USA Los Angeles schließt alle Schulen wegen Bombendrohungen

Die Behörden in Los Angeles haben alle öffentlichen Schulen geschlossen. Grund ist eine Terrordrohung per E-Mail, versendet über eine deutsche IP-Adresse. Mehr als 640.000 Schüler sind betroffen.

AP

Wegen einer "ernsthaften Terrorbedrohung" haben die Behörden in Los Angeles sämtliche öffentlichen Schulen geschlossen, Privatschulen waren nicht betroffen. Alle Lehrer und Schüler wurden aufgerufen, sich von den Schulen der Stadt fernzuhalten. Es gebe Drohungen gegen mehrere Schulen, sagte Sprecherin Ellen Morgan. Bei der E-Mail gebe es Verbindungen nach Deutschland, sagte Schulbezirkssprecherin Shannon Haber. Sie ist demnach von einem Computer abgeschickt worden, der eine IP-Adresse in Deutschland nutzte.

"Früh am Morgen erhielten wir eine elektronische Bedrohung, in der die Sicherheit von unseren Schulen erwähnt wird", teilte der für Schulen zuständige Polizeichef der kalifornischen Metropole, Steven Zipperman, mit. "Wir haben beschlossen, unsere Schulen heute zu schließen, bis wir vollständige Gewissheit haben, dass sie sicher sind."

Mehr als 900 Kindergärten und Schulen mit insgesamt 640.000 Schülern sind betroffen. Sämtliche Institutionen im Schulbezirk sollen nun durchsucht werden. Das FBI übernimmt die Ermittlungen. Der betroffene Schulbezirk ist der zweitgrößte der USA.

Die Drohung sei über das normale Maß von Drohungen, die beinahe täglich eingingen, hinausgegangen. Es sei von Sprengsätzen in Rucksäcken und anderen Taschen die Rede gewesen.

Der kalifornische Parlamentarier Brad Sherman sagte dem US-Sender CNN nach Einsicht des Schreibens, der Autor der E-Mail habe sich als Dschihadist ausgegeben und mit dem Einsatz von Nervengas gedroht. Von 32 Komplizen sei die Rede. Sherman bezweifelte die Glaubwürdigkeit der E-Mail. Sie habe Tippfehler enthalten und einen "pornografischen Bezug zu einem Körperteil", den Dschihadisten eher nicht herstellen würden.

Die Entscheidung der Stadt wurde vor Schulbeginn um 8 Uhr morgens verkündet. Kinder und Jugendliche, die bereits in den Schulen sind, sollen dort so lange betreut werden, bis ihre Eltern sie abholen.

Eine fast identische Drohung wie in Los Angeles hatte die Polizei am Dienstag auch in New York erhalten - ebenfalls "aus dem Ausland", wie Polizeichef William Bratton sagte. Die New Yorker Polizei behandelte die Drohung als groben Unfug.

Erst kürzlich hatte ein Anschlag im kalifornischen San Bernardino für Angst vor islamistisch motivierten Angriffen von Extremisten gesorgt.

syd/ler/sun/AFP/AP/dpa



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