London vor Olympia Polizei nimmt sechs Terrorverdächtige fest

In London wächst kurz vor den Olympischen Spielen die Angst vor Attentaten. Nun hat die britische Polizei fünf Männer und eine Frau festgenommen. Sie sollen Terroranschläge geplant haben. Bei dem Zugriff wurde ein 24-Jähriger mit einem Elektroschocker überwältigt.
Westminster Bridge in London: Ende Juli beginnen die Olympischen Spiele

Westminster Bridge in London: Ende Juli beginnen die Olympischen Spiele

Foto: STEFAN WERMUTH/ REUTERS

London - Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in London hat die Polizei sechs Terrorverdächtige festgenommen. Es bestehe der Verdacht der Anstiftung, Vorbereitung und Beauftragung von Terrorakten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Nach Angaben des britischen "Guardian" handelt es sich um fünf Männer und eine Frau.

Eine direkte Verbindung zu den Olympischen Spielen, die am 27. Juli beginnen, konnte zunächst nicht hergestellt werden. Die Polizei hatte am frühen Morgen eine Wohnung gestürmt. Dabei wurde ein 24-jähriger Verdächtiger mit einem Elektroschocker verletzt. Es handelt sich laut "Guardian", um einen lange geplanten und gezielten Zugriff.

Die genauen Details der Polizeiaktion sind noch unklar. Als sicher gilt jedoch, dass ein 29-Jähriger auf einer Straße im Westen der Stadt festgenommen wurde. Die Frau, deren Alter bisher nicht bekannt ist, wurde mit einem 21-Jährigen in einer Wohnung in Westlondon aufgegriffen. Drei weitere Männer, 18, 24 und 26 Jahre alt, wurden im Osten der britischen Hauptstadt festgenommen.

Laut Polizei wurden auch Wohnungen und Ladengeschäfte in anderen Teilen Londons durchsucht. Britische Medien berichteten ohne Nennung von Quellen, die Festnahmen stünden in Zusammenhang mit Attentatsplänen mit islamistischem Hintergrund in Großbritannien. Die Gefahr sei allerdings nicht akut gewesen. Bei den Verdächtigen handele es sich teilweise um britische Staatsangehörige.

Die britische Polizei hatte im Zuge groß angelegter Anti-Terror-Maßnahmen in der jüngsten Vergangenheit bei mehreren Einsätzen Terrorverdächtige festgenommen. Viele wurden nach eingehenden Ermittlungen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die britische Anti-Terror-Gesetzgebung erlaubt das Eingreifen der Polizei in sehr frühem Stadium.

jok/dpa/Reuters