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+++ Liveticker zur US-Wahl +++ Klage gegen Wahl-Software in Ohio gescheitert

Obama oder Romney? Amerika hat die Wahl. Unsere Reporter berichten im Liveticker aus Washington, Chicago, Boston und Hawaii. Vor vielen Wahllokalen bilden sich lange Schlangen, an einigen Orten gibt es Probleme mit den Wahlmaschinen. In Ohio ist im letzten Moment eine Klage gegen eine neue Software gescheitert.

+++ Empire State Building begleitet Auszählung mit farbigem Licht +++

[00.46 Uhr] Die New Yorker können in der Wahlnacht mit einem Blick zum Empire State Building die Entwicklung des Ergebnisses verfolgen. An der farblichen Beleuchtung der Spitze des berühmten Wahrzeichens soll dann zu erkennen sein, wer gerade in Führung liegt. Gewinnt Präsident Obama einen Staat, soll die Spitze des Wolkenkratzers entsprechend der Parteifarbe der Demokraten etwas blauer erscheinen, legt Herausforderer Romney zu, wird sie rot angestrahlt.

+++ Romneys Siegesrede steht +++

[00.39 Uhr] Mitt Romney hat bereits am Vormittag eine Siegesrede verfasst, 1118 Worte sei sie lang. Eine Verliererrede schrieb er ausdrücklich nicht, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke. Stunden zuvor war noch berichtet worden, Romney habe für beide Fälle eine Rede vorbereitet. "Wir kämpften bis zum Schluss", sagte er auf dem Weg von Pittsburgh nach Boston an Bord seines Charterjets und prophezeite: "Und deshalb, glaube ich, werden wir Erfolg haben."

+++ Obama-Töchter durften nicht die Schule schwänzen +++

[00.34 Uhr] Obamas Töchter Malia und Sasha sind erst am Nachmittag mit ihrer Großmutter Marian Robinson von Washington nach Chicago geflogen - nachdem sie aus der Schule gekommen waren. Auch an diesem für ihren Vater enorm wichtigen Tag durften sie nicht die Schule schwänzen. Am Abend werde die First Family gemeinsam dinieren, ließ das Weiße Haus verlauten, und anschließend die Wahlergebnisse am Fernsehen verfolgen.

+++ Bei Romney trudeln die ersten Gäste ein +++

[00.29 Uhr] Auf der Wahlparty von Mitt Romney in Boston haben sich die ersten Gäste eingefunden. Sie wirken etwas verloren an den Stehtischen in der riesigen, kalten Steinlobby des Kongresszentrums. Vor der nächtlichen Skyline der Stadt ist inzwischen das Buffet angerichtet. Serviert werden Hühnchenbrust und recht zäher Schweinebraten, dazu Nudel- und Weiße-Bohnen-Salat, gemischter Salat und diverse Olivensorten.

+++ In New Jersey kann bis Freitag gewählt werden +++

[00.17 Uhr] Im US-Staat New Jersey dauert die Wahl noch bis Freitagabend an. Wegen der Probleme bei der Stimmabgabe in den von Hurrikan "Sandy" verwüsteten Gebieten wurde die Frist für die Wahl per E-Mail verlängert. Eine entsprechende Anordnung gab der stellvertretende Gouverneur Kim Guadagno. Demnach können Menschen, die aus zerstörten Gebieten fliehen mussten, ihre Stimme bis Freitag 20 Uhr abgeben, wenn sie einen entsprechenden Antrag in ihrem Bezirk einreichen.

+++ Erste Wahllokale schließen +++

[0.05 Uhr] Im Osten der USA ist die Wahl mancherorts bereits gelaufen. Die ersten Wahllokale sind bereits wieder geschlossen. Die Abstimmung endete um Mitternacht unserer Zeit in ersten Wahlkreisen in den Bundesstaaten Indiana und Kentucky. In den alles entscheidendenden Swing States wird allerdings noch gewählt.

+++ Romney gratuliert Obama zum Wahlkampf +++

[23.56 Uhr] Erst hatte Obama Romney zum Wahlkampf beglückwünscht - und nun revanchierte sich der Herausforderer. "Dieser Präsident hat eine wirklich starke Kampagne gefahren. Ich glaube, dass er ein guter Mensch ist, und wünsche ihm und seiner Familie alles Gute. Er ist ein guter Vater und war ein gutes Vorbild für Väter. Aber es ist Zeit für eine neue Richtung", sagt Romney bei einem Halt in einem Wahlkampfbüro in der Nähe von Pittsburgh.

+++ Probleme in Pennsylvania +++

[23.52 Uhr] In Pennsylvania gibt es offenbar Probleme mit den Wahlmaschinen. Bei einer blinkte hartnäckig der Name Mitt Romney auf, auch wenn der Wähler auf Barack Obama drückte. Ein Wähler habe die Wahlbehörden von dem Problem unterrichtet, sagte ein Sprecher. Ein Video von dem Vorgang kursierte schon bald im Internet auf YouTube. Ein weiteres Problem gab es in Pennsylvania nach Angaben der Behörden bei der Zulassung von Wählern. Ein Richter hob erst kurz vor der Wahl ein Gesetz auf, das einen Lichtbildausweis zur Pflicht machte, um wählen zu können. In mehreren Wahllokalen sollen Helfer aber trotzdem Ausweise verlangt haben.

