"Black Lives Matter" Antirassisten blockieren Zufahrt zum Flughafen Heathrow

Aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus haben schwarze Aktivisten in Großbritannien mehrere Flughafenzufahrten blockiert. Sie erinnerten an den Tod von Mark Duggan, der vor fünf Jahren durch Polizeikugeln gestorben war.

AP

Eine Protestveranstaltung der britischen Bewegung Black Lives Matter gegen Rassismus und Polizeigewalt hat den Zugang zum Londoner Flughafen Heathrow blockiert.

Wie die Polizei mitteilte, wurden zehn Menschen festgenommen. Der Verkehr zur Spitzenferienzeit geriet durcheinander. Die von den USA inspirierte Initiative hatte für Freitag landesweit zu Protestaktionen aufgerufen, um an den Tod des schwarzen Familienvaters Mark Duggan vor fünf Jahren zu erinnern.

Der 29-jährige Duggan war damals verdächtig, Mitglied einer kriminellen Bande zu sein. Ein Polizist, der ihn am 5. August 2011 stellte, glaubte, eine Waffe in Duggans Hand zu sehen, und drückte ab. Danach erschütterten tagelang Krawalle mehrere Metropolen in Großbritannien. Fünf Menschen wurden während der Ausschreitungen getötet und Hunderte Läden geplündert.

Der Protest am fünften Jahrestag von Duggans Tod sei ein "Moment der Wut, der Reflexion und des Wiederaufbaus", erklärte die Kampagne Black Lives Matter UK auf ihrer Facebook-Seite. Auf Bildern, die im Internet verbreitet wurden, waren Demonstranten zu sehen, die Schilder mit dem Slogan "Dies ist eine Krise" in den Händen hielten. Sie blockierten am Freitagmorgen die Verbindungsstraße zum Flughafen. Am frühen Nachmittag wurde nach Angaben der Polizei eine Spur wieder geöffnet, der Verkehr blieb aber eingeschränkt.

Auch in Birmingham kam es am Flughafen zu Protesten, dort gab es der Polizei zufolge fünf Festnahmen. Weitere Demonstrationen waren im Laufe des Tages in London sowie in Nottingham und Manchester geplant.

Protestaufruf von BLMUK auf Facebook:

cht/AFP



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McMuffin 05.08.2016
1. Bitte bei der Wahrheit bleiben
"Der 29-jährige Duggan war damals verdächtig, Mitglied einer kriminellen Bande zu sein. Ein Polizist, der ihn am 5. August 2011 stellte, glaubte, eine Waffe in Duggans Hand zu sehen, und drückte ab." So kann man das natürlich schreiben, aber wenn man seine Leser nicht in die Irre führen will, sollte man erstens erwähnen, dass er auch tatsächlich eine illegale Pistole dabei hatte. Und zweitens, dass er nicht nur einfach als Gangmitglied verdächtigt wurde, sondern auch eine ellenlange Vorstrafenliste hatte. Aber "Familienvater" hört sich halt besser an, wenn man bestimmte politische Ziele durchsetzen will.
frenchie3 06.08.2016
2. @1 Danke für die Info
Paßt zur allgemeinen Berichterstattung. Langsam glaubt man gar nichts mehr - oder noch schlimmer: genau das Gegenteil
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