Vor Abstimmung in London Tausende demonstrieren gegen Luftangriffe in Syrien

Am Mittwoch stimmt das britische Parlament über Luftschläge gegen den IS in Syrien ab. In London sind nun Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um dagegen zu protestieren. Ihr Motto: "Stop The War".

Demonstranten in London: Klare Botschaft
REUTERS

Demonstranten in London: Klare Botschaft


Rund 4000 Menschen haben in London gegen britische Luftangriffe in Syrien protestiert. Sie zogen vom Parlamentssitz im Zentrum der britischen Hauptstadt zu den Parteizentralen der regierenden Konservativen sowie der oppositionellen Labour-Partei. Auf Plakaten und Transparenten stand ihre Botschaft: "Don't Bomb Syria" und "Stop The War".

Das Unterhaus in London stimmt am Mittwoch über eine britische Beteiligung an den Luftangriffen auf den "Islamischen Staat" (IS) in Syrien ab. Labour-Partei-Chef Jeremy Corbyn hatte am Montag für die Abstimmung den Fraktionszwang aufgehoben. Der konservative Premierminister David Cameron kann daher mit einer breiten Zustimmung zu seinem Vorhaben rechnen. Laut einer BBC-Schätzung wollen insgesamt ungefähr 380 Abgeordnete für den Einsatz stimmen - und rund 260 dagegen.

Im August 2013 hatte das britische Parlament Cameron die Zustimmung für einen Militäreinsatz in Syrien noch verweigert. Damals wollte der Premier die Truppen von Syriens Diktator Baschar al-Assad bombardieren lassen. Diesmal allerdings soll es nicht gegen Assad, sondern gegen den IS gehen. Nach den Pariser Anschläge vom 13. November, zu denen sich der IS bekannte, ist die Bereitschaft vieler Abgeordneter gewachsen, sich militärisch zu engagieren.

Frankreichs Präsident François Hollande versucht seit den Attacken, die internationale Anti-IS-Koalition auszuweiten. Er hatte die britischen Parlamentarier am Freitag zur Zustimmung zu den Militärangriffen aufgerufen. Großbritannien ist im Irak bereits an den Luftangriffen der US-geführten Koalition gegen den IS beteiligt.

"Wir sind hier, um nur eine Sache zu sagen: Bombardiert Syrien nicht", sagte eine Organisatorin der Londoner Proteste. Dieses Vorgehen sei schon 2001 in Afghanistan, 2003 im Irak und 2011 in Libyen gescheitert. Bereits am Samstag hatten rund 5000 Menschen gegen die britischen Pläne zur Beteiligung an den Lufteinsätzen in Syrien demonstriert.

aar/AFP/dpa

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