+++ Tausend Gäste bei Frankfurter Wahlparty +++

[23.34 Uhr] Auch in Hessen hat eine große US-Wahlparty begonnen. Mehr als tausend Deutsche und Amerikaner sind der Einladung des US-Generalkonsulats in Frankfurt am Main gefolgt. Im English Theater wollen sie bis zum frühen Morgen die eingehenden Ergebnisse verfolgen. Generalkonsul Kevin Miles hat den "Election Cake" (Wahlkuchen) inzwischen angeschnitten, um die Wahlnacht offiziell einzuläuten. Das amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt gilt als das größte der Welt. In Hessen leben rund 26.500 US-Bürger.

Wähler in Toledo, Ohio: In dem Swing State wird ein knappes Ergebnis erwartet

Wähler in Toledo, Ohio: In dem Swing State wird ein knappes Ergebnis erwartet

Foto: J.D. Pooley/ Getty Images

+++ Obama geht als Sieger vom Platz +++

[23.27 Uhr] Vier Viertel à zwölf Minuten - und wer hat gewonnen? Klar, der Präsident. Wer sonst. Barack Obama ist bei seinem traditionellen Wahltag-Basketballspiel als Sieger vom Platz gegangen. Mitspieler Alexi Giannoulias verriet das Ergebnis kurz nach dem Schlusspfiff. "Mit ungefähr 20 Punkten Vorsprung" habe das Team des Präsidenten gewonnen, erzählte er Reportern. An den genauen Punktestand konnte sich der Obama-Freund nicht mehr erinnern. "Irgendwas wie 102, 105 oder 108 zu 80 oder so." Giannoulias war übrigens Topscorer. 32 Punkte erzielte er. Das war sogar mehr als Ex-NBA-Star Scottie Pippen. Der kam nur auf 21 Punkte.

+++ US-Wahlparty in München +++

[23.16 Uhr] Hunderte US-Amerikaner läuten in München die Wahlnacht mit einer Party im Amerika-Haus ein. Vor dem Sicherheitscheck hat sich eine lange Schlange gebildet. Drinnen ist das Haus mit US-Flaggen und Luftballons in Blau und Rot geschmückt. Es gibt typisch amerikanisches Essen wie Hot Dogs, Hähnchen und Maiskolben - und bayerisches Bier. Und auch die Vorlieben der Wähler sind schnell klar: Schon eine halbe Stunde nach dem offiziellen Partybeginn waren Barack-Obama-Anstecker vergriffen.

+++ 1020 Dollar für einen Internetanschluss +++

[23.11 Uhr] Im Medienzentrum neben dem Ballsaal im Boston Convention Center, wo Romney diese Nacht feiern will, laufen auf zwei großen Leinwänden stumm die Bilder zweier Kabelsender: CNN und Fox News, die im Kongresszentrum außerdem mehrere eigene Säle angemietet haben. Das linkslastige MSNBC, von den Republikanern verhasst, fehlt natürlich. Bereits jetzt arbeiten im Medienzentrum ein paar Dutzend Reporter. Das Romney-Team hat ihnen pro Sitzplatz 75 Dollar und pro Internetanschluss 1020 Dollar abgeknöpft. TV-Sender müssen für ihren Standplatz im Ballsaal sogar bis zu 6500 Dollar zahlen. Obama in Chicago dagegen bietet den Journalisten freies Wireless-Internet.

+++ Ein geschenkter freier Tag auf Hawaii +++

[23.07 Uhr] Wahltag ist Strandtag - zumindest auf Hawaii. Wellen rauschen, Palmenblätter wiegen sich im Wind, die Sonne scheint. Margie Ignacio hat frühmorgens ihre Stimme abgegeben und macht jetzt mit ihren vier Töchtern ein Barbecue. Am Wahltag müssen Staatsangestellte auf Hawaii nicht arbeiten, und die Schulen bleiben geschlossen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporterin Katharina Peters.

