Gescheiterte Befreiungsaktion Qaida-Terroristen töten zwei Geiseln im Jemen

Der von al-Qaida im Jemen entführte Fotograf Luke Somers und ein südafrikanischer Mitgefangener sind tot. Sie starben kurz nach einer missglückten Befreiungsaktion durch die US-Armee.


Sanaa/Washington - Am Tag nach der gescheiterten Geiselbefreiung durch die US-Armee gibt es traurige Gewissheit: Luke Somers, ein im Jemen entführter US-Fotograf, ist tot. Somers Schwester gab bekannt, die US-Bundespolizei FBI habe der Familie am Samstagmittag die Todesnachricht überbracht.

Wie die "New York Times" berichtet, soll Somers von seinen Entführern angeschossen worden sein, als die Befreiungsaktion am Freitag begann. Als die Soldaten Somers schließlich erreichten, sei er schwer verwundet gewesen und sogleich auf ein US-Militärschiff ausgeflogen worden, verstarb jedoch wenig später.

Bei der gescheiterten Kommandoaktion kam auch der südafrikanische Lehrer Pierre Korkie ums Leben, der bis zu seiner Entführung im Jemen humanitäre Hilfe geleistet hatte. Das teilte die Hilfsorganisation Gift of the Givers aus Südafrika mit. Korkie war im Mai 2013 mit seiner Frau entführt worden, sie war aber später freigelassen worden.

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, soll es bei der Kommandoaktion schwere Kämpfe gegeben haben. Laut dem jemenitischen Verteidigungsministerium kamen dabei zehn Kämpfer von al-Qaida ums Leben.

US-Präsident Barack Obama verurteilte den "barbarischen Mord" an Somers und verband die Beileidsbekundung für Somers Familie mit einer Drohung: Terroristen, die US-Bürger schaden wollten, müssten überall mit dem "langen Arm des amerikanischen Getzes" rechnen.

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel rechtfertigte die militärische Aktion damit, es habe Grund zu der Annahme gegeben, dass Somers Leben in Gefahr sei. Auslöser für Aktion war ein Video, in dem al-Qaida mit der Tötung des US-Fotojournalisten Somers gedroht hatte.

cht/AP/dpa

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