Lösung für Liberia Taylor geht ins Exil

Liberias Präsident Charles Taylor hat nach eigenen Angaben das Angebot Nigerias angenommen, in das Nachbarland ins Exil zu gehen. Damit besteht die Chance auf ein Ende des seit 14 Jahren andauernden Bürgerkriegs.


Monrovia - Er fordere allerdings eine geordnete Machtübergabe in dem krisengeschüttelten Land, sagte Taylor am Sonntag. Taylors Schicksal gilt als Schlüssel für ein Ende des seit 14 Jahren andauernden Bürgerkrieges, in dem sich Regierungstruppen und mehrere Rebellengruppen bekämpfen. Die USA hatten Taylor aufgefordert, seinen Posten zu räumen und erwägen derzeit die Entsendung mehrerer hundert Soldaten nach Afrika. Ein Militärteam sollte am Sonntag nach Liberia reisen, um die Voraussetzungen dazu zu erkunden.

"Wir halten es für nicht unvernünftig, eine geordnete Machtübergabe zu verlangen", sagte Taylor. Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo, der zu Verhandlungen mit Taylor über das Asylangebot nach Monrovia gereist war, sagte, er hoffe, dass Nigeria wegen seines Angebots an Taylor nicht belangt werde. Taylor ist wegen Kriegsverbrechen im Nachbarland Sierra Leone vor einem internationalen Gericht angeklagt. Er wird beschuldigt, im Bürgerkrieg in Sierra Leone Rebellen unterstützt zu haben.

Die Rebellen in Liberia kontrollieren nahezu zwei Drittel des Landes. Allein bei den Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen in und um die Hauptstadt Monrovia sind im vergangenen Monat schätzungsweise 700 Zivilisten getötet worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass rund 97.000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben wurden und in Lagern leben.



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