+++ Populärer Statistiker sagt Sieg Obamas voraus +++

[22.57 Uhr] Außer Obama und Romney dürfte an diesem Abend vor allem einer zittern: Nate Silver. Der Statistiker, dessen überaus populäres Blog FiveThirtyEight auf Grundlage von Umfragen die Siegeswahrscheinlichkeit der Kandidaten berechnet, hat sich mit seiner Prognose weit aus dem Fenster gelehnt. Silver sagt einen deutlichen Sieg voraus. Er glaubt, dass Obama mit 313 Wahlmännern aus dem Abend hervorgeht, Romney mit nur 225. Liegt er mit dieser Prognose in der Nähe des tatsächlichen Ergebnisses, dürfte Silvers Einfluss im amerikanischen Polit-Zirkus weiter wachsen. Geht die Wahl anders aus, dürfte seine Reputation schweren Schaden nehmen, prognostiziert SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick. Wie populär seine Vorhersagen sind, weiß auch die "New York Times", auf deren Homepage Silver das Blog betreibt: 20 Prozent des "NYT"-Traffics gehen auf Silvers Seite zurück. "FiveThirtyEight sorgt für erheblichen Traffic", zitiert die "New Republic" die Chefredakteurin der "New York Times", Jill Abramson. "Und was interessant ist: Viele der Besucher kommen nur für Nate."

+++ In Boston glühen schon die Scheinwerfer +++

[22.50 Uhr] Noch ist der Ballsaal im Boston Convention Center leer, in dem Mitt Romney in der Nacht eine seiner beiden vorbereiteten Reden halten will: Die Sieger- oder die Verliererrede. Am Rande der Bühne hat sich bereits eine Band aufgebaut, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke. Sie haben mehrere Bongo-Trommeln dabei - man will also tanzen. Salsa vielleicht? Eine Hundertschaft aus Kamerateams hat sich gegenüber der Bühne auf drei großen, steilen Emporen aufgebaut, ihre gleißenden Scheinwerfer erhellen den Saal schon jetzt. Draußen soll's später ein warmes Buffet geben, für die Getränke müssen die Gäste allerdings selbst zahlen: Wein 7,50 Dollar, Bier 6,75 Dollar (Premium 7,00 Dollar), Alkoholfreies 4,75 Dollar. Für Alkohol gibt es eine strenge Beschränkung: Nur zwei Gläser pro Gast. Es soll also nicht allzu feuchtfröhlich werden.

+++ "Meine Messlatte ist nicht der US-Präsident" +++

[22.38 Uhr] An vielen US-Amerikanern, den Obdachlosen, gehen diese Wahlen komplett vorbei. Einer von ihnen, Richard, sitzt auf einer Bank im Franklin Park in D. C. Seit zwei Jahren ist diese Bank sein Zuhause, erzählt er SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick. Richard hat sich eine Daunendecke um die Hüften gewickelt und eine Mütze so tief ins Gesicht gezogen, als wolle er sich von diesem Tag schon frühzeitig verabschieden. Ein paar Habseligkeiten hat er in einem Einkaufswagen verstaut, daneben hat er ein Schild aufgestellt: Help the homeless. Und die Wahl? "Ach, die Wahl", sagt er. "Was soll ich dazu sagen. Ich kann eh nicht wählen, dazu bräuchte ich einen Ausweis und den hab ich nicht." Im Übrigen sei seine Messlatte nicht der US-Präsident. "Meine Messlatte ist, ob ich tagsüber was zu fressen kriege."

+++ Obama spielt Basketball +++

[22.32 Uhr] Bevor er in die Wahlnacht startet, spielt Obama erst noch eine Runde Basketball. In Chicagos "Attack Athletics"-Sporthalle hat er enge Mitarbeiter und Freunde um sich versammelt, darunter Bildungsminister Arne Duncan sowie seine Kumpels Reggie Love, Alexi Giannoulias und Marty Nesbitt. Außerdem dabei: die früheren Profispieler Scottie Pippen und Randy Brown von den Chicago Bulls. So berichten es mitreisende Reporter.

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Obama gegen Romney: Jetzt haben die Wähler das Wort

Foto: BRIAN CASSELLA/ dpa

+++ Washingtoner Bars laden zum "Mint Rumney" und "Obama Slammer" +++

[22.30 Uhr] Washington bereitet sich auf den Abend vor. Von Northeast bis Chevy Chase stehen unzählige Wahlpartys auf dem Programm. Hotels und Mehrzweckhallen schmücken sich mit Fähnchen, Plakaten und Bildschirmen. Auch die Bars werben um Wähler. "Maddy's Taproom", gleich um die Ecke vom Thomas Circle, bietet zum Beispiel ein so genanntes "President Drink Special" an, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick. Im Angebot ist etwa der "Mint Rumney". Wem Rum nicht schmeckt, kann stattdessen zum "Obama Slammer" greifen. Die Basis: Wodka.

+++ Kursgewinne für Rüstungs- und Energiefirmen +++

[22.26 Uhr] Am Tag der US-Präsidentenwahl haben sich zahlreiche Anleger an den New Yorker Börsen zum Einkauf entschlossen und die Kurse nach oben getrieben. Kursgewinne bei Rüstungs- und Energiefirmen signalisieren, dass einige Anleger auf einen Sieg von Herausforderer Mitt Romney spekulieren, der den Verteidigungsetat deutlich aufstocken will.

