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27. September 2013, 14:30 Uhr

Messerattacke in London

Mutmaßliche Soldatenmörder geben sich unschuldig

Die abscheuliche Tat hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Doch die beiden Männer, die den Soldaten Lee Rigby auf offener Straße in London getötet haben sollen, plädierten vor Gericht jetzt auf "nicht schuldig".

London - Zumindest einer der beiden Festgenommenen war auf dem Video eines Passanten mit blutigen Händen und einer Waffe in der Hand zu sehen. Aber dennoch bekannten sich die mutmaßlichen Soldatenmörder Michael Adebolajo, 28, und Michael Adebowale, 22, am Freitag bei einer Anhörung vor dem Krongericht "Old Bailey" in London als "nicht schuldig".

Die beiden bestritten auch den Versuch, einen kurz nach der Tat herbeigeeilten Polizisten zu töten. Adebolajo und Adebowale wird vorgeworfen, am 22. Mai den Soldaten Lee Rigby mit einem Fleischerbeil und einem Messer ermordet zu haben. Rigby, Afghanistan-Veteran und Vater eines zweijährigen Kindes, war am hellichten Tag und auf offener Straße getötet worden - auf dem Weg zu seiner Kaserne im Stadtteil Woolwich. Eine Obduktion ergab als Todesursache "multiple Schnittwunden".

Bei der ersten Anhörung am Freitag in "Old Bailey" waren die Witwe Rebecca Rigby und andere Angehörige des ermordeten 25-Jährigen anwesend. Die beiden mutmaßlichen Täter wurden per Video aus dem Gefängnis zugeschaltet. Sie trugen jeweils rote T-Shirts.

Ihr Auftritt vor dem Zentralen Strafgerichtshof in London war nur kurz: Sie stellten sich unter ihren islamischen Namen vor: Adebolajo als Mujahid Abu Hamsa und Adebowale als Ismail Ibn Abdullah. Die beiden Männer nigerianischer Abstammung waren als Christen erzogen worden und als Jugendliche zum Islam konvertiert. Adebajo soll auch Kontakt zu Hasspredigern gehabt haben.

Die Regierung hatte die Tat zunächst als Terrorakt bezeichnet. Der eigentliche Prozess soll am 18. November beginnen.

als/Reuters

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