Britische Premierministerin May London-Attentäter in Großbritannien geboren

Regierungschefin Theresa May gibt neue Details zum Londoner Attentäter bekannt: Der Mann wurde demnach in Großbritannien geboren. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamiert die Tat für sich.

Polizist in Westminster
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Polizist in Westminster


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Der Attentäter, der am Mittwoch im Londoner Parlamentsviertel drei Menschen getötet hat, ist gebürtiger Brite. Auch war er dem britischen Geheimdienst MI5 bekannt. Er sei vor Jahren wegen Verbindungen zum gewalttätigen Extremismus aufgefallen, aktuell aber nicht im Visier der Fahnder gewesen, sagte die britische Premierministerin Theresa May im Unterhaus. Eine Deutsche befindet sich laut May unter den Verletzten.

Wie inzwischen bekannt wurde, beansprucht die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) den Terroranschlag für sich. Ein Soldat des IS habe das Attentat vor dem Parlament als Reaktion auf die Angriffe der internationalen Koalition ausgeführt, teilte Amaq, die sogenannte Nachrichtenagentur des IS mit.

Wie schon nach den Anschlägen in Nizza oder Berlin enthält die Mitteilung kein Täterwissen oder sonstige Hinweise darauf, dass die IS-Führung in Planung und Durchführung des Attentats involviert war.

Eine verletzte Person stammt aus Deutschland

Die Premierministerin sagte vor den Abgeordneten, am Mittwoch habe jemand versucht, "unsere Demokratie zum Schweigen zu bringen, aber heute treffen wir uns hier wie immer". Die beste Antwort auf Terrorismus sei es, der Gewalt millionenfach mit gelebter Normalität zu begegnen.

Dass Schlimmeres verhindert wurde, sei den engagierten Polizisten vor dem Parlamentsgebäude zu verdanken. Der Angreifer sei wenige Meter vor dem Eingang des Parlaments gestoppt worden, sagte May. Polizisten hatten den Angreifer erschossen, nachdem der den unbewaffneten Polizeibeamten Keith Palmer mit einem großen Messer attackiert hatte. Palmer war trotz sofortiger Hilfe wenig später verstorben.

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Der Attentäter war am Mittwoch zunächst auf der Westminster Bridge neben dem Parlament mit einem Auto in Passanten gerast. Dabei starben ein etwa 50 Jahre alter Mann und eine 43 Jahre alte Frau. Die Britin mit spanischen Wurzeln wollte gerade ihre Kinder von der Schule abholen, wie Medien berichteten. Anschließend erstach der Attentäter auf dem Parlamentsgelände den Polizisten.

May würdigte den Polizisten als Helden und sprach seiner Familie ihr Bedauern aus. Vor dem Hauptgebäude von New Scotland Yard fand am Vormittag eine Schweigeminute für den verstorbenen Polizisten statt.

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Die Regierungschefin listete auch die Nationalität der bisher bekannten Verletzten auf: In Krankenhäusern lägen noch zwölf Briten, drei französische Schüler, sowie etliche Verletzte weiterer Nationalitäten - darunter auch aus Deutschland, Polen, Südkorea und den USA.

Das Parlament hatte seine Sitzung am Donnerstagvormittag mit einer Schweigeminute begonnen, war dann aber zur Tagesordnung übergegangen und sprach vor der Rede Mays über Handelspolitik.

cht/mho/syd/AP/dpa



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