+++ Letzte Vorbereitungen für Obamas Wahlparty +++

[22.20 Uhr] Die Chicagoer Wahlparty von Barack Obama steigt im "McCormick Place", dem größten Messe-Zentrum der USA. Rund 15.000 Gäste werden erwartet, darunter 2500 Journalisten. Noch zeigen die überdimensionalen Bildschirme neben der Bühne Testbilder, noch wird gebaut und geschraubt. Im Frühjahr erst empfing der US-Präsident hier die Nato-Partner zum Gipfel.

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+++ "Hass ist ein großer Motivator" +++

[22.12 Uhr] Der streitbare Dokumentarfilmemacher Michael Moore hat den republikanischen Wahlkampf am Dienstag in einer Live-Veranstaltung der "Huffington Post" kommentiert. "Man kann nicht sagen, dass alle Republikaner oder alle, die für Romney gestimmt haben, Rassisten sind", sagte Moore. "Das glaube ich nicht. Aber ich glaube, dass Hass eine großer Motivator auf Romneys Seite ist."

+++ Klage gegen Software-Einsatz in Ohio abgewiesen +++

[21.56 Uhr] Grünen-Kandidat Bob Fritakis, der in Ohio die Nutzung einer neuen Software gerichtlich verhindern lassen wollte, ist mit seinem Last-Minute-Vorhaben gescheitert. Richter Gregory Frost schmetterte die Klage wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale ab. Fritakis habe "null" Beweise für seinen Vorwurf geliefert, dass die Software unsicher sei, so Frost.

+++ Hawaii für Obama +++

[21.42 Uhr] Viele Hawaiianer sind stolz, dass Obama Präsident der USA ist - und die Mehrheit möchte wohl, dass es so bleibt. Obama ist in Honolulu geboren, dort aufgewachsen und schlendert im Urlaub gern an den tropischen Stränden von Hawaii. Das Leben hier hat ihn geprägt, sagt Obama selbst, und viele Einwohner finden das auch. Obama sei sehr offen, gehe auf Menschen zu und könne hervorragend in der Öffentlichkeit sprechen, sagt der 26-jährige Hiilani Montgomery zu SPIEGEL-ONLINE-Reporterin Katharina Peters. "Und er ist ein entspannter Typ. Man merkt sofort, dass er von hier kommt."

+++ Riesen-Leinwände mit Testbild +++

[21.35 Uhr] CNN hat an der historischen Faneuil Hall in Boston eine riesige Digital-Wand aufgebaut. Hier soll die Live-Berichterstattung am Abend gezeigt werden. Noch flimmert allerdings nur ein Testbild. Die alte Markthalle, 1742 erbaut, war früher Schauplatz revolutionärer Reden und Kundgebungen. Ob sich diesmal viele Menschen auf dem Platz davor einfinden, hält SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke für fraglich, die Temperaturen sollen bis zum Nullpunkt gehen.

+++ "Hallo Hattie, hier ist Barack Obama" +++

[21.26 Uhr] Ein paar Szenen von Obamas letztem Telefonwahlkampf am Morgen flimmern in den USA über die Bildschirme. Eine wird besonders oft wiederholt, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick. "Hallo, ist da Hattie? Hier ist Barack Obama", sagt der Präsident ins Telefon. Er muss dann erstmal ziemlich lange zuhören, die Frau am anderen Ende der Leitung scheint einen gewissen Gesprächsbedarf zu haben. Obama muss lachen, er sagt leise zu den umherstehenden Wahlkampf-Helfern: "Ich glaube, sie weiß gar nicht, wer ich bin." Er versucht es noch mal. "Mein Name ist Barack Obama. Wissen Sie, der Präsident?" Dann ist der Groschen bei der Frau offenbar gefallen.

+++ Probleme in New York +++

[21.14 Uhr] Auch in New York City, das als sicher demokratisch gilt, gibt es lange Schlangen vor den Wahllokalen. Richard Awe, ein Krankenpfleger aus Manhattan, berichtete SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke, dass er mehr als eine Stunde am Wahllokal im YMCA an der 14th Street angestanden habe. "Die Schlange ging um die Ecke bis auf die Sixth Avenue." Ähnliche Berichte gab es aus anderen Vierteln. In Hell's Kitchen wurden nach Abgaben von Wählern Wahlzettel aus Papier ausgeteilt und eingescannt, weil die elektronischen Gerätschaften untauglich waren.

+++ Fassungslos über die Europäer +++

[20.58 Uhr] SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick beobachtet zwei Romney-Unterstützer, die sich in Washington bei Caribou Coffee auf der 15. Straße angeregt unterhalten. Dass Obama bei vielen Amerikanern noch immer gut ankommt, verstehen sie nicht. Und dass die Europäer den US-Präsidenten regelrecht lieben, macht sie fassungslos. "Wenn der Bush den Drohnenkrieg so wie Obama forciert hätte, hätten sich die Europäer nicht mehr eingekriegt vor Empörung. Und jetzt? Nix."

