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02. September 2011, 08:34 Uhr

London

Demonstranten buhen israelisches Orchester aus 

Ein klassisches Musikkonzert ist in London zum Politikum geworden: Pro-palästinensische Demonstranten störten ein Konzert des israelischen Philharmonie-Orchesters in der berühmten Royal Albert Hall. Die Übertragung musste zeitweise unterbrochen werden.

London - Ein solches Verhalten der Zuschauer hat die altehrwürdige Royal Albert Hall in London wohl auch höchst selten erlebt: Rund 30 politische Aktivisten buhten und kreischten im Zuschauerraum. Die pro-palästinensischen Demonstranten störten damit ein Konzert des israelischen Philharmonie-Orchesters. Ihr Protest begann, als der Solist Gil Shaham sich am Donnerstag für ein Solo bereit machte. Der Rundfunksender BBC musste seine Übertragung des Konzerts wegen des Lärms zeitweise unterbrechen. Vor dem Konzerthaus hatten Demonstranten ein Protestcamp aufgebaut und dort die eintreffenden Zuhörer vor Beginn der Veranstaltung aufgefordert, ihre Eintrittskarten zu zerreißen.

Die Aktion richtete sich gegen angebliche Verbindungen des Philharmonie-Orchesters zur israelischen Armee. Die Anführerin des Protests, Sarah Colborne, kritisierte, dass die Musiker für die Soldaten auch an Außenposten des Militärs auftreten und damit die Armee unterstützen.

Das Orchester trat im Rahmen einer seit 1941 bestehenden, von der BBC übertragenen Reihe von Sommerkonzerten auf. Die Aktivisten hatten im Vorfeld des Konzerts zum Boykott aufgerufen.

ler/AFP/dapd

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