Staatsbesuch Großdemos in London gegen Donald Trump

Trump als Riesenbaby, Trump auf einem goldenen Klo: In London lassen die Gegner des US-Präsidenten ihrer Fantasie freien Lauf, Zehntausende Menschen protestieren gegen den Staatsbesuch des US-Präsidenten dabei.

REUTERS

Ein riesiger Protestballon stellt Donald Trump als Baby in einer Windel dar, am Trafalgar Square wurde eine knapp fünf Meter große Figur aufgebaut, die ihn mit heruntergelassener Hose auf einer Goldtoilette zeigt: In London stehen die Massendemonstrationen gegen den Staatsbesuch des US-Präsidenten bevor.

Organisatoren rechnen mit bis zu 250.000 Teilnehmern. Sie werfen dem US-Präsidenten Sexismus und Rassismus vor. Als Redner hat sich auch der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, angemeldet. Aus Protest gegen den US-Präsidenten war er dem Staatsbankett zu Ehren Trumps am Montagabend im Buckingham-Palast ferngeblieben. Millionen Briten hatten eine Petition unterschrieben, um die Visite Trumps zu verhindern.

Video: Twitternder Trump-Roboter bei Protesten dabei

Trump hatte seinen dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien am Montag begonnen. Am Abend wurde er von Queen Elizabeth II. zu einem Staatsbankett im Buckingham-Palast empfangen. Bei den politischen Gesprächen mit Premierministerin Theresa May am Dienstag soll es vor allem um Wirtschaftsfragen gehen. Mit Umweltminister Michael Gove vereinbarte Trump kurzfristig ein Gespräch, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Gove habe zugesagt, zitierte PA eine nicht näher genannte Quelle. Der Umweltminister gilt als ein aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Premierministers. Insgesamt warfen bereits ein gutes Dutzend Bewerber den Hut in den Ring.

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Staatsbankett im Buckingham-Palast: Einen Toast auf die Freundschaft

Erste Ergebnisse gibt es auch: Trump stellte Großbritannien ein umfangreiches bilaterales Handelsabkommen in Aussicht. Bei einem Treffen mit May und Wirtschaftsvertretern aus beiden Ländern sagte der US-Präsident, er hoffe auf ein "sehr, sehr umfangreiches Handelsabkommen" nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens. "Wir werden es hinkriegen", fügte der US-Präsident hinzu. May warb bei dem Treffen dafür, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern weiter auszubauen.

Im Video: Queen Elizabeth empfängt US-Präsident Trump

Trump hatte den Briten schon am Montag via Twitter versichert, ein "großes Handelsabkommen" mit den USA sei möglich, wenn sie sich erst einmal von den "Fesseln" der EU befreit hätten.

als/dpa/AFP

insgesamt 129 Beiträge
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florian29 04.06.2019
1. Lustiger Protest!
Ich als Trump-Fan hätte auch gerne diesen XXL-Trump-Ballon. Allerdings bin ich mir sicher, dass die Demo Trump am Allerwertesten vorbeigeht.
Dromedar 04.06.2019
2. Egal, wie man politisch steht
Dass Verträge von Donald Trump nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind, von hat er eindrucksvoll bewiesen. Insofern spielt es nicht die geringste Rolle, ob da irgend ein Handels-Vertrag zustande kommen könnte. Trump wird den eh nicht einhalten, möglicherweise sogar schon auf dem Rückflug per Twitter aufkündigen.
ClausB 04.06.2019
3. Mich
freut es, dass doch so viele Briten gegen diesen us-amerikanischen Rüpel auf die Straße gehen, einen Rüpel, der leider Präsident des mächtigsten Staates der Welt geworden ist und der schlimmer ist in meinen Augen, als ich es mir je hätte vorstellen können.
bigroyaleddi 04.06.2019
4. Hoffentlich kommen die vielen Erwarteten
und hoffentlich sind es unterm Strich dann noch viel mehr. Alles was dieser Trumpel von Deals rumtönt, ist doch wirklich nicht das Papier wert, auf das es geschrieben steht. Man könnte es auch gleich in die Toilette hängen. Wie oft hat er von tollen Aussichten und Möglichkeiten gesprochen, und wir oft sind diese denn überhaupt Wirklichkeit geworden? Der kann doch froh sein, wenn ihm überhaupt noch jemand - ausser seinen ewigen unkritischen Anhängern - etwas abnimmt von seinen "Visionen".
altais 04.06.2019
5. Viel Glück UK
beim Dealen mit dem größten Dealmaker aller Zeiten. Nur so nebenbei, für alle Brexitfans in Deutschland ... Exporte UK in die wichtigsten EU-Staaten: 170.600.000.000 $ Exporte in die USA: 45.000.000.000 $ und natürlich ist die Bilanz für die USA mit UK negativ. Preisfrage: wer könnte als Gewinner aus diesem Deal hervor gehen?
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