+++ Mit der Puderperücke gegen Romney +++

[20.46 Uhr] In Bostons Downtown steht Gary Finneran, der mit Puderperücke und kolonialem Kostüm ausgestattet den Revolutionshelden und ersten Gouverneur von Massachusetts, John Hancock, darstellt. Von SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke auf Hancocks späten Nachfolger Mitt Romney angesprochen, schnaubt Finneran nur: "Meine Stimme geht definitiv an Barack Obama." Selbst mit dem sei er jedoch nicht zufrieden: "Ich mag, was er sagt. Aber ich weiß nicht, ob er es auch halten wird." Generell findet Finneran, die US-Regierung müsse mehr von den Bürgern zur Rechenschaft gezogen werden - wie damals, zu Hancocks Zeiten. Finneran wirbt für den Liberty Trail, einen Rundgang an den historischen Stätten Bostons vorbei. Seine Zeitung zeigt ein Bild der Boston Tea Party von 1773. Dass sich die heutige erzkonservative Tea Party auf die alten Revolutionäre berufe, findet Finneran widerwärtig: "Die haben wirklich nichts gemeinsam."

+++ CNN blickt gespannt nach Virginia +++

[20.29 Uhr] Erster Auftritt von John King: Der Datenmann, der im CNN-Studio für die sogenannte "Magic Wall" mit all ihren Wahlergebnissen, Statistiken und Prognosen zuständig ist, wird an diesem Abend noch oft zu sehen sein. Wie King die Bildschirmwand bearbeitet, wie er rumwischt, draufpiekst, reinzoomt - das ist bei Präsidentschaftswahlen stets großes Kino. Seine These für heute: Es könnte schon recht früh recht schlecht für Romney aussehen. Dann nämlich, wenn er den Swing-State Virginia verliert, wo die Wahllokale schon um 19 Uhr schließen. "Ohne Virginia hätte Romney kaum noch Chancen auf das Weiße Haus", sagt King. "Ohio ist Ground Zero bei dieser Wahl. Aber Virginia ist Ground Sub-Zero."

+++ Probleme in Chicago +++

[20.20 Uhr] In Obamas Heimatstadt Chicago gibt es Computerprobleme. Die Seite der örtlichen Wahlkommission - chicagoelection.com - ist offenbar zusammengebrochen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Sebastian Fischer. Wer trotzdem herausfinden will, in welchem Wahllokal er seine Stimme abgeben darf? Der solle sich bitte schön auf der Seite des Bundesstaats Illinois informieren, rät die Stadt nun. Und tatsächlich, die funktioniert. Noch.

+++ Abstimmung über Marihuana +++

[20.01 Uhr] Es ist nicht einfach, in Romneys Heimatstaat Massachusetts Romney-Unterstützer zu finden, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke. "Wir sind Obamaland", sagt der 28-jährige Web-Designer Brian Morrison aus Chelsea, der gerade selbst für den Präsidenten gestimmt hat. Außerdem hat Morrison sein Kreuzchen neben der "Frage 3" gemacht. Das ist eine Volksabstimmung zur Legalisierung medizinischen Marihuanas. "Wir brauchen Medizin mit Mitgefühl", zitiert Morrison den Slogan der Befürworter. Insgesamt haben sechs US-Staaten an diesem Dienstag Marihuana auf dem Wahlzettel, neben Massachusetts auch New York, Arkansas, Illinois, Ohio und Pennsylvania.

+++ Bibelsongs vorm Weißen Haus +++

[19.55 Uhr] Von der Hysterie der vergangenen Wochen ist ausgerechnet vor dem Weißen Haus gar nichts zu spüren. Die Sonne hat den Lafayette Park in ein herbstliches Licht getaucht. Eine Band spielt auf einer Bühne direkt vor der Machtzentrale ein paar sehr langsame Bibelsongs, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick. "Jeeesus, your leadership is peeeerfect", singt der Frontman, der mit seinem Zottelbart ein bisschen aussieht wie Tom Hanks in "Cast Away". Rund 50 Menschen stehen auf der Wiese vor der Bühne. Manche schunkeln, andere lesen in der heiligen Schrift, wieder andere machen sich an ihr mitgebrachtes Picknick. "Wir beten für die Wahl. Wir beten für die Menschen in den Schlangen vor den Urnen. Wir beten, dass alles reibungslos abläuft heute", sagt der Bärtige auf der Bühne. Der Secret Service guckt kritisch herüber. Ein Mann zündet sich eine dicke Zigarre an. "Kubanisch", sagt er. Er sieht zufrieden aus.

+++ Wählerandrang in Hilo +++

[19.46 Uhr] Hawaii ist bekannt für seine geringe Wahlbeteiligung, aber in der Stadt Hilo strömen die Menschen zu ihrem Wahllokal. Ein Wahlhelfer begrüßt jeden persönlich: "Thank you for voting." Die Stimmung ist gelöst, ganze Familien stehen vor dem Eingang zusammen und lachen. Ein Vater trägt seine vier Monate alte Tochter auf dem Arm. Er hat eben sein Kreuzchen bei Obama gesetzt: "Ich möchte, dass meine Stimme gehört wird."

