Attentat von 1988 Zwei Verdächtige für Lockerbie-Anschlag identifiziert

Bei dem Lockerbie-Anschlag vor 27 Jahren kamen 270 Menschen ums Leben. Nun haben Ermittler zwei Libyer identifiziert, die möglicherweise in das Attentat verwickelt waren. Sie sollen bald befragt werden.

Hilfskräfte an der Absturzstelle der Pan Am-Maschine: Befragung der Verdächtigen
REUTERS

Hilfskräfte an der Absturzstelle der Pan Am-Maschine: Befragung der Verdächtigen


Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug über dem schottischen Lockerbie haben Ermittler eine neue Spur zu den Tätern ausgemacht. Die schottische Polizei und die US-Ermittlungsbehörde FBI haben nach eigenen Angaben zwei Libyer identifiziert, die mit der Tat in Zusammenhang stehen sollen.

Die Männer sollen nun von den Ermittlern in Tripolis befragt werden, teilte die schottische Staatsanwaltschaft mit. Ein entsprechender Antrag sei dem zuständigen Staatsanwalt in der libyschen Hauptstadt übermittelt worden.

Die Boeing 747 der US-Fluggesellschaft Pan Am war am 21. Dezember 1988 auf dem Weg von London nach New York mit 259 Menschen an Bord über der schottischen Kleinstadt Lockerbie explodiert. Am Boden wurden elf weitere Menschen getötet. Über die Hintergründe des Anschlags kursieren noch immer Gerüchte.

Der Libyer Abdel Basset al-Megrahi ist bislang als Einziger für den Angriff auf Pan-Am-Flug 103 verurteilt worden. Er starb 2012 an einer schweren Krankheit.

Das Attentat erfolgte im Zuge einer militärischen Konfrontation zwischen Libyen und den USA, die 1986 zur Bombardierung von Tripolis geführt hatte. Die libysche Regierung des damaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi übernahm 2003 die Verantwortung für den Lockerbie-Anschlag. Bei dem Bemühen um ein Beenden ihrer internationalen Isolation sagte die Regierung zudem zu, den Familien der Opfer insgesamt 2,7 Milliarden Dollar Entschädigung zu zahlen.

vks/Reuters



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