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London Neun Verdächtige nach Anschlag in U-Haft

Zwei Tage nach dem Terroranschlag in London hat Scotland Yard weitere "bedeutende" Verdächtige festgenommen. Die Polizei veröffentlichte auch den Geburtsnamen des Attentäters.
Der schnelle Überblick

• Bei einem Terrorakt in London hat ein Attentäter vier Menschen getötet. Der Angreifer wurde erschossen. Die Ereignisse im Überblick. 
• Augenzeugen beschreiben die Minuten des Anschlags. 
• Reportage aus London: "Wir können die nicht gewinnen lassen" 
• Analyse: Fahrzeuge als Waffen - perfide Taktik des IS 
• Aus aller Welt gab es Botschaften der Solidarität, hier zusammengefasst. 

Im Zusammenhang mit dem Anschlag in London hat die Polizei zwei weitere Menschen festgenommen. Insgesamt seien nun neun Verdächtige in Untersuchungshaft, sagte Anti-Terror-Chef Mark Rowley von Scotland Yard bei einer Pressekonferenz am Freitag. Eine Person sei auf Kaution entlassen worden.

Die neuen Festnahmen seien "bedeutend", so Rowley. Die Verdächtigen seien in in der Region um Birmingham (West Midlands) und im Nordwesten des Landes aufgegriffen worden.

Die Ermittler veröffentlichten auch neue Details zum Attentäter Khalid Masood: Der Geburtsname des 52-Jährigen sei Adrian Russell Ajao gewesen. Bereits am Donnerstag hatte die Polizei mitgeteilt, dass der Mann mehrere Alias benutzt haben soll. Masood wurde demnach in Großbritannien geboren, trat später zum Islam über und änderte seinen Namen.

Die Ermittlungen konzentrieren sich demnach auf das Motiv, die Vorbereitung der Tat und mögliche Komplizen. "Wir wollen rausfinden, ob er allein - inspiriert vom IS - handelte oder andere ihn angeleitet haben", so Rowley. Die beiden nun festgenommenen Verdächtigen könnten bei der Beantwortung dieser Frage helfen.

Tatort in London

Tatort in London

Foto: SPIEGEL ONLINE / GoogleEarth

Der Attentäter war am Mittwoch zunächst auf der Westminster Bridge neben dem Parlament mit einem Auto in Passanten gerast. Anschließend erstach der Attentäter auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten. Der Attentäter wurde von der Polizei erschossen.

Insgesamt wurden vier Menschen getötet und weitere 50 verletzt - darunter auch eine Deutsche. Der Zustand von zwei Verletzten sei noch immer kritisch, einer schwebe in Lebensgefahr, sagte Rowley am Freitagmorgen. Auch zwei Polizisten werden demnach noch im Krankenhaus behandelt.

Seit der Tat am Mittwochnachmittag habe die Polizei mit mehr als 3500 Zeugen gesprochen und 2700 Beweismittel, darunter viele Computerdaten, festgestellt. Diese müssten nun ausgewertet werden, sagte Rowley. "Außerdem werten wir Unmengen an Videomaterial aus Videoüberwachung und privaten Aufnahmen aus."

brk