+++ Gedränge auf dem Rollfeld +++

[19.26 Uhr] Auf dem Flughafen von Cleveland in Ohio findet ein regelrechtes Politiker-Stelldichein statt: Mitt Romney ist mit seinem Jet auf dem Flughafen eingetroffen. Gleich nebenan hat sein Mitstreiter Paul Ryan seinen Flieger geparkt. Und auch die Air Force 2 von Vizepräsident Joe Biden ist da. Alle legen hier im Norden Ohios einen letzten Wahlkampfstopp ein. Der Staat gilt als wichtigster Bundesstaat für den Wahlausgang.

+++ Der teuerste Wahlkampf aller Zeiten +++ Kräftige Gewinne an der Wall Street +++ Ansturm auf die Wahllokale +++

+++ Biden kokettiert mit 2016 +++

[19.17 Uhr] Joe Biden ist stets für eine Überraschung gut. Die Wahl 2012 ist noch nicht gewonnen, da scheint Obamas Vizepräsident schon das Jahr 2016 im Blick zu haben - und zwar als Präsidentschaftskandidat. Auf die Frage, ob er denn nun zum letzten Mal für sich selbst gestimmt habe, antwortete der 69-Jährige: "Nein, ich denke nicht." Vor wenigen Tagen bereits erregte Biden Aufsehen, als er einem republikanischen Wähler in Florida per Telefon versicherte, er wolle ihn jetzt gar nicht überreden, sondern einfach mal Hallo sagen. Doch dann fügte er hinzu: Wenn die Krankenversicherungskosten in den nächsten Jahren fallen würden, "dann wählen Sie mich eben in 2016, wir sprechen uns später". Er ließ ein breites Grinsen folgen.

+++ Engagierte Unterstützer bis zum Schluss +++

Foto: SPIEGEL ONLINE

[19.11 Uhr] Dorothy Willey aus Boston ist froh, dass der Wahlkampf vorbei ist: "Oh mein Gott, ich habe so die Nase voll!" Willey, die früher mal als Deutschlehrerin gearbeitet hat, beklagt die monatelange Schlammschlacht in den USA: "In Europa würde es das nicht geben." Trotzdem wirbt sie noch bis zuletzt vor dem Wahllokal in der City Hall für die demokratische Senatskandidatin Elizabeth Warren; die Wärter achten darauf, dass Willey ordnungsgemäß 15 Fuß von der Tür entfernt bleibt. Dass sie ihre Stimme für die progressive Warren und Präsident Obama abgab, war für sie keine Frage: "Wir brauchen einen demokratischen Präsidenten und einen demokratischen Kongress, sonst drehen die Republikaner die Uhr zurück."

+++ Obama ruft schwarze US-Bürger zur Wahl auf +++

[18.59 Uhr] Während eines Anrufs bei einem Hip-Hop-Radiosender in Florida ruft Präsident Obama die schwarzen Amerikaner auf, ihre Stimme abzugeben. Wählen gehen sei wichtig, um "unsere Gemeinschaft nach vorne zu bringen", sagt er.

+++ Appell an die Wähler +++

[18.43 Uhr] "Get out the vote!" Sowohl Demokraten als auch Republikaner versuchen ihre Unterstützer an die Urnen zu bringen. Vor der American Association of University Women in Washington auf der 16. Straße halten Aktivisten jeden Passanten an und erinnern ans Wählen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick. "Ach, sie kommen aus Deutschland? Da ist die Wahlbeteiligung ja viel höher als bei uns. Wollen Sie mithelfen?"

+++ Kräftige Gewinne an der Wall Street +++

[18.34 Uhr] Viele Anleger an den New Yorker Börsen haben sich zum Einkauf entschlossen und die Kurse nach oben getrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Mittag (Ortszeit) um 1,2 Prozent auf 13.266 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 1430 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,6 Prozent auf 3016 Stellen zu. Auch die europäischen Börsen waren im Bann der US-Wahl. In Frankfurt ging der Dax 0,7 Prozent höher mit 7377 Punkten aus dem Handel.

+++ Aloha, Mr. President! +++

[18.26 Uhr] Nun haben auch in Obamas Heimat Hawaii die Wahllokale geöffnet. In der Stadt Hilo warten bereits zwei Dutzend Menschen vor ihrem Wahllokal, einige mit einer Tasse Kaffee in der Hand, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporterin Katharina Peters. Viele geben ihre Stimme ab, bevor sie zur Arbeit gehen. Ein Mann im geblümten Hawaii-Hemd ist sich sicher: "Hawaii wird Obama wählen." Aber wird er gegen Romney gewinnen? "Es könnte eng werden."

