüßen, sich aber einen schlanken Fuß machen, wenn Menschen dabei in Not geraten."

+++ Westerwelle: Libyen-Abstimmung war "schwierigste Entscheidung" +++

[4.33 Uhr] Außenminister Westerwelle hat die deutsche Enthaltung im Uno-Sicherheitsrat bei der Abstimmung zum Libyen-Einsatz erneut verteidigt. Er begründete sie damit, dass im Fall einer Zustimmung deutsche Soldaten in Libyen hätten kämpfen müssen. "Ich habe diese Entscheidung so getroffen, weil wir uns nicht an einem militärischen Einsatz in Libyen beteiligen werden", sagte der FDP-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Er fügte hinzu: "Das ist bisher meine schwierigste außenpolitische Entscheidung gewesen. Dass sie mir Kritik einbringen würde, wusste ich vorher."

+++ Explosionen erschüttern Tripolis +++

[4.25 Uhr] Die Angriffe der Alliierten auf Tripolis gehen offenbar weiter. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von zwei Explosionen. Unklar ist, wo sie stattfanden. Flugabwehrfeuer sei nicht zu hören gewesen.

+++ CDU-Vorstandsmitglied Laschet kritisiert Merkel +++

[2.24 Uhr] CDU-Vorstandsmitglied Armin Laschet kritisiert die Enthaltung der Bundesregierung beim Libyen-Einsatz. "Dass wir am Ende gegen fast alle EU-Staaten und die USA stehen, das hat es noch nicht gegeben", sagte er der "Rheinischen Post". Deutschland hätte der Resolution der Vereinten Nationen für die Einrichtung einer Flugverbotszone zustimmen können, ohne sich mit eigenen Soldaten beteiligen zu müssen, betonte der Vizechef der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen. "Das haben andere EU-Staaten auch getan." Multilaterales Vorgehen und nationale Entscheidungsfreiheit seien keine Gegensätze.

+++ Gaddafi prüft angeblich Exil-Frage +++

[2.05 Uhr] Staatschef Gaddafi sondiert laut der US-Regierung angeblich die Möglichkeiten für eine Zukunft außer Landes. "Wir haben von Leuten aus seinem Umfeld gehört, die mit Menschen, die sie überall auf der Welt kennen, Kontakt aufnehmen", sagte US-Außenministerin Clinton dem US-Sender ABC. Zwar habe sie keine Informationen, dass Gaddafi selbst Kontakte aufgenommen habe, "aber ich weiß, dass Leute angeblich in seinem Namen die Fühler ausstrecken", sagte Clinton. Ein Teil davon sei sicher nur Theater. Dennoch glaube sie, dass Gaddafi die Optionen prüfen lässt, wohin er gehen könnte. "Und wir würden das unterstützen."

+++ AFP-Journalisten freigelassen +++

[1.16 Uhr] Die beiden seit Samstag von der libyschen Armee festgehaltenen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sind freigelassen worden. Das berichtete ein AFP-Korrespondent. Sie seien in Tripolis auf freien Fuß gesetzt worden. Auch ihr Kollege der Bildagentur Getty ist wieder frei.

+++ Gaddafi verspricht seinen Anhängern den Sieg +++

[0.31 Uhr] Ungeachtet der ständigen Angriffe einer internationalen Streitmacht gibt sich Libyens Staatschef Gaddafi weiter siegessicher. In einer TV-Rede versprach er vor jubelnden Anhängern, die Angreifer zurückzuschlagen. "Wir werden nicht aufgeben. Wir lassen uns nicht terrorisieren. Wir werden sie auf jeden Fall besiegen, auf kurz oder lang", sagte Gaddafi. Er hielt die Rede in der am vergangenen Sonntag bei einem Luftangriff schwer beschädigten Kommandozentrale in Tripolis.

+++ Obama glaubt an baldigen Nato-Einsatz +++

[0.14 Uhr] US-Präsident Obama hat sich zuversichtlich geäußert, dass die USA die Führung der Militäraktion in Libyen innerhalb der kommenden Tage an die Nato übertragen können. Er zweifle nicht daran, dass Washington seinen Beitrag zu der Aktion zurückfahren könne, sagte Obama.

ler/lgr/luk/dpa/AFP/dapd/Reuters

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