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04. Juni 2019, 12:39 Uhr

Staatsbesuch

Großdemos in London gegen Donald Trump

Trump als Riesenbaby, Trump auf einem goldenen Klo: In London lassen die Gegner des US-Präsidenten ihrer Fantasie freien Lauf, Zehntausende Menschen protestieren gegen den Staatsbesuch des US-Präsidenten dabei.

Ein riesiger Protestballon stellt Donald Trump als Baby in einer Windel dar, am Trafalgar Square wurde eine knapp fünf Meter große Figur aufgebaut, die ihn mit heruntergelassener Hose auf einer Goldtoilette zeigt: In London stehen die Massendemonstrationen gegen den Staatsbesuch des US-Präsidenten bevor.

Organisatoren rechnen mit bis zu 250.000 Teilnehmern. Sie werfen dem US-Präsidenten Sexismus und Rassismus vor. Als Redner hat sich auch der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, angemeldet. Aus Protest gegen den US-Präsidenten war er dem Staatsbankett zu Ehren Trumps am Montagabend im Buckingham-Palast ferngeblieben. Millionen Briten hatten eine Petition unterschrieben, um die Visite Trumps zu verhindern.

Video: Twitternder Trump-Roboter bei Protesten dabei

Trump hatte seinen dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien am Montag begonnen. Am Abend wurde er von Queen Elizabeth II. zu einem Staatsbankett im Buckingham-Palast empfangen. Bei den politischen Gesprächen mit Premierministerin Theresa May am Dienstag soll es vor allem um Wirtschaftsfragen gehen. Mit Umweltminister Michael Gove vereinbarte Trump kurzfristig ein Gespräch, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Gove habe zugesagt, zitierte PA eine nicht näher genannte Quelle. Der Umweltminister gilt als ein aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Premierministers. Insgesamt warfen bereits ein gutes Dutzend Bewerber den Hut in den Ring.

Erste Ergebnisse gibt es auch: Trump stellte Großbritannien ein umfangreiches bilaterales Handelsabkommen in Aussicht. Bei einem Treffen mit May und Wirtschaftsvertretern aus beiden Ländern sagte der US-Präsident, er hoffe auf ein "sehr, sehr umfangreiches Handelsabkommen" nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens. "Wir werden es hinkriegen", fügte der US-Präsident hinzu. May warb bei dem Treffen dafür, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern weiter auszubauen.

Im Video: Queen Elizabeth empfängt US-Präsident Trump

Trump hatte den Briten schon am Montag via Twitter versichert, ein "großes Handelsabkommen" mit den USA sei möglich, wenn sie sich erst einmal von den "Fesseln" der EU befreit hätten.

als/dpa/AFP

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