+++ Hinweisschilder in vielen Sprachen +++

Foto: SPIEGEL ONLINE

[18.13 Uhr] Vor einem Wahllokal in der Boston City Hall stehen mehrsprachige Hinweisschilder. Es gibt auch hier eine lange Schlange, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke. Allerdings stehen die Wähler wegen der Kälte im Gebäude an. Massachusetts gehört zu den sicher demokratischen Staaten, hat aber als Heimatstaat Mitt Romneys Symbolwert: Wenn er hier auch unabhängige Wähler von sich überzeugen kann, könnte das ein Zeichen für den Wahlausgang sein.

+++ Teuerster Wahlkampf aller Zeiten +++

[18.05 Uhr] Der US-Präsidentschaftswahlkampf 2012 hat immense Summen verschlungen. Nach Berechnungen des Center for Responsive Politics dürfte das Werben um Stimmen so kostspielig gewesen sein wie nie zuvor: Mit 5,8 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) verschlang der Wahlkampf sieben Prozent mehr als noch vor vier Jahren.

+++ Obama gibt noch Interviews +++

[17.52 Uhr] Barack Obama hat einen Zwischenstopp in Chicagos noblem Fairmont Hotel am Millennium Park eingelegt, um TV-Interviews zu geben. Viele TV-Interviews. In der ersten Runde sind zehn Lokalsender dran: aus Iowa, Ohio, Wisconsin, Florida, Colorado, Nevada. Kein Zufall, dass sie alle aus entscheidenden Swing States kommen.

+++ Romneys Spar-Party +++

Foto: SPIEGEL ONLINE

[17.41 Uhr] Obama-Plakat in Dorchester, einer Arbeitervorstadt im Süden Bostons. Hier sind die Demokraten stark. Trotzdem hält Romney, der von 2003 bis 2007 Gouverneur von Massachusetts war und weiter hier in der Nähe lebt, am Abend in Boston seine Wahlparty ab, im großen Messezentrum am Hafen. Schon die Sause steht im Zeichen des Sparens: "Wie man hört, müssen die Gäste für Getränke und Speisen selbst zahlen", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Marc Pitzke.

+++ Schlangen in Washington +++

[17.29 Uhr] Die Hauptstadt ist Obama-Land. Wie immer dürften die Demokraten auch in diesem Jahr in DC die Oberhand behalten. Die Menschen drängeln sich vor den Wahlurnen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Veit Medick. An der Metropolitan AME Church auf der M Street beträgt die aktuelle Wartezeit mehr als eine Stunde. Einzelne haben Klappstühle mitgebracht, andere sind am Dauertelefonieren, ein arabischer Fernsehjournalist läuft etwas aufgeregt die Schlange auf und ab. "Oh Gott", stöhnt eine Frau ganz hinten. "Ich komm später wieder."

+++ Obama gratuliert Romney zum Wahlkampf +++

[17.12 Uhr] Barack Obama gratuliert seinem Herausforderer Mitt Romney bei einem Besuch in einem Wahlkampfbüro zu einem "beherzten Wahlkampf". "Ich weiß, dass seine Anhänger genauso engagiert und genauso enthusiastisch sind und heute genauso hart arbeiten." Der Präsident ruft Anhänger an und bedankt sich für ihre freiwillige Arbeit für seine Wiederwahl.

+++ Paul Ryan bringt seinen Kindern das Wählen bei +++

[17.05 Uhr] Der Kandidat der Republikaner für das Amt des US-Vizepräsidenten, Paul Ryan, ist mit seinen Kindern zur Wahl erschienen. Der 42-Jährige zeigte zweien seiner drei Sprösslinge, wie die Stimmabgabe genau funktioniert. Ryan wählte zusammen mit seiner Frau Janna in Janesville im Bundesstaat Wisconsin.

+++ Euro kaum verändert +++

[16.54 Uhr] Der Euro-Kurs notierte am Dienstag kaum verändert. Am Devisenmarkt sind die Augen auf die Präsidentschaftswahlen in den USA gerichtet. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2803 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vortag. Zu Wochenbeginn war der Euro bereits auf den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten gefallen.

+++ Obamas Oma in Kenia betet für Wahlsieg ihres Enkels +++

[16.50 Uhr] Die Präsidentschaftswahlen in den USA werden auch im Ausland gespannt verfolgt, doch wahrscheinlich nirgendwo so sehr wie in dem Dorf Kogelo im Westen Kenias. "Ich bete für ihn, dafür, dass ihm Gott zur Seite steht", sagte in Kogelo die 90-jährige Sarah Obama, die Großmutter von US-Präsident Barack Obama. Die alte Dame ist die dritte Frau von Obamas Großvater väterlicherseits. Auch ohne Blutsverwandtschaft sprach der Amtsinhaber stets liebevoll von seiner "Mama Sarah", die in der Grenzregion zu Uganda wohnt. Die prominente Oma wagte sich kurz vor der Wahl kaum aus ihrem Haus und wurde rund um die Uhr von einem Polizisten bewacht. Sie sei "glücklich" mit dem, was ihr Enkel erreicht habe, sagte sie am Dienstag. Die ganze Familie werde zusammen vor dem Fernseher sitzen, bis das Ergebnis bekannt gegeben sei, sagte Said Hussein Obama, ein Onkel Obamas.

+++ Wahlkampf bis zur letzten Minute +++

[16.42 Uhr] Der Wahlkampfkalender des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Romney ist voll bis zur letzten Minute. Nachdem er am Dienstag im US-Staat Massachusetts seine Stimme abgegeben hatte, standen noch Ohio und Pennsylvania auf dem Programm. Dass Ohio ganz oben auf seiner Agenda stand, war kein Zufall. Hier hat er mehr Zeit für seine Wahlkampagne aufgewendet als in jedem anderen Staat. Kein Republikaner hat je die Präsidentschaft errungen, wenn er nicht in diesem Staat gewann.

+++ Verzögerungen in New York und New Jersey +++

[16.37 Uhr] In einigen Teilen der vom Sturm "Sandy" betroffenen Bundesstaaten New York und New Jersey kommt es zu Verzögerungen. Die Wahlhelfer in einem unbeheizten Zelt im New Yorker Bezirk Queens etwa kämpfen eine halbe Stunde mit dem Stromgenerator, bis er läuft.

+++ Erste Wahlergebnisse liegen schon vor +++

[16.26 Uhr] Traditionell liegen bereits zwei Ergebnisse aus dem Bundesstaat New Hampshire vor. Im Ort Hart's Location trug Obama - wie vor vier Jahren - einen ersten Erfolg davon: 23 Bewohner stimmten für ihn, neun für Romney. Unentschieden endete das Rennen im Dorf Dixville Notch nahe der kanadischen Grenze: Auf je fünf Stimmen kamen die Kandidaten. Erstmals in der Geschichte kam es dort zu einem Patt. 2008 ging Dixville Notch noch mit 15 zu 6 an Obama.

+++ Ansturm auf die Wahllokale +++

[16.15 Uhr] Vielerorts in den USA strömen die Bürger zur Wahl. Vor den Wahllokalen bilden sich zum Teil lange Schlangen. Offiziell begann der Wahltag um fünf Uhr morgens Ortszeit (11.00 Uhr MEZ) im Bundesstaat Vermont. Die Bürger von Hawaii und Alaska bilden den Abschluss. In Alaska sind die Wahllokale bis 06.00 Uhr MEZ am Mittwoch geöffnet.

+++ "Sandy" bringt die Wahl durcheinander +++

[16.03 Uhr] Die Folgen des Wirbelsturms "Sandy" haben Auswirkungen auf die Wahl. Allein im Bundesstaat New York mussten rund hundert Wahllokale verlegt werden, weil sie überflutet, zerstört oder ohne Strom waren. An manchen Stellen wurden improvisierte Wahlzelte aufgestellt. Menschen in besonders schlimm betroffenen Gebieten wurden mit speziellen Shuttles zu Wahllokalen gebracht.

+++ Romney wählt in Boston +++

[15.51 Uhr] Mitt Romney ist der Einzige der beiden Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl, der an diesem Tag ins Wahllokal geht. Der Republikaner gibt seine Stimme in einem Wahllokal in einem Vorort von Boston ab. "Ich habe ein gutes Gefühl, was Ohio betrifft", sagt er über den Ausgang in dem wohl wichtigsten Bundesstaat. Er gilt wegen seiner vielfältigen Wirtschafts- und Sozialstruktur als repräsentativ für die gesamten USA. Romney will heute noch zwei Wahlkampfauftritte absolvieren, darunter auch einen in Ohio. Obama hatte bereits im Oktober gewählt. Den Wahltag will Obama in seiner Heimatstadt Chicago verbringen. Dort plant er angeblich ein Basketballspiel mit Freunden und Mitarbeitern.

+++ Wall Street startet fest +++

[15.46 Uhr] Die New Yorker Börsen sind schwungvoll in den Handel gestartet. Gebannt halten die Investoren auch die Abstimmung über einige Sitze im Senat und Repräsentantenhaus im Blick. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg in den ersten Minuten um 0,5 Prozent auf 13.177 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 0,4 Prozent auf 1422 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,1 Prozent auf 3003 Zähler zu. Auch die europäischen Börsen waren ganz im Bann der US-Präsidentenwahl.

Nach einer Wahlschlacht der Superlative wählen die Vereinigten Staaten von Amerika ihren 45. Präsidenten. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am frühen Morgen (Ortszeit) eröffneten an der US-Ostküste die ersten Wahllokale in den umkämpften Bundesstaaten New Hampshire und Virginia sowie in New York, New Jersey, Connecticut, Indiana, Kentucky, Maine und Vermont. Gewählt wird nun bis zum Mittwochmorgen, wenn um 7.00 Uhr nach mitteleuropäischer Zeitrechnung in Alaska die letzten Wahllokale schließen.

ler/AFP/dpa/Reuters
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